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Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

Sibirien im Februar – ein ganz besonderer Marathon

Ein Kommentar

Es war dieses Jahr nun schon das vierte Mal, dass wir mit einer Staffel der IDAA beim Sibirien-Marathon in Elmshorn angetreten sind. Doch bevor ihr entnervt wegklickt, weil euch die Story bekannt vorkommt: Dieses Jahr gab es zwei Besonderheiten.

Als wir uns 2016 zu unserem ersten Sibirien-Marathon angemeldet hatten und den Lauf bei Facebook angekündigt hatten, sorgte das noch für ungläubige und besorgte Reaktionen im Familienkreis: „Ihr wollt doch nicht wirklich im Februar in Sibirien einen Marathon laufen?“ Inzwischen können wir zumindest unsere Verwandtschaft nicht mehr damit schocken. Denn sie wissen mittlerweile, dass dieser Marathon nicht irgendwo im eisigen Novosibirsk stattfindet, sondern fünf Autominuten von unserem Zuhause entfernt im Elmshorner Forst Sibirien.

Eine Medaille vom Sibirien-Marathon ziert jede Sammlung

Doch es gibt natürlich immer wieder Leute, die noch nie von diesem hiesigen Sibirien gehört haben – und die kann man mit einer Teilnahme am Sibirien-Marathon maximal beeindrucken. Daher kann ich nur jedem laufbegeisterten Menschen empfehlen, auch mal am Sibirien-Marathon teilzunehmen: Die Medaille macht sich wirklich sehr gut in jeder Sammlung. Was den Sibirien-Marathon ausmacht, kann man schon in meinen Blogbeiträgen von 2016, 2017 und 2018 nachlesen. Daher nur ganz kurz: Beim Sibirien-Marathon geht es 59-mal um einen kleinen See. Man kann den Marathon allein oder als Staffel bestreiten, neuerdings sind auch ein paar Halbmarathon-Startplätze verfügbar. Und viele der Läuferinnen und Läufer gehören dem 100-Marathon-Club an, in den man nur aufgenommen wird, wenn man (man ahnt es vielleicht) mindestens 100 Marathons absolviert hat. Das liegt vor allem daran, dass die Veranstaltung von Christian Hottas organisiert wird, dem weltweiten Rekordhalter in Sachen Marathon-Zieleinläufe.

Zweitausendsiebenhundertfünfzig Marathons

Der Sibirien-Marathon am 3. Februar 2019 war allerdings auch für diesen Marathon-Routinier ein ganz besonderer Christian lief an diesem Tag nämlich seinen insgesamt 2.750. Marathon, in Worten noch einmal: zweitausendsiebenhundertfünfzig. Oder noch einmal anders gesagt: Man muss in 30 Jahren jedes Jahr knapp 92 bzw. jede Woche im Schnitt 1,7 Marathons laufen, um auf eine derartige Zahl zu kommen. Wer Lust hat, ein bisschen weiter ungläubig zu staunen, wie viel manche Leute laufen, der kann sich hier die aktuelle Statistik (Stand 31.12.2018) zu Gemüte führen. Christian führt sie nach wie vor mit einem mehr als respektablen Sicherheitsabstand an. Auch an dieser Stelle noch einmal ganz herzlichen Glückwunsch zu dieser irren Leistung!

IMG_5426 Christian Urkunde

Ehrenurkunde vom 100-Marathon-Club für Christian Hottas, der am 3. Februar 2019 in Sibirien seinen 2.750. Marathon lief

Persönliches Treffen mit der „Schritte-Queen“ von Fitbit

Was den diesjährigen Sibirien-Marathon für mich ebenfalls besonders machte, war die Bekanntschaft mit Inka Barz. Ich „kenne“ Inka schon länger über die Fitbit-Community, wo sie mir durch ihre absurd anmutenden Tagesschrittzahlen auffiel. Wenn ich mich recht erinnere, ging sie an Wochenenden jeden Tag im Schnitt 50.000 Schritte und schloss keine 5-Tages-Challenge unter 200.000 Schritten ab. Das brachte mich (und auch andere) schon das eine oder andere Mal ins Grübeln, ob sie nicht heimlich ihren Schrittzähler ihrem Hund umbindet. Wobei das vermutlich auch für einen Hund ziemlich viele Schritte sind. Wie dem auch sei, ich bin inzwischen überzeugt, dass Inka nicht schummelt, sondern tatsächlich enorm aktiv ist. Denn sie läuft häufig gemeinsam mit Christian Hottas Marathons und nimmt auch gern an Veranstaltungen wie dem Megamarsch (100 Kilometer Wandern in 24 Stunden) teil.

