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Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

Ach du meine Güte, jetzt macht sie auch noch Podcasts!

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Vielleicht habt ihr ja schon mitbekommen, dass in der Blood Sugar Lounge in den vergangenen Wochen mittlerweile drei Podcasts von mir erschienen sind. So langsam beginne ich mich an das Format zu gewöhnen… ihr bekommt also in Zukunft weiter was auf die Ohren von mir!

Vor einer Weile kam eine Studie zur Verbreitung von Podcasts raus, wonach insgesamt 10 Millionen Menschen in Deutschland regelmäßig Podcasts hören. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind Podcasts besonders beliebt, etwa ein Drittel hört gern anderen Leuten beim Quatschen zu. Bei den 30- bis 49-Jährigen wiederum gibt es besonders viele Intensivnutzer, die pro Woche mindestens 3 Stunden lang Podcasts hören. Ich fand das ganz erstaunliche Zahlen und beschloss: Wenn Podcasts offenbar ein beliebtes Medium sind, sollte ich mich als Journalistin so langsam mal damit beschäftigen.

Dazu muss man wissen, dass ich selbst bislang so gut wie nie Podcasts höre. Ich bin für Audio-Content (abgesehen von Hörbüchern, die mich im Fitnessstudio oder beim Putzen vor dem Langeweile-Tod bewahren) ebenso schwer zu begeistern wie für Videos auf YouTube (Ausnahme: Fitness- und Yoga-Videos sowie die Videos von Dr. Alexander Risse). Was in erster Linie daran liegt, dass ich den gesamten Beitrag nicht fix scannen und schon mal diagonal erfassen kann, wie es bei einem Text möglich ist. Wenn mir der Einstieg in einen Podcast oder ein Video nicht so doll gefällt, weiß ich halt nie, ob jetzt die ganze Zeit so belanglos herumgelabert wird oder ob es gleich richtig losgeht und interessant wird. Das empfinde ich als ermüdend, daher springe ich nicht wirklich an auf diese Formate.

Podcast-Reihe ‚Diabetes und Folgeerkrankungen‘

Es ist möglicherweise nicht keine ideale Voraussetzung für den Start einer Podcast-Reihe, wenn man selbst gar nicht so gern Podcasts hört. Allerdings bot sich mir die Chance, das Medium zusammen mit der Blood Sugar Lounge einfach mal auszuprobieren. Dort gibt es seit einer Weile nämlich neben den Community-Beiträgen auch Coaching-Content in Zusammenarbeit mit verschiedenen Experten. Und so entstand die Idee, ich könnte doch eine Podcast-Reihe zum Thema „Diabetes und Folgeerkrankungen“ starten, um der Blood Sugar Lounge zu mehr Coaching-Content zu verhelfen und gleichzeit für mich einmal das Podcasten zu testen. Um die ganze Technik, also das Schneiden und die Sound-Bearbeitung, wollte sich Christoph kümmern. Der hatte in seinem Elektrotechnik-Studium nämlich eigentlich vorgehabt, sich auf Tontechnik zu spezialisieren, bevor er doch in Richtung Windkraft schwenkte. Meine Ankündigung, dass ich nun vielleicht auch mal Podcasts ausprobieren möchte, führte bei ihm deshalb gleich zu emsigem Konsum (Mikrofon, Schnittsoftware…) und diversen technischen Generalproben.

Gebaute Beiträge füs Lokalradio

Zwei Folgen der Reihe zu Diabetes und Folgeerkrankungen sind mittlerweile im Kasten und online. Und ich sage euch: Das war gar nicht so leicht für mich! Man sagt mir zwar nach, dass ich eine recht angenehme Stimme habe, der man gern zuhören mag. Während eines Praktikums 1992 bei einem Lokal-Radiosender habe ich mich auch schon im Formulieren für Audio-Formate geübt. Denn dabei gelten ein paar andere Spielregeln als beim Formulieren für Textbeiträge: Ein gesprochener Satz verflüchtigt sich schneller, man kann Schachtelsätzen also noch schlechter folgen als in Schriftform. Also muss man kürzere Sätze formulieren, insgesamt kleinere Häppchen formen. Während meines Praktikums habe ich auch Feedback zu meiner Stimme und Intonation bekommen. Und bis vor ein paar Jahren auch regelmäßig kleine Sprech-Jobs für verschiedene Audio-Guides übernommen. Vom Handwerk her war mir das also alles relativ klar.

