Süß, happy und fit

Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes


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Corona stellt alltägliche Gewohnheiten auf den Kopf – auch in Sachen Sport

Es soll ja Leute geben, die haben mit Beginn der Corona-Pandemie ihre Lust am Laufen entdeckt. Oder am Spazierengehen, überhaupt an Sport und Bewegung. Mir hingegen fiel es in den vergangenen Monaten eher schwer, mich zu sportlichen Aktivitäten zu motivieren, obwohl es eigentlich keine rationalen Gründe dafür gab.

Mir persönlich hat die Corona-Pandemie viel weniger abverlangt als manch anderen Leuten. Ich arbeite sowieso vom heimischen Schreibtisch aus, musste mich also nicht erst an das Home Office gewöhnen. Meine Auftragslage als freie Medizinjournalistin veränderte sich infolge der Pandemie nicht, ich saß also nicht frustriert zu Hause und starrte Löcher in die Luft. Doch es gab natürlich eine Reihe von Veränderungen: Medizinkongresse und Pressekonferenzen fielen aus, manche von ihnen wurden durch virtuelle Veranstaltungen ersetzt. Restaurantbesuche, Konzerte und Verabredungen mit Freundinnen und Freunden gab es natürlich auch erst einmal nicht. Aber insgesamt hielt sich mein Leidensdruck in Grenzen. Wenn der eigene Alltag durch Corona also nicht in eine dramatische Schieflage gerät, sollte man eigentlich meinen, dass in Corona-Zeiten auch die sportliche Motivation unverändert hoch ist.

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Vorbild oder Stressfaktor? Was ein Marathon-Weltrekord mit glatten Glukoseverläufen zu tun hat

Wer sich in den sozialen Medien tummelt, stößt immer wieder mal auf Bilder von nahezu geraden Glukoseverläufen oder beinahe 100 Prozent Zeit im Zielbereich (time in range, TIR). Tolle Sache – aber wie wirken sie auf jene, denen das Diabetesmanagement nicht so gut gelingt? Auf mich haben diese Bilder denselben Effekt wie Rekordmeldungen aus dem Spitzensport – etwa als der Laufstar Eliud Kipchoge im Oktober 2019 in Wien die Marathondistanz in unter zwei Stunden bewältigte.

Seit einer Weile folge ich auf Facebook dem Chefredakteur der Lauf-Zeitschrift „Runners World“, Martin Grüning. Er nutzt seine Facebook-Präsenz immer wieder für Umfragen unter den Leserinnen und Lesern. Vor einer Weile lautete seine Frage: „Wie wichtig sind die Laufstars und ihre Laufrekorde für unseren Sport? Sind Sie eine Inspiration? Braucht es nicht Vorbilder?“ Ich fühlte mich gleich von dieser Frage angesprochen. Denn ich hatte im Oktober 2019 mitgefiebert, als der kenianische Top-Läufer Eliud Kipchoge in Wien als erster Mensch die Marathondistanz von 42,195 Kilometern in unter zwei Stunden lief. Wenn ich mir das Finish seines Rennens auf Youtube anschaue, habe ich auch heute wieder Gänsehaut. Weiterlesen


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Laufen gegen den ärztlichen Rat – die Sache mit der „Compliance“

Mindestens sechs Monate lang habe ich meine Laufschuhe nicht genutzt. Habe weder eine kurze Hausrunde gedreht, noch für eine Laufveranstaltung trainiert. Schuld war weniger Corona als meine linke Ferse, die infolge eines Knick-Senkfußes ungefähr seit Sommer 2019 schmerzt.

Natürlich war ich damit irgendwann bei einem Orthopäden. Der verschrieb mir Einlagen und mahnte, ich solle erst wieder mit dem Laufen beginnen, wenn die Ferse überhaupt nicht mehr weh tut. Ich hatte hier schon ein bisschen über diese aktuellen Zipperlein gejammert. So richtig weg sind die Schmerzen immer noch nicht. Doch nun habe ich mich dem Rat dieses Arztes widersetzt und war Laufen. Und Halleluja, mein Fuß scheint mir diese fehlende „Compliance“ zu verzeihen! Weiterlesen


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Was Jugendliche mit Typ-1-Diabetes auf dem Weg ins Erwachsenenleben bewegt

Auf Fachkongressen habe ich schon häufiger darüber gehört, dass es für Jugendliche mit Typ-1-Diabetes nicht leicht ist, von der kinderdiabetologischen Einrichtung in eine „normale“ diabetologische Schwerpunktpraxis für Erwachsene zu wechseln. Welche Gedanken sich manche von ihnen über ihren Weg ins Erwachsenenleben mit Diabetes machen, habe ich diese Woche bei einem Schulungsabend erlebt.

