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Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

Neulich beim DEEP Talk in Mainz: Es sind nicht immer die Kohlenhydrate…

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Wer noch nicht allzu viel Insiderwissen in Sachen Diabetes hat, neigt dazu, jegliche Ausreißer immer auf die Kohlenhydrate zu schieben. Falsch berechnet, verschätzt, für den Nachschlag kein Insulin gespritzt… Klar, das kommt vor. Aber es gibt auch jede Menge andere Faktoren, die den Glukoseverlauf beeinflussen. Bei einem Kurzvortrag in Mainz bei Novo Nordisk vergangene Woche habe ich einige davon aufgezählt – der Talk wurde live gestreamt und ist nun auch dauerhaft online verfügbar.

Vorletzte Woche war ich so intensiv auf Tour wie schon sehr lange nicht mehr: Am Donnerstag fuhr ich mit der Bahn nach Mainz zu einem „DEEP Talk“ bei Novo Nordisk.* Von dort aus am Freitag weiter nach Jena, wo ich bei einer Diabetestagung einen Vortrag zum Thema ‚Sensible Sprache bei Diabetes‘ halten sollte. So viele Bahnkilometer habe ich schon sehr lange nicht mehr in so kurzer Zeit verfahren! Über den zweiten Teil meiner Reise werde ich in den nächsten Tagen noch ausführlich berichten. Heute ist erst einmal mein Trip nach Mainz an der Reihe.

Virtuelle Events zum 100. Geburtstag von Insulin

Vielleicht erinnert ihr euch: Vor knapp drei Jahren war ich schon einmal Teil eines DEEP Events von Novo Nordisk in Kopenhagen. DEEP ist ein Akronym und steht für ‚Disease Experienced Expert People‘ (was man auf Deutsch wohl mit ‚krankheitserfahrene Experten‘ übersetzen würde). Der Insulinhersteller Novo Nordisk sucht regelmäßig den Austausch mit Menschen mit Diabetes, um näher dran zu sein an deren Bedürfnissen und Alltagserfahrungen – was ich für eine sehr gute Sache halte, weswegen ich mich auch gern an solchen Aktionen beteilige. In diesem besonderen Jubiläumsjahr – Stichwort 100 Jahre Insulin – hatte sich Novo Nordisk eigentlich vorgenommen, eine Reihe von Präsenz-Veranstaltungen zu organisieren. Und wurde, wie alle anderen auch, von der Corona-Pandemie ausgebremst. Stattdessen gab es diverse virtuelle Events, und eines davon war eben dieser DEEP Talk am vergangenen Donnerstag, bei dem ich zusammen mit Bastian Hauck meinen Kurzvortrag aus Kopenhagen noch einmal auf Deutsch gehalten habe.

Vorbereitung, Zeitplan und Technikprobe

In den Tagen zuvor hatte ich mich also hingesetzt, meinen kleinen Vortrag ins Deutsche übersetzt und ihn mir auf Karteikarten ausgedruckt. Das Event sollte aus dem Foyer von Novo Nordisk live gestreamt werden, als Publikum erwartete man Angestellte des Unternehmens, die nach Feierabend noch kurz Halt machen und sich anhören, was wir zu sagen haben. Damit bei der Live-Übertragung alles rund läuft, war eine kleine Technikprobe geplant. Und natürlich hätte ich noch Zeit, meine Karteikarten noch einmal durchzugehen (ich bin leider keine begnadete Standup-Rednerin, die einfach frei von der Leber weg talken kann, ich brauche Vorbereitung und ein paar Probeläufe) und meinen Lippenstift nachzuziehen.

Fliegerbomben-Alarm in Göttingen

Allerdings machte uns bei diesem Zeitplan die Deutsche Bahn einen Strich durch die Rechnung. Ich saß im ICE Richtung Frankfurt, irgendwo auf der Höhe von Hannover, als ein Bahnmitarbeiter durch die Gänge ging und wegen der immensen Verspätung Fahrgastrechteformulare verteilte. Ich war so vertieft in meine Lektüre gewesen (wen’s interessiert: ‚Über Menschen‘ von Juli Zeh, sehr zu empfehlen!), dass ich von einer Verspätung gar nichts mitbekommen hatte. Doch offenbar musste der ICE wegen der Entschärfung einer Fliegerbombe in Göttingen just diesen Halt weiträumig über irgendwelche Nebenstrecken umfahren und sollte erst 77 Minuten später als gesplant Frankfurt erreichen. Bastian war von Berlin aus unterwegs nach Mainz un saß in einem anderen ICE, der genau dasselbe Problem hatte. Wir trafen uns in Frankfurt, stiegen dort ins Taxi um ein paar wertvolle Minuten zu sparen und kamen eine knappe Viertelstunde vor Beginn des Livestreams bei Novo Nordisk in Mainz an. Keine Zeit mehr für Technik-Check oder Probelauf, ich konnte gerade noch einmal auf die Toilette gehen, bevor es losging.

Diabetes-Simulator und Zahnseide

Aber hey, es lief trotzdem prima. Wie schon 2018 in Kopenhagen ging es also um die Herausforderungen im Alltag mit Diabetes, insbesondere rund ums Essen, also Kohlenhydrate schätzen und Insulin dosieren. Ich erzählte die Geschichte des ‚Diabetes-Simulators‘, an dem mein Mann Christoph und ich in der ersten Zeit nach meiner Diagnose herumgesponnen hatten. Und Bastian machte mit seinem Zahnseide-Beispiel sehr deutlich, warum es im Alltag oft so schwer ist, sich an alle Diabetes-Regeln zu halten, auch wenn man sich ihrer Bedeutung und Sinnhaftigkeit sehr wohl bewusst ist. Diabetes-Simulator und Zahnseide? Wenn ihr jetzt nur Bahnhof versteht, dann schaut euch einfach die Aufzeichnung unserer beiden DEEP Talks an, die ihr hier auf der Themenseite ‚Hundert Jahre Insulin‘ von Novo Nordisk findet. Ich bin gespannt, wie ihr sie findet – schreibt mir doch einfach mal! 🙂

*Disclaimer: Ich habe den DEEP Talk in Mainz auf Einladung von Firma Novo Nordisk besucht, die meine Kosten für die Bahnanreise und eine Hotelübernachtung übernommen und mir eine Aufwandsentschädigung für das Ausarbeiten meiner Rede und die Teilnahme am DEEP Talk gezahlt hat. Mein Redebeitrag wurde inhaltlich nicht von Novo Nordisk beeinflusst. Und natürlich spiegelt auch mein Blogbeitrag meine eigene, vom Gastgeber unbeeinflusste Meinung wider.

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