Laufbotschafterin für den Hamburger Gabenzaun

Seit einer Weile nutzt Inka ihre Präsenz bei diversen Laufveranstaltungen dafür, auf den Hamburger Gabenzaun aufmerksam zu machen. Dabei handelt es sich um einen Spendenzaun am Hamburger Hauptbahnhof, der vom Bezirksamt geduldet und vom gemeinnützigen Verein Hamburger Gabenzaun e. V. betreut wird. Der Gabenzaun ist frei zugänglich und kann rund um die Uhr ganzjährig mit verpackten Spenden bestückt werden. Wer dort vorbeikommt, kann also ganz unkompliziert Spenden für wohnungslose und bedürftige Menschen dort abgeben – benötigt werden in erster Linie Kleidung, Mobiltelefone und dazugehörige Ladekabel, haltbare Lebensmittel, Hygieneartikel sowie Decken, Schlafsäcke etc. Nachdem Christoph im vergangenen Jahr ja so grandios viele Kilos abgespeckt hatte, waren ihm eine ganze Menge gut erhaltener Klamotten zu groß. Wir hatten also schon einmal ein großes Paket mit Kleidung an Inka geschickt. Zum Sibirien-Marathon hatten wir ihr noch einmal einen Schwung Mützen, Schals und Handschuhe für die Gäste am Gabenzaun mitgebracht. Und uns bei der Gelegenheit endlich auch einmal persönlich kennen gelernt. Hier erfahrt ihr mehr über ihre (Lauf-)Aktivitäten für den Gabenzaun – vielleicht schaut ihr ja auch einmal nach, ob ihr ein paar gut erhaltene nützliche Dinge entbehren könnt, die dort gebraucht werden?

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Inka wirbt als Laufbotschafterin für den Hamburger Gabenzaun und sammelt auf diese Weise Spenden für wohnungslose und bedürftige Menschen

IDAA-Mitglied Klaus war eigens aus Stuttgart angereist

Christoph und ich waren – wie bereits in den vergangenen drei Jahren – wieder mit einer Staffel der IDAA am Start. Das ist ein Verein für sportbegeisterte Menschen mit Diabetes, die sich von ihrer Stoffwechselerkrankung nicht abhalten lassen, an Marathons, Triathlons und anderen sportlichen Wettkämpfen teilzunehmen. Bianca (ebenfalls wie ich Typ-1-Diabetikerin), ihr Mann Bernd sowie Christoph und ich wollten die Strecke unter uns aufteilen. Als wir uns vor dem Start zum Gruppenfoto aufstellten, gesellte sich auf einmal ein weiterer Läufer zu uns und meinte: „Ich bin Klaus, und ich gehöre auch zu euch!“ Wir waren erst ein bisschen verdutzt, denn wir hatten Klaus noch nie zuvor gesehen. Doch er erzählte, dass er ebenfalls Typ-1-Diabetiker und IDAA-Mitglied ist und eigens aus Stuttgart zum Sibirien-Marathon angereist war. Klaus hatte sich allerdings den ganzen Marathon für sich allein vorgenommen und drehte daher seine Runden unabhängig von unserer Vierer-Staffel.

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Für die IDAA am Start (von links nach rechts): Antje, Bianca, Christoph, Bernd und Klaus, der eigens aus Stuttgart zum Sibirien-Marathon angereist war (Foto: Jörg Tschirch)

Wir drehten jedenfalls bei schönster Wintersonne unsere Runden um den gefrorenen See; unsere IDAA-Staffel lief dann sogar in unter vier Stunden (3:58:29) ins Ziel. Hier ein paar Impressionen vom Lauf:

Termin für den Sibirien-Marathon 2020 steht bereits fest

Ab Mittag hatte – ebenfalls wie schon in den Vorjahren – Familie Thormählen vom Gasthaus Sibirien (die ebenfalls mit einer Staffel beim Marathon vertreten war) ordentlich aufgetischt und lud alle Läuferinnen und Läufer zum warmen Mittagsbuffet ein. Einfach so und gratis – obwohl dieses Mal sogar alle drei Säle mit Familienfesten belegt waren und das Team des Gasthauses alle Hände voll zu tun hatte. Hierfür auch an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank! Übrigens steht bereits der Termin für den 7. Sibirien-Marathon fest: Am 8. Februar 2020 heißt es wieder 59-mal um den See rennen. Und ich gehe davon aus, dass wir auch nächstes Jahr wieder dabei sein werden.

 

Ein Kommentar zu “Sibirien im Februar – ein ganz besonderer Marathon

  1. Wie geil, ich bin natürlich auch erstmal auf den Leim gegangen und dachte, daß ist so ein Marathon, wo einem die Spucke im Mund gefriert. Hört sich aber nach mehr Spaß an, bei nicht ganz so kalten Temperaturen, den See einzukreisen. Liebe Grüße! Daniel

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