Süß, happy und fit

Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes


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Nationale Diabetesstrategie: „Der Killer Nummer eins in unserem Land ist Diabetes!“

Wenn Menschen beim Stichwort Diabetes denken „ach, das bisschen Zucker…“, dann läuft etwas falsch. Genau deshalb haben Experten in den vergangenen Jahren immer wieder darauf gedrängt, einen nationalen Diabetesplan zu verabschieden. Im aktuellen Koalitionsvertrag taucht nun endlich das Stichwort „nationale Diabetesstrategie“ auf – sehr zur Freude aller Beteiligten, die bei der Veranstaltung „Diabetes 2030“ in Berlin über die Zukunft der Diabetesversorgung diskutiert haben.

Der Koalitionsvertrag war noch gar nicht unter Dach und Fach, da wurde er schon in den höchsten Tönen gelobt: „Es ist grandios, dass die Nationale Diabetesstrategie im Koalitionsvertrag steht. Wir haben fünf Jahre darauf hingearbeitet und werden nun darauf dringen, dass das auch verbindlich umgesetzt wird“, sagte Prof. Dirk-Müller-Wieland, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), am 1. März 2018 in Berlin. Anlass war die Veranstaltung „Diabetes 2030“, zu der das dänische Pharmaunternehmen Novo Nordisk Fachleute aus der Wissenschaft, aus der diabetologischen Versorgung, aus den Krankenkassen, aus der Politik, aus der Versorgungsforschung und aus der Medienlandschaft eingeladen hatte. Weiterlesen


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Was ältere Menschen mit Typ-1-Diabetes (bald hoffentlich nicht mehr) im Krankenhaus erleben können…

Demnächst soll eine neue Leitlinie zur Behandlung von Diabetes mellitus im Alter erscheinen, die Ärztinnen und Ärzten Empfehlungen für die Therapie und damit mehr Handlungssicherheit gibt. Was daran neu ist: Diese Leitlinie wird erstmals auch Empfehlungen für die Therapie älterer Menschen mit Typ-1-Diabetes enthalten.

Menschen mit Typ-1-Diabetes erreichen mittlerweile dank der besseren Therapiemöglichkeiten häufig ein stattliches Alter, und ihre Lebenserwartung unterscheidet sich gar nicht mehr so stark von der stoffwechselgesunder Menschen. Und trotzdem herrscht in der Öffentlichkeit noch immer das Bild vor, dass Typ-1-Diabetes eine Kinder- und Jugenderkrankung ist. Erschreckenderweise gilt dies auch für den Medizinbetrieb: Auch in der Welt vieler Ärztinnen und Ärzte werden alte Menschen mit Diabetes häufig automatisch in die Schublade „Typ-2-Diabetes“ einsortiert. Und wie man Menschen mit Typ-1-Diabetes im fortgeschrittenen Lebensalter behandelt, dazu gab es bislang keinen Konsens unter den Experten. Weiterlesen


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Jahresrückblick 2017: Von Diabetes über Schilddrüse, Rennradsturz und Kongressen bis zum Buchmanuskript

Meine gestrige Bilanz nach 3 Tagen Demo-Pod ist dieser Tage ein bisschen mau. Zum Jahresende müssen 365-Tages-Bilanzen her, basta. Ich finde es schön, noch einmal zurückzublicken und die Ereignisse eines Jahres in Worten zusammenzufassen. Man vergisst ja so vieles unterwegs… In diesem Sinne: Hier meine Hoch- und Tiefpunkte in meinem (Diabetes-)Jahr 2017!

In Sachen Gesundheit gab es 2017 bei mir leider ein paar unschöne Entwicklungen. So wurde bei mir im April eine Schilddrüsenüberfunktion festgestellt, wie sie typisch für den Start einer Hashimoto-Unterfunktion ist. Es folgten Termine beim Endokrinologen und beim Diadoc zur beinahe monatlichen Blutentnahme, verschiedene Antikörpertests und Ultraschalluntersuchungen sowie zunächst viel Hin und Her zwischen den beiden Verdachtsdiagnosen Morbus Basedow und Hashimoto. Weiterlesen


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Raus aus der Tabuzone: Wir reden jetzt über Diabetes und weiblichen Zyklus!

Ich bin sehr dankbar, dass Tine beim Diabetes Barcamp eine Session zum Thema „(Bloody) Hell?! – Diabetes und Zyklus“ angeregt hat. Denn auf diesem Gebiet ergibt sich für mich persönlich dank Hormonspirale, Schilddrüsenerkrankung und möglicherweise anstehenden Wechseljahren aktuell gerade eine ganze Reihe von Fragen.