Vor einer Weile erreichte mich die Anfrage einer Diabetesberaterin aus Hamburg, die in einem Kinderkrankenhaus Kids und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes betreut und schult. Ob ich nicht einmal zu einem ihrer Schulungsabende vorbeikommen und über mein Leben als Erwachsene mit Typ-1-Diabetes erzählen könne. Ich fand diese Bitte zunächst etwas ungewöhnlich – schließlich habe ich meine Diagnose ja erst im bereits fortgeschrittenen Erwachsenenalter erhalten, und ich habe keine Ahnung, wie sich der Übergang von Jugend zu Erwachsenenalter mit Typ-1-Diabetes anfühlt. Doch die Diabetesberaterin versicherte mir, das sei kein Problem: Für die Jugendlichen sei es einfach spannend, einmal aus erster Hand zu erfahren, wie es sich als Erwachsene mit Typ-1-Diabetes lebt. Viel besser, als wenn eine Diabetesberaterin graue Theorie predigt. Okay, also einverstanden. Weiterlesen


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Bald bin ich 50 – und der Diabetes ist nicht mein größtes Gesundheitsproblem

Für alle, bei denen mein Geburtstag nicht als wiederkehrendes Ereignis im Kalender steht: Am 2. März jährt sich der Tag, an dem ich ins Leben trat. Und dieses Jahr wird das nun schon ein halbes Jahrhundert her sein. Ich habe nie geglaubt, dass sich mit zunehmendem Alter quasi automatisch bestimmte Zipperlein einstellen. Doch nach mittlerweile 3 Terminen beim Orthopäden seit November gerate ich mit dieser Überzeugung gerade ein bisschen ins Wanken.

Tatsache ist: Seit einer ganzen Weile ist der Diabetes nicht mein größtes gesundheitliches Problem. Natürlich ist er immer noch die Sorte „schlimme Diabetis, wo man spritzen muss“, wie man gemeinhin sagt. Doch er läuft halt ohne große Anstrengung nebenher, und ich muss ihm vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit widmen. Es gelingt mir ohne große Mühe, meine Glukosewerte zu 80 bis 90 Prozent im Zielbereich (70 bis 180 mg/dL) zu halten, mein HbA1c-Wert liegt seit geraumer Zeit stabil bei 6,3 Prozent. Dass ich mich seit einer Weile trotzdem nicht gesund und fit fühle, liegt an meinem Bewegungsapparat. Weiterlesen


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Wohin mit Diabetesutensilien beim Laufen, Schwimmen, Radfahren und Tanzen?

Wer mit Typ-1-Diabetes Sport treiben möchte, sollte immer Traubenzucker oder andere schnell wirksame Kohlenhydrate greifbar haben, um eine Unterzuckerung zu vermeiden. Doch wo bringt man Hypohelfer und andere Diabetesutensilien am besten unter, ohne dass sie stören? Ich verrate euch hier mal meine bewährten Tricks für immerhin vier verschiedenen Sportarten.

Wer Typ-1-Diabetes hat, weiß meist schon, worauf bei Sport zu achten ist: Es sollte zum Trainingsbeginn möglichst kein Insulin mehr an Bord sein, außerdem darf der Glukosewert ruhig ein bisschen höher liegen als sonst – schließlich sorgt die Muskeltätigkeit in Windeseile dafür, dass überschüssiger Zucker verbrannt wird. Für mich als Morgensportlerin bedeutet das, dass ich frühestens drei bis vier Stunden nach dem Frühstücksbolus mit dem Training anfange – und beim Frühstück vorausschauend schon eine Einheit Insulin weniger gespritzt habe als sonst. Wenn alles gut geht, liegt mein Glukosewert dann zu Beginn meiner Sporteinheit bei 180 mg/dl. Mit ein bisschen Glück und bei gutem Trainingszustand reicht dieser Wert für etwa eine Stunde Sport, ohne dass ich etwas Süßes zu mir nehmen muss. Doch natürlich achte ich darauf, für den Notfall immer Traubenzucker und/oder ein Sportgel bei mir zu haben – ebenso wie mein Smartphone bzw. Lesegerät, damit ich jederzeit die Glukosewerte meines Freestyle Libre-Sensors auslesen kann.

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Motivation für Sport: Machen ist wie wollen – nur krasser!

