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Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

Mit Diabetes durch das Jahr: Mein persönlicher Rückblick auf 2014

Ein Kommentar

Im ausklingenden Jahr jährte sich meine Diagnose Typ-1-Diabetes bereits zum vierten Mal. Zum Glück hinderte mich mein lästiger Begleiter auch in diesem Jahr nicht daran, meinen Alltag ganz gut zu wuppen und ein paar neue persönliche sportliche Bestleistungen aufzustellen.

Nachdem WordPress uns schon mit ein paar Statistiken zur Nutzung dieses noch recht neuen Blogs versorgt hat (ich bin ehrlich gesagt baff, dass unter meinen Leser Menschen aus 31 Nationen waren), möchte ich auch noch einen kleinen persönlichen Rückblick hinterherschieben.

Bei meinem Diabetes sind die meisten Ausreißer hausgemacht

Zum Glück ist mein Jahr in Sachen Diabetes wieder ziemlich gut gelaufen. Meine HbA1c-Werte bei den Quartals-Checks lagen immer zwischen 6,0 und 6,3 Prozent und es waren keine dramatischen Schwankungen zu verzeichnen. Bei einem meiner Quartals-Checks meinte mein Diabetologe sogar mit einem Schmunzeln, er sei ja froh, dass in meinen Tagebüchern ab und zu auch mal ein Wert von über 200 mg/dl auftauche, denn das zeige, dass ich lebe. Tatsächlich musste ich mich gar nicht so verbissen anstrengen, diese gute Einstellung zu erreichen. Mein Diabetes verhält sich zum Glück meist ziemlich vorhersehbar, die meisten Ausreißer sind hausgemacht. (Ihr kennt vielleicht das Gefühl, „hey, ich esse jetzt einfach mal einen Schokoriegel und spritze kein Insulin dafür, vielleicht merkt es keiner…“ Klar merkt es einer, und zwar der Blutzucker. So etwas passiert mir zum Glück nur sehr selten und erfordert dann ja auch kein Rätselraten, wie der Ausreißer wohl zustande gekommen sein könnte.)

Berufliche Aufträge mit privatem Interesse an Diabetes verbinden

Und so hat mich mein Diabetes in 2014 auch nicht nennenswert beeinträchtigt bei all den Dingen, die auf meiner Agenda standen. Und das waren nicht gerade wenige. Beruflich lief alles in seinen gewohnten Bahnen: Ich produziere weiter Zeitschriften für ärztliche Berufsverbände, schreibe für die medizinische Fachpresse über Kongresse und Tagungen und war an dem einen oder anderen PR-Projekt beteiligt. Besonders viel Spaß macht es mir, wenn ich berufliche Aufträge mit meinem privaten Interesse an Diabetes verbinden kann. Zum Beispiel bei der Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) Ende Mai 2014 in Berlin, über die ich auch hier auf diesem Blog ein wenig berichtet habe. Oder bei meiner Reportage für den „Focus Diabetes“ über den Vagabunden Lyndon Owen, der mit seinem Typ-1-Diabetes auf der Straße lebt.

