Süß, happy und fit

Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes


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12. Diabetes-Jubiläum – dieses Mal in Corona-Quarantäne

Heute vor exakt zwölf Jahren habe ich die Diagnose Typ-1-Diabetes erhalten. In den vergangenen Jahren habe ich zu diesem Anlass Blogbeiträge veröffentlicht, in denen ich von meiner Diagnose und der unmittelbaren Zeit danach erzählt habe. Oder in Zahlen dargestellt habe, was Diabetes für mich bedeutet. Oder euch das besondere Geschenk gezeigt habe, das ich mir 2021 zu meinem Diaversary bereitet habe.

Dieses Jahr verbringe ich den Jahrestag meiner Diagnose mit einem Virus, denn ich habe mich mit SARS-Cov-2 (Untergattung Omikron) infiziert. Statt Sektkorken lasse ich in diesem Jahr also den Schraubverschluss der Hustensaftflasche knallen. Und erzähle euch mal ein bisschen, wie es mir mit Corona so geht. Eins vorweg: Es ist – nicht zuletzt dank dreimaliger Impfung – ein milder Verlauf.

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Wieviel Müll verursacht meine Diabetestherapie?

Immer mehr Menschen veruchen, nachhaltige Konsumentscheidungen zu treffen und unnötigen Abfall zu vermeiden. So langsam schwappt dieser Trend auch in den Medizinbereich hinüber. Bevor ich mir Gedanken über Müllvermeidung mache, will mir aber erst einmal einen Überblick verschaffen, wieviel Diabetesmüll bei mir durch meine sensorgestützte ICT eigentlich zusammenkommt.

Es hat zwar länger gedauert als in anderen Branchen, doch so langsam entdeckt auch die Medizin das Thema Nachhaltigkeit. Das kommt nicht von ungefähr, denn Berechnungen zufolge ist der Gesundheitssektor in westlichen Industrienationen für 5 bis knapp 10 Prozent der Co2-Emissionen verantwortlich. Kliniken, Arztpraxen und auch wir Patientinnen und Patienten sind also aufgefordert, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

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Silvester-Menü: „Ist das nicht schön, dass wir so einen Insulinpen haben?“

Frohes neues Jahr euch allen! Ich hoffe, ihr seid gemütlich und vergnügt reingerutscht und blickt zuversichtlich auf 2022. Wir hatten gestern Abend einen Tisch in einem hiesigen Restaurant reserviert, wo uns fünf leckere Gänge serviert wurden. Und wo ich kurz vor Schluss die Bekanntschaft mit einem Herrn mit Typ-2-Diabetes machen durfte, der sich freute, noch jemanden mit Diabetes zu treffen.

Nun war es also schon das dritte Silvester in Folge ohne Party: 2019 hatten wir Karten für eine große Sause zum Jahreswechsel, doch dann war Christoph erkältet und damit nicht tanztauglich. 2020 hingen wir wieder zu zweit auf dem Sofa, die Highlights des Abends waren ein Familientreffen via Zoom und die Übertragung der VR-Show von Jean Michel Jarre aus Notre Dame. Dieses Jahr war wegen Corona wieder keine große Party angesagt, aber wir wollten wenigstens ein bisschen unter Leute und uns kulinarisch verwöhnen lassen.

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Sensible und empathische Kommunikation: Die Bewegung nimmt an Fahrt auf!

Als ich 2019 den DDG-Medienpreis für meinen Beitrag über #LanguageMatters gewonnen habe, löste das zunächst eine kleine Welle des Interesses aus. Nachdem sie verebbt war, verschwand das Thema leider wieder in der Versenkung. Doch nun ist es wieder aufgetaucht – und scheint tatsächlich an Fahrt aufzunehmen.

