Süß, happy und fit

Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes


Ein Kommentar

10 Gründe, warum ich keine Lust auf einen Testlauf mit Lyumjev habe

Seit September 2020 ist das neue Mahlzeiteninsulin ultra rapid lispro (kurz: URLi) von Fa. Eli Lilly in Deutschland unter dem Handelsnamen Lyumjev erhältlich. Und seither scheint fast jeder in der Community heiß darauf zu sein, das neue Zeug auszuprobieren. Warum also habe ich keinen Drang, Lyumjev zu testen?

Ich bin nun einmal in mich gegangen und habe über genau diese Frage nachgedacht. Und bin tatsächlich auf 10 Gründe für mein eher lahmes Interesse an dem neuen Insulin gestoßen. Ob es gute Gründe sind, wird wohl jeder anders sehen. 🙂

Weiterlesen


3 Kommentare

Warum manche Menschen (mit oder ohne Diabetes) früher gegen Corona geimpft werden

Heute schreibe ich über Impfneid. Ich finde, das ist ein ziemlich hässliches Thema. Klar, niemand möchte sich gern mit Corona infizieren. Alle haben mehr oder weniger Angst davor, was die Krankheit mit ihnen anstellen, welche Langzeitfolgen sie nach sich ziehen könnte. Es ist also verständlich, wenn Menschen gern möglichst früh gegen das Virus geimpft werden möchten.

Aber weil Impfstof (noch) knapp ist, haben manche Leute etwas seltsame Vorstellungen davon, wer zuerst geimpft werden sollte und wer sich noch ein wenig gedulden sollte. In den vergangenen Wochen ist mir bei meinen Streifzügen durch’s Netz bzw. durch die sozialen Medien zweierlei aufgefallen: Zum einen scheinen viele die Vorstellung zu haben, dass eine Impfung eine „Belohnung“ für besondere Verdienste ist. Und zum anderen gibt es die Meinung, dass Menschen, die sich in der Vergangenheit vielleicht nicht so gewissenhaft um ihre eigene Gesundheit gekümmert haben, eine frühzeitige Impfung nicht „verdient“ haben.

Weiterlesen


Ein Kommentar

Grippeimpfung für Risikogruppen: Wär halt schön, wenn es Impfstoff gäbe!

Eine Impfung gegen das Influenzavirus gehört für mich seit vielen Jahren zur Herbst-Routine. Ich hatte ein einziges Mal in meinem Leben eine echte Grippe – noch vor meiner Diagnose Typ-1-Diabetes – und möchte so etwas nicht noch einmal erleben.

In diesem Jahr wird die Grippeimpfung den bekannten Risikogruppen (über 60-Jährige, Schwangere, Menschen mit chronischen Erkrankungen und medizinisches Personal) noch einmal deutlich eindringlicher empfohlen als sonst. Man möchte möglichst viele schwere Influenza-Verläufe und damit Engpässe in Krankenhäusern vermeiden, wenn Corona im Herbst und Winter vielleicht noch einmal heftig zuschlägt. Allerdings ist es dieses Jahr gar nicht so leicht, an eine Grippeimpfung heranzukommen. Bei meiner Diabetespraxis und auch bei meinem Hausarzt wurde ich schon auf Ende Oktober / Anfang November vertröstet, weil aktuell alle Impfdosen aufgebraucht sind. In ein paar Wochen soll die nächste Lieferung eintreffen.

Weiterlesen


Ein Kommentar

Hallo Burnout: Wie Diabetesberaterinnen besser mit den psychischen Belastungen ihrer Arbeit umgehen können

Wer einen Gesundheitsberuf ergreift, verspürt meist den innigen Wunsch, anderen Menschen zu helfen. So geht es auch Diabetesberaterinnen. Doch nicht alle Patientinnen und Patienten lassen sich immer so bereitwillig helfen, wie die Leitlinien es vorsehen. Und dann machen sich schnell Frust und Überforderung breit.

