Süß, happy und fit

Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes


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Was genau ist eigentlich ein „schwerer Diabetes“?

Seit gestern wird in den Medien viel über einen jungen Mann berichtet, bei dem nach überstandener Covid-19-Erkrankung ein Typ-1-Diabetes festgestellt wurde. Die Geschichte ist interessant, sicherlich auch ein wenig beängstigend, doch nix Genaues weiß man (noch) nicht. Was ich allerdings genau weiß: Es stört mich, dass im Zusammenhang mit diesem Fall überall vom „schweren Diabetes“ die Rede ist.

Die ursprüngliche Meldung, auf die auch im Grunde alle seit gestern erschienenen Medienberichte zurückgehen, findet man in einer Pressemitteilung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel von gestern. Darin heißt es unter anderem:

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Veranstaltungstipp: 6 Online-Events mit Diabetes-Talk

Es ist nun schon echt lange her, dass ich einmal an einem analogen Diabetes-Kongress oder wie auch immer gearteten Event teilgenommen habe. Dank Corona sehen wir uns heutzutage nur noch via Zoom oder ähnlichen Videokonferenz-Plattformen. Doch eigentlich finde ich diese Entwicklung gar nicht so schlecht.

Denn bei Online-Veranstaltungen gibt es keine Teilnehmerbegrenzung, niemand muss von weit her anreisen und sich Gedanken darüber machen, wer möglicherweise die Reisekosten erstattet. Und im besten Fall kann man sich die gespeicherten Vorträge oder Präsentationen hinterher sogar noch einmal ansehen. Und auch wenn ich große Lust hätte, anderen Menschen mit Diabetes auch mal wieder leibhaftig zu begegnen, sind das tatsächlich Pluspunkte der digitalen Corona-Kultur, die uns hoffentlich auch nach der Pandemie erhalten bleiben werden.

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Vorbild oder Stressfaktor? Was ein Marathon-Weltrekord mit glatten Glukoseverläufen zu tun hat

Wer sich in den sozialen Medien tummelt, stößt immer wieder mal auf Bilder von nahezu geraden Glukoseverläufen oder beinahe 100 Prozent Zeit im Zielbereich (time in range, TIR). Tolle Sache – aber wie wirken sie auf jene, denen das Diabetesmanagement nicht so gut gelingt? Auf mich haben diese Bilder denselben Effekt wie Rekordmeldungen aus dem Spitzensport – etwa als der Laufstar Eliud Kipchoge im Oktober 2019 in Wien die Marathondistanz in unter zwei Stunden bewältigte.

Seit einer Weile folge ich auf Facebook dem Chefredakteur der Lauf-Zeitschrift „Runners World“, Martin Grüning. Er nutzt seine Facebook-Präsenz immer wieder für Umfragen unter den Leserinnen und Lesern. Vor einer Weile lautete seine Frage: „Wie wichtig sind die Laufstars und ihre Laufrekorde für unseren Sport? Sind Sie eine Inspiration? Braucht es nicht Vorbilder?“ Ich fühlte mich gleich von dieser Frage angesprochen. Denn ich hatte im Oktober 2019 mitgefiebert, als der kenianische Top-Läufer Eliud Kipchoge in Wien als erster Mensch die Marathondistanz von 42,195 Kilometern in unter zwei Stunden lief. Wenn ich mir das Finish seines Rennens auf Youtube anschaue, habe ich auch heute wieder Gänsehaut. Weiterlesen


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10 Jahre Diabetes – mein Diaversary im Schatten von Corona

Es ist ja nicht so, dass ich schon seit Wochen diesem großen Datum entgegenfiebere. Auch am Jahrestag meiner Diabetesdiagnose war mir bislang nie so richtig nach Feiern zumute. Doch bis vor einer Weile dachte ich, dass ich den quasi runden Geburtstag doch sicher als bedeutsamen Tag empfinden würde. Doch nun haben wir eine Corona-Pandemie, die Welt steht quasi still, und ich habe keine Lust auf mein Diaversary.