Es ging im Frühjahr los. Ich erhielt eine Anfrage, ob ich Lust hätte, bei der diesjährigen JAPED Ende Juni – also der gemeinsamen Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Diabetologie (AGPD) und der Deutschen Gesellschaft für Kinderendokrinologie und -diabetologie (DGKED) – einen Vortrag über sensible Sprache und Kommunikation bei Diabetes zu halten. Ein virtueller Kongress, bei dem sich Kinderdiabetolog:innen und Kinderärzt:innen, aber auch nichtärztliche Mitglieder von Diabetesteams tummeln. Natürlich sagte ich zu.

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Neulich beim DEEP Talk in Mainz: Es sind nicht immer die Kohlenhydrate…

Wer noch nicht allzu viel Insiderwissen in Sachen Diabetes hat, neigt dazu, jegliche Ausreißer immer auf die Kohlenhydrate zu schieben. Falsch berechnet, verschätzt, für den Nachschlag kein Insulin gespritzt… Klar, das kommt vor. Aber es gibt auch jede Menge andere Faktoren, die den Glukoseverlauf beeinflussen. Bei einem Kurzvortrag in Mainz bei Novo Nordisk vergangene Woche habe ich einige davon aufgezählt – der Talk wurde live gestreamt und ist nun auch dauerhaft online verfügbar.

Vorletzte Woche war ich so intensiv auf Tour wie schon sehr lange nicht mehr: Am Donnerstag fuhr ich mit der Bahn nach Mainz zu einem „DEEP Talk“ bei Novo Nordisk.* Von dort aus am Freitag weiter nach Jena, wo ich bei einer Diabetestagung einen Vortrag zum Thema ‚Sensible Sprache bei Diabetes‘ halten sollte. So viele Bahnkilometer habe ich schon sehr lange nicht mehr in so kurzer Zeit verfahren! Über den zweiten Teil meiner Reise werde ich in den nächsten Tagen noch ausführlich berichten. Heute ist erst einmal mein Trip nach Mainz an der Reihe.

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100 Jahre Insulin: Ein Geburtstag mit vielen Gänsehautmomenten

Der Festakt von DiabetesDE anlässlich dieses historischen Meilensteins ist zwar schon einen Monat her, aber für mich ist eigentlich dieses ganze Jahr ein Festjahr, in dem ich mehr als ohnehin schon jeden Tag dankbar für die großartige Entdeckung des Arztes Frederick Banting und des Biochemikers Charles Best bin.

Am 24. Juli 2021 kamen in Berlin Menschen aus der Diabetesszene zusammen – wenn auch nicht ganz so viele, wie man sonst zu einem solch großen Anlass eingeladen hätte. Doch immerhin – es war die erste Präsenzveranstaltung von DiabetesDE seit Beginn der Corona-Pandemie vor anderthalb Jahren.

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Diabetes ist… wie den ganzen Tag einen Ballon in der Luft balancieren

Die meisten Menschen wissen nicht viel darüber, was das Leben mit Diabetes bedeutet. Manchen ist vielleicht bekannt, dass man regelmäßig den Blutzucker checken und ggf. Insulin spritzen muss. Doch wie sich das im Alltag anfühlt und wieviel Aufmerksamkeit der Diabetes in Anspruch nimmt, können nur die wenigsten nachfühlen. Und genau darum geht es bei der #blueballoonchallenge!

Ich bin ein bisschen spät dran mit meinem Beitrag zu dieser coolen Challenge von #dedoc. Aber egal, nun bin ich dabei! Beim (leider sehr flüchtigen) Lesen der ersten Infomail hatte ich zunächst gedacht, dabei gehe es um eine Aktion, bei der Menschen mit Diabetes gasgefüllte blaue Ballons steigen lassen, um auf die Herausforderungen des Lebens mit Diabetes hinzuweisen. Das gefiel mir nicht, weil solche Luftballons nun einmal irgendwann wieder zurück auf die Erde fallen und dann gern als Müll irgendwo im Gebüsch hängenbleiben. Tja, hätte ich die Mail nur ein ganz bisschen aufmerksamer gelesen, wäre mir aufgegangen, dass es genau darum NICHT geht. 🙂