Es war eine der allerletzten Sitzungen der Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) im November 2019. Und obwohl sich wohl alle schon auf die Heimreise und ein entspanntes Restwochenende freuten, war diese Sitzung rappelvoll. Offenbar fühlten sich viele angesprochen von den Themen Selbstfürsorge bei medizinischem Personal und Teufelkreise in der Kommunikation mit Patientinnen und Patienten. Weiterlesen


3 Kommentare

Geschmack? Konsistenz? Verpackung? Worauf es mir bei Traubenzucker für Hypos ankommt

Glücklicherweise gehöre ich nicht zu den Typ-Einsern, die Traubenzucker gar nicht mehr runterbringen. Für mich ist er immer noch der beste Hypohelfer. Allerdings gibt es große Unterschiede bei der Konstistenz, den Geschmacksrichtungen, Portionsgrößen, Art der Verpackung und auch den Vertriebswegen. Eine Umfrage brachte mich dazu, mal darüber nachzudenken, welche Eigenschaften der ideale Traubenzucker haben müsste.

Habt ihr euch schon mal Gedanken darüber gemacht, wie der ideale Traubenzucker beschaffen sein müsste, der euch bei einer Hypo hilft? Ich muss gestehen, dass ich mir bis vor Kurzem nicht allzu viele Gedanken dazu gemacht habe. Klar, die Verpackung sollte sich schnell öffnen lassen, er sollte möglichst lecker schmecken, sich im Mund leicht auflösen und den Blutzucker rasch anheben. Doch weiter waren meine Überlegungen nie gegangen. Bis mich vor einer Weile die Firma Sanotact über mein Blog kontaktierte und mich bat, an einer Umfrage zum Thema Traubenzucker teilzunehmen. Weiterlesen


Ein Kommentar

Viva la Bürokratie – über den Irrsinn von Papierrezepten und Folgeverordnungen für Verbrauchsmaterial

Wieso muss ich eigentlich für jedes Folgerezept, mit dem mir Verbrauchsmaterial wie Nadeln für meine Insulinpens verschrieben werden, persönlich in meiner Diabetespraxis erscheinen? Wieso muss mir das erste Rezept im Quartal vom Arzt persönlich überreicht werden? Und wieso muss die Apothekerin für die Abrechnung mit der Krankenkasse auf dem Rezept notieren, wie viele Nadeln ich pro Tag verbrauche?

Gesetzlich Versicherte in Schleswig-Holstein gehen pro Jahr im Schnitt 16,7 mal zum Arzt und liegen damit bundesweit an der Spitze, wie man in einer Meldung des Deutschen Ärzteblatts von April 2019 nachlesen kann. Generell sind die Deutschen in Sachen Arztkontakte pro Nase im internationalen Vergleich Weltmeister. Nachrichten dieser Art werden von den politischen Meinungsbildnern gern mit einem gewissen vorwurfsvollen Unterton vorgetragen. Quasi als Beleg dafür, dass wir Versicherten eine Anspruchshaltung haben, die sich nicht mit der Einnahmesituation der Gesetzlichen Krankenversicherung verträgt. Und dass wir offenbar keine anderen Hobbys als Besuche in der Arztpraxis haben. Ich wohne in Schleswig-Holstein, und eigentlich drängt mich nichts, derart häufig eine Arztpraxis aufzusuchen oder meinem Diadoc die Zeit zu vertreiben. Doch es bleibt mir gar nichts anderes übrig, wie ich heute mal wieder feststellen durfte. Weiterlesen


2 Kommentare

Taddaaahhh! Nach vielen Jahren Abstinenz habe ich wieder einen Hausarzt!

Wenn es um die Gesundheitsversorgung anderer Leute geht, bin ich immer sehr dafür, dass sie einen Hausarzt haben. Einen Arzt also, der einen gut kennt und immer einen gewissen Überblick über alles behält, was bei einem Menschen so gesundheitlich los ist.

Nur für mich fand ich einen Hausarzt viele Jahre lang schlicht überflüssig. Die gesundheitlichen Baustellen, bei denen ich ärztlichen Rat brauche, gehören nicht zum Haus-, sondern zum Facharzt: mein Diabetes zum Diabetologen, meine gynäkologische Vorsorge zum Frauenarzt, der Check meiner vielen Leberflecken zum Dermatologen, die Netzhautuntersuchung zum Augenarzt. Wozu also noch einen Hausarzt zwischenschalten, der mir ohnehin nur eine Überweisung ausstellt zu genau dem Facharzt, den ich auch allein angesteuert hätte? Weiterlesen


3 Kommentare

Diabetisches Fußsyndrom: Warum lassen manche Menschen ihre Füße beinahe verrotten?