Obwohl ich sicherlich nicht übermäßig gefährdet bin, mich zu infizieren und einen schweren Verlauf zu erleben, obwohl ich weiterhin Arbeit habe und meine Auftragslage unverändert gut ist, obwohl ich das Arbeiten im Home Office gewöhnt bin und sich eigentlich nur wenig an meinem Joballtag geändert hat, obwohl Christoph und ich uns gut vertragen und auch über Wochen der Zweisamkeit nicht schnell genervt voneinander sind… drückt mir Corona mittlerweile auf die Stimmung. Weiterlesen


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Buchtipp: Zucker im Gepäck – Reisen mit Diabetes

Es ist sicherlich ein etwas unglückliches Timing, dass dieses Buch gerade jetzt mitten in der Corona-Pandemie erscheint, die sämtliche Reiseaktivitäten bis auf weiteres eingefroren hat. Aber irgendwann werden wir auch wieder reisen dürfen – und dann ist dieses nagelneue Ratgeberbuch von Susanne Löw ein toller Begleiter für Menschen mit Diabetes.

Susanne Löw hat seit 2002 Typ-1-Diabetes. Ich kenne sie, seit sie 2016 den Medienpreis der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in der Kategorie Online für ihre Seite www.zucker-im-gepaeck.de gewonnen hat und ich sie für Ausgabe 1.2017 des Focus Diabetes zum Thema „Weltreisen mit Diabetes“ interviewt habe. Wie ich ist sie freie Journalistin. Nun hat sie ihre Erfahrungen in einem Buch zusammengefasst, das kürzlich im Kirchheim-Verlag erschienen ist und das ich euch wärmstens ans Herz legen möchte. Weiterlesen


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Was Jugendliche mit Typ-1-Diabetes auf dem Weg ins Erwachsenenleben bewegt

Auf Fachkongressen habe ich schon häufiger darüber gehört, dass es für Jugendliche mit Typ-1-Diabetes nicht leicht ist, von der kinderdiabetologischen Einrichtung in eine „normale“ diabetologische Schwerpunktpraxis für Erwachsene zu wechseln. Welche Gedanken sich manche von ihnen über ihren Weg ins Erwachsenenleben mit Diabetes machen, habe ich diese Woche bei einem Schulungsabend erlebt.

Vor einer Weile erreichte mich die Anfrage einer Diabetesberaterin aus Hamburg, die in einem Kinderkrankenhaus Kids und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes betreut und schult. Ob ich nicht einmal zu einem ihrer Schulungsabende vorbeikommen und über mein Leben als Erwachsene mit Typ-1-Diabetes erzählen könne. Ich fand diese Bitte zunächst etwas ungewöhnlich – schließlich habe ich meine Diagnose ja erst im bereits fortgeschrittenen Erwachsenenalter erhalten, und ich habe keine Ahnung, wie sich der Übergang von Jugend zu Erwachsenenalter mit Typ-1-Diabetes anfühlt. Doch die Diabetesberaterin versicherte mir, das sei kein Problem: Für die Jugendlichen sei es einfach spannend, einmal aus erster Hand zu erfahren, wie es sich als Erwachsene mit Typ-1-Diabetes lebt. Viel besser, als wenn eine Diabetesberaterin graue Theorie predigt. Okay, also einverstanden. Weiterlesen


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Geschmack? Konsistenz? Verpackung? Worauf es mir bei Traubenzucker für Hypos ankommt

Glücklicherweise gehöre ich nicht zu den Typ-Einsern, die Traubenzucker gar nicht mehr runterbringen. Für mich ist er immer noch der beste Hypohelfer. Allerdings gibt es große Unterschiede bei der Konstistenz, den Geschmacksrichtungen, Portionsgrößen, Art der Verpackung und auch den Vertriebswegen. Eine Umfrage brachte mich dazu, mal darüber nachzudenken, welche Eigenschaften der ideale Traubenzucker haben müsste.

Habt ihr euch schon mal Gedanken darüber gemacht, wie der ideale Traubenzucker beschaffen sein müsste, der euch bei einer Hypo hilft? Ich muss gestehen, dass ich mir bis vor Kurzem nicht allzu viele Gedanken dazu gemacht habe. Klar, die Verpackung sollte sich schnell öffnen lassen, er sollte möglichst lecker schmecken, sich im Mund leicht auflösen und den Blutzucker rasch anheben. Doch weiter waren meine Überlegungen nie gegangen. Bis mich vor einer Weile die Firma Sanotact über mein Blog kontaktierte und mich bat, an einer Umfrage zum Thema Traubenzucker teilzunehmen. Weiterlesen


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Tod eines Kindes mit Typ-1-Diabetes während der Klassenfahrt: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Lehrkräfte

Es gibt Recherchen, die ich nicht so einfach wegstecken kann. So ging es mir bei dieser Geschichte, die ich im Auftrag der Diabetes Zeitung recherchiert und aufgeschrieben habe. Wie interviewt man einen Mann, der vor ein paar Monaten seine Tochter verloren hat? Wir formuliert man Nachfragen zu den Dingen, die einem auf den ersten Blick komisch vorkommen? Ich hatte Herzklopfen, als ich zum vereinbarten Termin die Nummer seiner Anwältin wählte, die bei unserem Gespräch dabei war.

