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Ermittlungen wegen Emilys Tod werden wieder aufgenommen

Vor zwei Jahren starb die 13-jährige Emily bei einer Klassenfahrt nach London. Das Mädchen hatte Typ-1-Diabetes und erlitt infolge einer unbehandelten Ketoazidose einen tödlichen Herzinfarkt. Ich hatte seinerzeit schon einmal über den Fall berichtet, der (nicht nur) in der Diabetes-Community viele Menschen entsetzt hat. Obwohl laut einem ärztlichen Gutachten Emily noch leben könnte, hätten die Lehrkräfte rechtzeitig ärztliche Hilfe geholt, stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen im Februar 2021 überraschend ein. Doch Emilys Vater gab sich damit nicht zufrieden und legte Beschwerde ein. Mit Erfolg: Nun werden die Ermittlungen wieder aufgenommen.

Mich hatten die Recherchen für einen Beitrag in der Diabetes Zeitung, die mich mit der Berichterstattung beauftragt hatte, ziemlich mitgenommen. Umso entsetzter war ich, als ich im März auf Spiegel Online eine Meldung entdeckte, dass die Ermittlungen eingestellt wurden. Ich nahm erneut Kontakt mit Kay Schierwagen auf, dem Vater von Emily. Er erzählte mir, dass der Einstellungsbescheid der Staatsanwaltschaft Ende Februar 2021 auch für ihn völlig überraschend kam. Denn er ist nach wie vor davon überzeugt, dass die vier Lehrkräfte während der Fahrt ihre Aufsichtspflicht verletzt und damit fahrlässig Emilys Tod verschuldet haben. Denn sie hätten – so berichten es Mitschülerinnen und Mitschüler – nicht nach Emily geschaut, obwohl sie schon am Morgen nach der Ankunft in London am 28. Juni 2019 Bescheid wussten, dass es ihr nicht gut ging und sie sich die ganze Nacht hindurch übergeben hatte. Auch an den Folgetagen, so der Vorwurf des Vaters, hätten die Aufsichtspersonen sich nicht rechtzeitig darum gekümmert, dass Emily ärztlich behandelt wird.

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Tod eines Kindes mit Typ-1-Diabetes während der Klassenfahrt: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Lehrkräfte

Es gibt Recherchen, die ich nicht so einfach wegstecken kann. So ging es mir bei dieser Geschichte, die ich im Auftrag der Diabetes Zeitung recherchiert und aufgeschrieben habe. Wie interviewt man einen Mann, der vor ein paar Monaten seine Tochter verloren hat? Wir formuliert man Nachfragen zu den Dingen, die einem auf den ersten Blick komisch vorkommen? Ich hatte Herzklopfen, als ich zum vereinbarten Termin die Nummer seiner Anwältin wählte, die bei unserem Gespräch dabei war.

Wäre ich Raucherin, hätte ich nach dem Telefonat mit Kay Schierwagen und seiner Anwältin erstmal eine Zigarette gebraucht. Ich hatte von ihm zwar plausible Antworten auf alle meine Fragen bekommen, ohne dabei in irgendwelche Fettnäpfchen zu tappen und ihn unnötig psychisch zu belasten. Doch emotional hatte mich das Gespräch sehr aufgewühlt. Für den Rest des Tages war ich zu nichts mehr zu gebrauchen. Denn was Kay Schierwagen den Lehrkräften der Theo-Hespers-Gesamtschule in Mönchengladbach vorwirft, klingt so ungeheuerlich, dass man es zunächst kaum glauben mag. Weiterlesen