Menschen mit Diabetischem Fußsyndrom gelten bei Ärztinnen und Ärzten als schwieriges Klientel: Sie begeben sich viel zu spät in Behandlung, halten sich nicht an ärztliche Ratschläge, tragen zu enge Schuhe und belasten ihre lädierten Füße. Wer mit dieser Erkrankung nicht vertraut ist, fragt sich schnell: Warum tun sie das? Beim diesjährigen Wundkongress in Bremen durfte ich zum ersten Mal einen Vortrag des Dortmunder Diabetologen Dr. Alexander Risse hören, der hierfür einige plausible Erklärungen gab.

„Wenn Sie beim Anblick eines diabetischen Fußes entsetzt gucken und sich fragen, wie in aller Welt dieser Mensch es soweit kommen lassen konnte – dann zeigt das, dass Sie keine Erfahrung im Umgang mit diesen Menschen haben.“ Mit diesen Worten begann am 8. Mai 2019 beim Bremer Wundkongress der Vortrag von Dr. Alexander Risse, Leiter des Diabeteszentrums im Klinikum Dortmund. Und schwupp fühlte ich mich ebenfalls angesprochen, obwohl sich sein Vortrag natürlich in erster Linie an Ärztinnen und Ärzte sowie Fachkräfte auf dem Gebiet der Wundbehandlung richtete. Weiterlesen


Hinterlasse einen Kommentar

Therapie und Beratung für Menschen mit Diabetes Typ F: Wer hinter der Berliner Praxis „Zucker im Kopf“ steckt

Vielleicht habt ihr es schon gesehen: Im aktuellen Diabetes Journal ist eine Doppelseite mit einem Interview aus meiner Feder zu lesen. Dafür habe ich mit Sandra Neumann (42) aus Berlin gesprochen, die den Diabetes quasi zu ihrem Beruf gemacht hat. In ihrer Praxis „Zucker im Kopf“ berät und behandelt sie Menschen mit Typ-1-Diabetes und ihre Angehörigen.

Ich kenne Sandra nun schon eine ganze Weile. Sie war eine der Mütter, die sich schon bei einem Workshop zum Thema Diabetes Typ F im Rahmen des T1Day 2016 in meine Liste eingetragen hatte. Damals hatte ich gerade damit begonnen, Familien und Paare zu suchen, die ich für mein Buch In guten wie in schlechten Werten interviewen könnte. Und tatsächlich machte ich mich später im Jahr 2016 auf nach Berlin, um Sandra und ihre beiden Kinder zu besuchen. Weiterlesen


10 Kommentare

Schluss mit negativer Sprache – Warum wir auch in Deutschland eine Bewegung wie #LanguageMatters brauchen

Sie leben zu Tausenden mitten unter uns: schlecht eingestellte Diabetiker, denen es an Therapietreue mangelt und die deshalb einer Lebensstilintervention zugeführt werden müssen. Diesen Eindruck gewinnt man zumindest, wenn man auf Kongressen lauscht und in Fachpublikationen liest, mit welchem Vokabular Diabetesprofis im Gesundheitswesen über ihre Patientinnen und Patienten berichten. An diesem Sprachgebrauch muss sich dringend etwas ändern.

Eine alte deutsche Volksweisheit bringt es schön auf den Punkt: „Wähle deine Worte mit Bedacht – bedenke stets der Worte Macht!“ Doch wenn es um Diabetes geht, begegnet einem hierzulande leider oft ziemlich gruseliges Vokabular (mehr konkrete Beispiele findet ihr weiter unten im Text, also bitte tapfer bis zum Ende durchhalten). Die Diabetes-Communitys im englischsprachigen Raum sind in diesem Punkt eindeutig weiter. Sie sammeln unter dem Stichwort #LanguageMatters nämlich seit einigen Jahren Anregungen für eine Sprache, die Menschen mit Diabetes nicht diskriminiert und stigmatisiert. Weiterlesen