Wäre ich Raucherin, hätte ich nach dem Telefonat mit Kay Schierwagen und seiner Anwältin erstmal eine Zigarette gebraucht. Ich hatte von ihm zwar plausible Antworten auf alle meine Fragen bekommen, ohne dabei in irgendwelche Fettnäpfchen zu tappen und ihn unnötig psychisch zu belasten. Doch emotional hatte mich das Gespräch sehr aufgewühlt. Für den Rest des Tages war ich zu nichts mehr zu gebrauchen. Denn was Kay Schierwagen den Lehrkräften der Theo-Hespers-Gesamtschule in Mönchengladbach vorwirft, klingt so ungeheuerlich, dass man es zunächst kaum glauben mag. Weiterlesen


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Wohin mit Diabetesutensilien beim Laufen, Schwimmen, Radfahren und Tanzen?

Wer mit Typ-1-Diabetes Sport treiben möchte, sollte immer Traubenzucker oder andere schnell wirksame Kohlenhydrate greifbar haben, um eine Unterzuckerung zu vermeiden. Doch wo bringt man Hypohelfer und andere Diabetesutensilien am besten unter, ohne dass sie stören? Ich verrate euch hier mal meine bewährten Tricks für immerhin vier verschiedenen Sportarten.

Wer Typ-1-Diabetes hat, weiß meist schon, worauf bei Sport zu achten ist: Es sollte zum Trainingsbeginn möglichst kein Insulin mehr an Bord sein, außerdem darf der Glukosewert ruhig ein bisschen höher liegen als sonst – schließlich sorgt die Muskeltätigkeit in Windeseile dafür, dass überschüssiger Zucker verbrannt wird. Für mich als Morgensportlerin bedeutet das, dass ich frühestens drei bis vier Stunden nach dem Frühstücksbolus mit dem Training anfange – und beim Frühstück vorausschauend schon eine Einheit Insulin weniger gespritzt habe als sonst. Wenn alles gut geht, liegt mein Glukosewert dann zu Beginn meiner Sporteinheit bei 180 mg/dl. Mit ein bisschen Glück und bei gutem Trainingszustand reicht dieser Wert für etwa eine Stunde Sport, ohne dass ich etwas Süßes zu mir nehmen muss. Doch natürlich achte ich darauf, für den Notfall immer Traubenzucker und/oder ein Sportgel bei mir zu haben – ebenso wie mein Smartphone bzw. Lesegerät, damit ich jederzeit die Glukosewerte meines Freestyle Libre-Sensors auslesen kann.

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Motivation für Sport: Machen ist wie wollen – nur krasser!

Es wäre ein Leichtes, alles auf den Diabetes zu schieben. Immerhin funkt der nur zu gern dazwischen, wenn man eigentlich gerade ins Fitnessstudio oder auf die Laufstrecke will. Doch es war nicht der Diabetes, der mir diesen Sommer die sportliche Motivation geraubt hat. Sondern eine lange Liste ganz anderer Dinge, vor denen nun einmal auch Menschen mit Diabetes nicht verschont bleiben.

Die Sonne scheint, es steht kein fester Termin an, der Schrittzähler ruft… eigentlich eine perfekte Gelegenheit, die Laufschuhe zu schnüren. Doch Moment – da ist noch Insulin an Bord, das Frühstück gerade mal zwei Stunden her. Es wäre zu riskant, jetzt schon laufen zu gehen. Ich könnte unterzuckern, müsste vielleicht tonnenweise Traubenzucker in mich hineinschaufeln. Also warte ich lieber noch ein bisschen, bis der Diabetes grünes Licht für Sport gibt. Dummerweise haben sich bis dann häufig Regenwolken am Himmel aufgetürmt und das Telefon klingelt in einer Tour. Doch kein Sport. An solchen Tagen ist der Schuldige ganz einfach zu identifizieren: Der blöde Diabetes ist es, der mir einen Strich durch die Rechnung macht und mich am Sporteln hindert. Weiterlesen