Es ist noch nicht lange her, da schilderte ich hier unter dem Titel „50 Shades of Sweat“ , mit welchen verschiedenen Sorten von Schweißausbrüchen ich es neuerdings zu tun habe. Meine Situation damals: Meine Schilddrüse verabschiedete sich gerade langsam aus ihrer vorübergehenden Überfunktion, wie sie für eine Hashimoto-Unterfunktion zu Beginn typisch ist. Eine überaktive Schilddrüse kann einem gelegentlich heftige nächtliche Hitze-Flashs und damit verbundene Schweißausbrüche bescheren. Parallel dazu hatte ich mir im Sommer bei meinem letzten Gynäkologen-Termin turnusmäßig meine Hormonspirale ziehen lassen, mit der ich in den vergangenen fünf Jahren verhütet hatte. Weiterlesen


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Typ-1-Diabetiker haben beim Sport nur selten Angst vor Hypos – und ansonsten dieselben Ausreden wie alle anderen…

Diabetologen neigen dazu, nur Typ-2-Diabetikern mehr Bewegung zu empfehlen, um die Blutzuckerwerte in Schach zu halten. Dabei ist Sport auch bei Menschen mit Typ-1-Diabetes ein Segen für die Blutzuckerwerte, davon kann ich ganze Arien singen. Doch wie aktiv sind Typ-1-Diabetiker eigentlich? Das wurde in der winMove Studie untersucht, die bei der DDG-Jahrestagung im Mai 2017 in Hamburg vorgestellt wurde.

Dr. Meinolf Behrens aus Minden präsentierte die Ergebnisse der Studie „winMove“, an der bundesweit 34 Diabetesschwerpunktpraxen mit durchschnittlich je 110 Patienten teilgenommen haben. Bringen wir also erst einmal das nüchterne Zahlenwerk hinter uns: Insgesamt konnten 3.755 Fragebögen von Patienten mit Typ-1-Diabetes ausgewertet werden. Sie wurden verglichen mit der DEGS1-Studie, in der 2013 neben anderen Daten zur Gesundheit auch der Aktivitätslevel von Erwachsenen in Deutschland untersucht worden war. Die traurige Erkenntnis: Der DEGS1-Studie zufolge gelingt es 80 Prozent der Erwachsenen in Deutschland nicht, die von der WHO empfohlene Mindestaktivitätszeit von 2,5 Stunden pro Woche in mäßig anstrengender Intensität zu erreichen. Weiterlesen


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Diabetes-Nostalgie: Kurz mal zurück in Hamburg-Langenhorn

Beim Diabeteslauf der Deutschen Diabetes Gesellschaft DDG, über den ich schon bei der Blood Sugar Lounge berichtet habe, traf ich überraschend meinen ersten Diabetologen, der mich zusammen mit seinem Praxisteam in der ersten Zeit nach meiner Diagnose betreut hat. Und dann war ich am Wochenende sogar selbst mal wieder kurz in meiner alten Heimat Hamburg-Langenhorn – und wurde prompt ein bisschen nostalgisch…

Es war für mich nicht weiter überraschend, dass ich beim Diabeteslauf der DDG allen möglichen Diabetologen in Laufhosen begegne, die ich zuvor in den Vortragssälen mit Anzug und Krawatte auf dem Podium gesehen hatte. Auch dass mein Diabetologe aus Elmshorn mitlaufen würde, hätte ich ahnen können, denn die Praxis am Hogenkamp tritt ab und an auch beim Hamburger Marathon mal mit einem Staffelteam an, hat also ein Faible für’s Laufen. Doch auf einmal sah ich in der Menge auch meinen ersten Diabetologen aus Hamburg-Langenhorn zusammen mit seiner Frau, die als Diabetesberaterin in seiner Praxis mitarbeitet. Weiterlesen


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Diabetes-Kongress der DDG: Was ist die Aufgabe von Selbsthilfe? Und was leisten Diabetesblogs?

Am Freitag habe ich beim Diabetes-Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) eine spannende Sitzung zum Thema „Selbsthilfe“ besucht. Was kann Selbsthilfe leisten? Wer nutzt die Angebote von Selbsthilfegruppen? Welchen Stellenwert hat die Selbsthilfe im Internet? Die Diskussion war gegen Ende durchaus kontrovers und mündete in der interessanten Frage, ob Diabetesblogs in irgendeiner Form wissenschaftlich zertifiziert sein sollten.

Beim Stichwort „Selbsthilfegruppe“ denken die meisten Jüngeren von uns (zu denen ich mich mit meinen 47 Jahren übrigens auch zähle) an langweilige Kaffeekränzchen mit Diätkeksen, bei denen ältere Typ-2-Diabetiker sich über ihre Gebrechen und das Kantinenessen beim letzten Krankenhausaufenthalt austauschen. Also nichts, womit sich ein jüngerer Mensch identifizieren könnte, der „nur“ mit einem Typ-1-Diabetes gestraft ist, den man ihm im Alltag aber nicht zwingend anmerkt.  Weiterlesen