Kurzfristig noch einen Startplatz für den Hamburger Triathlon ergattert

Sportlich gab es schon eher ein paar neue Herausforderungen zu meistern. Nach meiner Triathlon-Premiere in 2013 war ich gleich zu Jahresbeginn angefixt und wollte unbedingt wieder in Hamburg antreten. Dummerweise waren die Startplätze so schnell ausverkauft, dass ich mich nicht mehr regulär anmelden konnte. Dass ich trotzdem wieder in der Sprintdistanz beim weltweit größten Triathlon antreten konnte, verdanke ich der S-Bahn Hamburg, die als neuer „Mobilitäts-Sponsor“ des Triathlons wenige Wochen vor dem Termin noch ein paar Startplätze verloste. Beim Triathlon am 12. Juli 2014 ging alles glatt: Ich startete bereits in der ersten Gruppe um 9:00 Uhr, die Alster war schon angenehm warm, doch ich musste – anders also in 2013 – nicht in der prallen Mittagshitze laufen. Ich konnte mich zeitlich in allen Disziplinen im Vergleich zum Vorjahr verbessern – vor allem beim Laufen, was ich auf den Laufkurs in Elmshorn unter der Leitung von Uwe Lüders-Bahlmann und Martina Tschirch zurückführe. Lauf-ABC, Tempoeinheiten verschiedener Länge und das Training in einer motivierten Gruppe haben mich echt vorangebracht. Ich bin zwar noch immer kein geölter Blitz, habe mich beim Laufen aber in meiner Altersklasse vom etwa zehntletzten ungefähr auf den 20. Platz von hinten vorgekämpft (meine Oma hätte hierzu sicher gesagt: „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen…“). Um im nächsten Jahr auch beim Schwimmen meine Zeiten verbessern zu können, habe ich von Oktober bis Anfang Dezember einen Kraulkurs im Elmshorner Badepark absolviert. Ich kann nun also unter Wasser ausatmen, die Bewegungsabläufe beim Kraulen gelingen schon ganz gut, und mein Atem reicht derzeit aus, um zwei 25-Meter-Bahnen am Stück zu kraulen. Daran werde ich den Winter über weiter arbeiten – und mal sehen, ob sich meine neue Technik beim Triathlon 2015 auszahlen wird.

Sommer 2014: Ich kaufe ein Rennrad und lerne das Radfahren neu

Ein weiterer sportlicher Meilenstein in diesem Jahr war die Anschaffung eines Rennrads kurz nach dem Hamburger Triathlon im Juli. Da hatte es mich beim Auschecken aus der Wechselzone doch ein bisschen gewurmt, dass die meisten anderen Triathleten mit ultraleichten Rennrädern antraten, während ich mein sportliches Tourenrad nutzte. Ich mag dieses Fahrrad sehr gern, denn es ist rot und hübsch und auch deutlich leichter und sportlicher als mein altes Mutti-Fahrrad mit Einkaufskorb – doch da ich anscheinend regelmäßig an Triathlons teilnehmen möchte, schien mir ein Rennrad dann doch eine lohnende Investition zu sein. Das Fahren auf einem Rennrad erfordert allerdings einiges an Übung, wenn man noch nie ein Rad mit einer Kettenschaltung gefahren hat, und auch die Körperhaltung ist zunächst sehr gewöhnungsbedürftig. Doch wenn es so halbwegs flutscht… dann ist es einfach nur cool, in die Pedalen zu treten und zu wissen, da ist gleich noch ein und noch ein und noch ein Gang, mit dem es noch ein bisschen schneller geht. Beim Elbe-Triathlon kam mein nur 8,1 Kilogramm schweres weißes Rennrad erstmals im Wettkampf zum Einsatz – und siehe da: Für die 20 Kilometer brauchte ich nur noch knapp 44 Minuten (statt über 49 Minuten für die gleiche Distanz beim Hamburger Triathlon in 2013).

Eine Hausrunde misst jetzt nicht mehr 5, sondern 8 bis 10 Kilometer

Ansonsten habe ich über das Jahr 2014 hinweg meine Laufdistanzen, die ich im Alltag zum Training absolviere, deutlich steigern können. War ich 2013 noch froh, wenn ich meine „Hausrunde“ über 5 Kilometer ohne Gehpause (hallo Schweinehund!) hinbekam, sind nun 8 bis 12 Kilometer ohne Gehpause problemlos machbar. Darauf bin ich stolz. Mein nächstes Ziel ist es, die 15-Kilometer-Marke zu knacken und dann – vielleicht, vielleicht, darüber muss ich sicher noch intensiv mit dem Schweinehund verhandeln – doch einmal einen Halbmarathon in Angriff zu nehmen. Warten wir es ab!

In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine lustige Silvesternacht mit braven Blutzuckerwerten, einen guten Rutsch und ein tolles neues Jahr.

Ein Kommentar zu “Mit Diabetes durch das Jahr: Mein persönlicher Rückblick auf 2014

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