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Wenn Diadocs sich im Ton vergreifen – Reaktionen auf meinen letzten Beitrag zu #LanguageMatters

Auf meinen Beitrag neulich – Stichwort ‚der schwer einstellbare Diabetespatient mit der Cola‘ – gab es eine ganze Reihe Rückmeldungen. Auch mit persönlichen Geschichten von Menschen, deren Diabetologen sie in schwierigen Phasen ebenfalls mit Vorwürfen und Kritik überhäuften anstatt Empathie zu zeigen und gemeinsam nach einer machbaren Lösung zu suchen. Ich stelle euch heute zwei dieser Geschichten vor und erzähle euch auch von dem Kommentar eines Arztes, der mich sehr gefreut hat.

Alle drei Beiträge zeigen, dass empathische Kommunikation kein flauschig-esoterischer Schnickschnack ist, sondern dass sie tatsächlich über Erfolg oder Misserfolg der Therapie entscheiden kann. Wenn Ärztinnen und Ärzte keine Bereitschaft zeigen, sich für die individuelle Lage ihrer Patientinnen und Patienten zu interessieren und ihnen bei Problemen grundsätzlich Faulheit, Dummheit, mangelnde Motivation oder gar bösen Willen unterstellen, dann werden sie kaum die Menschen sein, an die man sich in einer schwierigen Situation wenden mag.

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Happy Diaversary to me – mit einem ganz besonderen Geschenk!

Mein Diabetes-Jahrestag rückt näher. Seit ich am 30. März 2010 die Diagnose Typ-1-Diabetes erhalten habe, sind mittlerweile schon elf Jahre vergangen. In diesem Jahr mache ich mir selbst anlässlich meines Diaversary ein ganz besonderes Geschenk: einen handgefertigten Gold-Anhänger in Form des Blue Circle, dem internationalen Symbol für Diabetes und die Diabetes-Community.

Vielleicht erinnert ihr euch ja noch, dass ich zum Weltdiabetestag im vergangenen November ein Foto meines Dekolleté gepostet habe, in dem ein solcher Blue Circle an einer Kette hing. Allerdings handelte es sich bei dem Anhänger „nur“ um den blauen Ring, den ich von meinem Diaversary-Pin abgeknipst hatte, damit ich ihn an eine Kette hängen und um den Hals tragen kann.

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Der „schwer einstellbare Patient“, der mit Colaflasche ins Sprechzimmer kommt

Ich war mal wieder auf Twitter. Das kommt in letzter Zeit nicht allzu häufig vor. Zu viel Corona, zu viel Streit, zu viel Häme, jeder weiß alles besser – ihr wisst schon. Mir ist es derzeit lieber, mich aus den vielen mit großer Inbrunst geführten Diskussionen in den sozialen Medien rauszuhalten, vor allem um meines eigenen Seelenfriedens willen. Doch dann las ich beim Scrollen einen Tweet, den ich nicht unkommentiert lassen konnte. Stichwort: #LanguageMatters!

Der Tweet ging so: „Der Diabetespatient, der schwer einzustellen ist und wieder einmal wegen seiner abgedreht hohen Zuckerwerte einbestellt wurde, nimmt im Sprechzimmer Platz. Die ihn begleitende Literflasche Cola stellt er unbekümmert auf den Tisch.“ Er stammt von einer Userin, die sich Doc Frauke nennt, laut ihrem Twitter-Profil ‚Haus- und Internetärztin, Medizinjournalistin, Moderatorin, Sängerin, Fußballfan, Börsenfreak, Mensch‘. Ich weiß nicht, welche Intention hinter ihrem Tweet stand. Vielleicht war er als Auftakt zu einer ‚Black Story‘ zu verstehen? Also quasi der Schlusssatz zu einem dramatischen Kriminalfall, dessen Vorgeschichte nun die Follower erraten mussten?

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