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Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

Im Kochbuch heißt es „Rootza“, ich nenne es „Raspelwurzelpizza“ – ziemlich lecker!

Ein Kommentar

Ich bekomme ja immer wieder einmal Rezensionsexemplare aktueller Kochbücher von Verlagen zugeschickt, die auf Buchbesprechungen und die damit verbundene öffentliche Aufmerksamkeit hoffen. Darunter sind auch oft Kochbücher. Eine Rezension erfordert dann natürlich, dass ich zumindest ein Rezept aus dem jeweiligen Buch einmal nachkoche.

Dabei schaue ich dann, ob das Rezept mit den Mengenangaben so funktioniert, ob die Zubereitung gut erklärt ist und ob man als Amateurkoch das Essen halbwegs so hinbekommt, wie es auf den Fotos aussieht. Wenn Nährwertangaben im Rezept enthalten sind, teste ich bei der Gelegenheit auch gleich, ob es verlässliche Angaben sind, auf die ich mich bei der Insulindosierung verlassen kann. Ach ja, und nicht zu vergessen: Ich prüfe natürlich auch, ob das Gericht auch schmeckt! 🙂

Wurzel raspeln, mit Ei mischen und als Pizzateig verwenden

Heute war mal wieder ein solcher Testtag. Ich hatte schon eine ganze Weile das klitzekleine Büchlein „Pizza Low Carb – Leichte und gesunde Rezepte ohne Mehl“ von Sandra Pugliese hier (7,99 Euro) liegen. Im ersten Moment hatte ich erwartet, dass darin viele verschiedene Pizzateig-Varianten mit wenig Kohlenhydraten präsentiert werden. Im Kern basieren allerdings alle Rezepte in dem Büchlein auf folgendem Prinzip: Man nehme Wurzeln wie Pastinake, Petersilienwurzel oder Möhre, schneide sie in minidünne Streifen bzw. raspele sie, mische sie mit Salz, damit das Wasser rausgezogen wird, presse die Raspelwurzeln durch ein Tuch, damit die Raspelmasse möglichst trocken rauskommt, mische die Masse mit zwei Eiern und verwende das Gemisch dann als Pizzateig.

Cover Kochbuch

Die Autorin nennt das Prinzip „Rootza“, was ich für eine etwas seltsame Wortschöpfung halte. Deshalb habe ich fix mein eigenes schickes Wort „Raspelwurzelpizza“ dafür kreiert. Doch halten wir uns nicht länger mit Wortklaubereien auf – es geht ans Kochen! Ich habe mich also für ein Rezept mit einem Teig aus Pastinake entschieden, der dann mit mediterranem Grillgemüse belegt wird. Ich muss dazu sagen, dass ich mich nicht wirklich an ihre Mengenangaben hielt, sondern eher versuchte, frei nach Schnauze ihr Prinzip anzuwenden. Das klappte auch ziemlich gut.

Weniger Sauerei als befürchtet

Nachdem ich meine drei dicken Pastinaken (zusammen etwa 700 Gramm in ungeschältem Zustand) geschält und geraspelt hatte, bestreute ich sie mit ca. einem Esslöffel voll Salz und ließ sie eine knappe Stunde stehen. Mir graute ein bisschen vor dem Arbeitsschritt, bei dem ich die Raspeln dann durch ein Geschirrtuch drücken sollte, doch tatsächlich war das gar nicht so schwer und machte auch deutlich weniger Sauerei als befürchtet. Zusammen mit den beiden Eiern ließ sich aus der Masse tatsächlich eine Art Pizzateig mischen, der für beinahe ein ganzes Ofenblech reichte. Vielleicht hätte ich den Teig auch noch etwas dünner auf dem Blech verteilen können, dann wäre das gesamte Blech bedeckt gewesen.

Schöne dünne Scheiben Zucchini und Aubergine mit meinem neuen Sparschäler

Der Pizzaboden wanderte jedenfalls erst einmal für 20 Minuten bei 200° Celsius in den Ofen. Währenddessen schnitt ich zwei Tomaten in dünne Scheiben und fabrizierte mit meinem nagelneuen breiten Sparschäler schöne dünne Scheiben aus einer Zucchini und einer Aubergine. Das zweite Ofenblech mit Backpapier ausgelegt und mit Olivenöl bepinselt, und dann erst eine Rutsche Aubergine und danach eine Rutsche Zucchini für jeweils ein paar Minuten im Ofen gegrillt. Der Pizzaboden war während dieser Zeit auch noch im Ofen.

Tomaten, mediterranes Grillgemüse, Käse – fertig!

Nach dem Vorbacken des Bodens belegte ich ihn mit den Tomaten, würzte diese mit Kräutern (italienische Kräuter und Oregano waren leider alle, also mussten die Kräuter der Provence und frischer Basilikum herhalten) und schob das Blech wieder für ein paar Minuten in den Ofen. Danach sahen die Ränder des Pizzabodens schon recht kross aus, also drapierte ich nur noch die vielen dünnen Gemüsestreifen auf der Raspelwurzelpizza und rieb ein bisschen Käse darüber. Ein paar weitere Minuten im Ofen, bis der Käse geschmolzen war – fertig!

Nur knapp 2 KE für ein ganzes Blech Pizza – kohlenhydrattechnisch unschlagbar

Geraspelte Pastinaken ergeben einen erstaunlich guten Teig, zudem schmeckte die Raspelwurzelpizza wirklich lecker und erinnerte auch mehr an Pizza als manch andere Low Carb-Variante, die ich bis dato ausprobiert habe. Ich kann das Prinzip Raspelwurzelpizza deshalb sehr empfehlen – sie ist nicht wirklich schwer zuzubereiten und ähnlich vielseitig belegbar wie eine klassische Pizza. In dem Buch findet man denn eine Reihe verschiedener Varianten, die vielleicht nützlich sind für Leute, die nach Ideen und Inspirationen für möglichst ungewöhnliche Pizzabeläge suchen. Was mir fehlt, sind Nährwertangaben für jedes Rezept. Doch zumindest die Kohlenhydrate sind fix berechnet: Da Pastinaken nur knapp 3 Gramm Kohlenhydrate auf 100 Gramm enthalten, fallen die knapp 2 KE für das ganze Pizzablech kaum ins Gewicht.

Hier noch einmal die Zutaten für eure Einkaufsliste (für ein Backblech voll Raspelwurzelpizza):

Für den Pizzaboden:

  • ca. 700 Gramm Pastinaken
  • Salz
  • 2 Eier

Für den Belag:

  • 2 Tomaten, in dünne Scheiben geschnitten
  • 1 kleine Zucchini, in sehr dünne Scheiben geschnitten
  • 1 kleine Aubergine, in sehr dünne Scheiben geschnitten
  • Olivenöl
  • Pfeffer, Gewürze nach Belieben
  • Käse zum Überbacken

Ein Kommentar zu “Im Kochbuch heißt es „Rootza“, ich nenne es „Raspelwurzelpizza“ – ziemlich lecker!

  1. Sehr interessant, das muss ich mal ausprobieren, danke!

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