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Umschreiben, neu einsprechen, herumbasteln

Allerdings hatte ich seinerzeit beim Radio ausschließlich sogenannte gebaute Beiträge produziert. Sprich: Ich bin rausgefahren, habe Veranstaltungen besucht, mit Leuten geredet, Umfragen gemacht etc. und hinterher im Studio die O-Töne zusammengeschnitten, eine passende Anmoderation geschrieben, diese im Studio aufgenommen und letztlich alles zu einem Beitrag zusammengepuzzelt. Wenn ein vorformulierter Satz beim Sprechen doch blöd rüberkam oder mir zwischendurch keine Gelegenheit zum Luftholen ließ, konnte ich ihn immer nochmal umschreiben, neu einsprechen und so lange daran herumbasteln, bis ich zufrieden mit dem Ergebnis war. Ich habe in meinem ganzen Berufsleben also bislang noch keine Routine damit entwickelt, einfach so frei drauflos zu quatschen, ohne alles akribisch ausformuliert zu haben. Und genau das ist für mich die große Herausforderung beim Podcasten. Mein Anspruch an einen Podcast ist, dass er gut vorbereitet und durchstrukturiert ist, gleichzeitig aber auch lebendig und frei gesprochen wird. Man hört es nun einmal, ob ein Text abgelesen oder frei heraus gesprochen wird.

Einfach losquatschen ist für mich eine große Sache

Meinem ersten Podcast, für den ich mit dem Nephrologen Dr. Ludwig Merker über Nierenschäden infolge des Diabetes gesprochen habe, ist glaube ich noch ziemlich deutlich anzumerken, dass ich mich in meinen Redeanteilen ziemlich genau an meine vorformulierten Texte gehalten habe. Der Podcast ist sicherlich informativ und verständlich, vom Stil her aber eher ein klassisches Interview denn ein Gespräch. Beim zweiten Podcast – ein Interview mit Prof. Focke Ziemssen zum Thema diabetische Augenerkrankungen – kam schon ein bisschen mehr Gesprächs-Atmosphäre auf, da gelang es mir auch, im Laufe der Unterhaltung einfach mal so ein paar persönliche Erfahrungen mit einfließen zu lassen. Die Podcast- und Talk-Profis unter euch schmunzeln nun vielleicht, doch für mich ist es eine große Sache, vor Publikum einfach drauflos zu quatschen. Ich habe schließlich auch für den DEEP Talk bei Novo Nordisk (‚It wasn’t the carbs‘) vor zwei Jahren oder meinen Beitrag zum diesjährigen Weltdiabetestag (‚Warum Selbsthilfe?‚) nicht einfach losgequatscht, sondern eine Rede geschrieben und mehr oder weniger 1:1 vorgetragen.

Podcastreihe ‚Liebe, Leben und Typ F‘

Aber mit meinem dritten Podcast für die Blood Sugar Lounge bin ich nun tatsächlich bei den Talkern angekommen, die ein Gespräch zwar ordentlich vorbereiten, es dann aber fließen lassen und darauf vertrauen, dass mir im richtigen Moment auch ohne 100% vorformulierte Gedanken passable Ideen kommen. Und das kam so: Anfang Dezember fragte mich die Redaktion, ob Christoph und ich nicht einen gemeinsamen Podcast zum Monatsthema im Dezember – ‚Älterwerden mit Diabetes‘ – beisteuern könnten. Vermutlich, weil wir mit den 100 Jahren, die wir gemeinsam auf dem Buckel haben, in rasender Geschwindigkeit der Methusalem-Schallmauer nähern und deshalb viele kluge Gedanken zum Altern mit Diabetes parat haben. Nein, Scherz beiseite, es war ein schönes (und wichtiges!) Thema, über das wir beide gern zusammen vor dem Mikro gequatscht haben. Ich hatte tatsächlich nur ein paar Stichworte notiert und mir strikt verboten, auch nur eines davon als Satz auszuformulieren. Mit Christoph an meiner Seite ging das super. Und siehe da, es ging auch ohne vorproduzierte Formulierungen! Es machte sogar so viel Spaß und kam bei der Blood Sugar Lounge Community so gut an, dass wir nun eine Reihe mit dem Titel ‚Liebe, Leben und Typ F‘ daraus machen. Ihr könnt Christoph und mir also demnächst wieder beim Plaudern darüber zuhören, was mein Diabetes für uns als Paar für eine Rolle spielt und wie wir im Alltag damit umgehen. Hier geht es also zu unserem ersten Talk, und für die weiteren Folgen sage ich: Stay tuned! 🙂

Photo by Tommy Lopez on Pexels.com

2 Kommentare zu “Ach du meine Güte, jetzt macht sie auch noch Podcasts!

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