Es wäre ein Leichtes, alles auf den Diabetes zu schieben. Immerhin funkt der nur zu gern dazwischen, wenn man eigentlich gerade ins Fitnessstudio oder auf die Laufstrecke will. Doch es war nicht der Diabetes, der mir diesen Sommer die sportliche Motivation geraubt hat. Sondern eine lange Liste ganz anderer Dinge, vor denen nun einmal auch Menschen mit Diabetes nicht verschont bleiben.

Die Sonne scheint, es steht kein fester Termin an, der Schrittzähler ruft… eigentlich eine perfekte Gelegenheit, die Laufschuhe zu schnüren. Doch Moment – da ist noch Insulin an Bord, das Frühstück gerade mal zwei Stunden her. Es wäre zu riskant, jetzt schon laufen zu gehen. Ich könnte unterzuckern, müsste vielleicht tonnenweise Traubenzucker in mich hineinschaufeln. Also warte ich lieber noch ein bisschen, bis der Diabetes grünes Licht für Sport gibt. Dummerweise haben sich bis dann häufig Regenwolken am Himmel aufgetürmt und das Telefon klingelt in einer Tour. Doch kein Sport. An solchen Tagen ist der Schuldige ganz einfach zu identifizieren: Der blöde Diabetes ist es, der mir einen Strich durch die Rechnung macht und mich am Sporteln hindert. Weiterlesen


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8 triftige Gründe, warum ich nicht mehr beim Hamburger Triathlon antreten werde

Seit 2013 bin ich bis auf eine Ausnahme jedes Jahr beim Hamburger Triathlon angetreten. Ich muss zugeben: Ohne diese Veranstaltung wäre ich wohl nie angefixt worden und würde mich heute nicht für Triathlon interessieren. Doch die Abzocke bei diesem kommerziellen Groß-Event hat inzwischen Ausmaße angenommen, dass ich künftig keinen Startplatz beim Hamburger Triathlon mehr haben möchte.

Irgendwann gibt es den einen Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Dieser Punkt war vor zwei Wochen bei mir erreicht, als ich beim Hamburger Triathlon in der Volksdistanz angetreten bin und mich mehrfach über die unverschämte Abzocke bei diesem Event geärgert habe. Weiterlesen


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Swim, bike, run – Triathlon beim kühlem Nieselpiesel in Hamburg

Bei Sonne und etwas höheren Temperaturen macht es eindeutig mehr Spaß, in der Alster zu schwimmen, durch die Hafencity und über die Reeperbahn zu radeln und durch die Hamburger City zu laufen. Aber man kann sich das Wetter nun einmal nicht aussuchen – ebenso wenig wie die Kapriolen, die der Blutzucker am Wettkampftag veranstaltet.

Eigentlich hatte ich mir für den diesjährigen Hamburger Triathlon am ersten Juliwochenende ja vorgenommen, erstmals in der Olympischen Distanz zu starten. Meine sportlichen Erfolge und meine richtig coole Trainingsmotivation von 2018 (persönliche Bestzeit in der Volksdistanz beim Hamburger Triathlon, der erste Halbmarathon in Amsterdam) hatten mich – vielleicht ein bisschen leichtsinnig – motiviert, mir ein neues sportliches Ziel zu stecken. Bei der Olympischen Distanz im Triathlon geht es um 1500 Meter Schwimmen (statt 500 in der Volksdistanz), 40 (statt 20) Kilometer Radfahren und 10 (statt 5) Kilometer Laufen. Wow, ganz schön happig – aber es sollte zu schaffen sein, oder? Ich meldete mich an. Weiterlesen


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#FitnessFueledT1d – das war meine Woche in der aktuellen Community-Challenge!

Habt ihr in der vergangenen Woche auch die Challenge in der Diabetes-Community verfolgt, die Lisa und Ramona von den Nachbar-Blogs Lisabetes und TattoosTravelTypeOne initiiert haben? Unter dem Hashtag #FitnessFueledT1d haben eine ganze Menge Typ-Einser jeden Tag über ihre Erfahrungen zum Thema „Sport mit Diabetes“ berichtet.

Klar, dass ich bei so einer Challenge mit dabei bin! Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmam bei Lisa und Ramona für diese coole Initiative bedanken. Die Challenge hat gezeigt, dass eine ganze Menge von uns sportlich aktiv sind und sich von ihrem Typ-1-Diabetes nicht davon abhalten lassen. Außerdem praktizieren wir enorm viele verschiedene Sportarten – die beim Diabetesmanagement mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen und mindestens ebenso vielen möglichen Lösungsanästzen einhergehen. Weiterlesen