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Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

Zuckerchaos – und mein verehrter Begleiter Diabetes kann ausnahmsweise nix dafür!

Ein Kommentar

Hohe Nüchternwerte, die Faktoren passen auf einmal nicht mehr – über Weihnachten spielte mein Blutzucker verrückt. Doch ich muss dieses Mal meinen Diabetes in aller Form um Verzeihung bitten: Er kann tatsächlich gar nichts dafür!

In der vergangenen Woche und damit auch über die Weihnachtstage war ich mit meinen Zuckerwerten überhaupt nicht zufrieden. Während ich normalerweise mit Nüchternwerten zwischen 100 und 135 mg/dl in den Tag starte, begrüßten mich auf dem Display meines Freestyle Libre Scanners (ebenso wie auf meinem Blutzuckermessgerät) nun etliche Tage lang immer Werte zwischen 180 und 210 mg/dl. Und tagsüber mochte auch nichts so richtig gelingen. Nicht schön.

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Kohlenhydrate? FPE? Zyklusphase? Bewegungsmangel?

Bei solchen Werten beginnt mein Diabetikerhirn natürlich sofort mit der Analyse: Habe ich abends fett- und eiweißreich gegessen? Habe ich derart viele Kohlenhydrate gegessen, dass meine Insulinempfindlichkeit sich verschlechtert hat? Habe ich mich extrem wenig bewegt? In welcher Phase meines Menstruationszyklus befinde ich mich (seit kurzem möchte mein Stoffwechsel gern, dass ich auch diesen Parameter bei der Dosierung meines Basalinsulins berücksichtige – dabei hatte ich mich gedanklich angesichts meiner 45 Lenze eigentlich schon so langsam darauf eingestellt, demnächst mal auf die Zeichen beginnender Wechseljahre zu achten, Pustekuchen!)? Habe ich mich beim Essen kollosal verschätzt, was die Kohlenhydratmenge anging? Steht mal wieder ein neuer KH-Faktor an?

Die üblichen Verdächtigen können nicht allein verantwortlich sein

Natürlich liegt es nahe, diese Ausreißer auf Weihnachten zu schieben. Ja, ich habe abends fett- und eiweißreich gegessen: Es gab Rinderfilet im Pilz-, Spinat- und Blätterteigmantel an Heiligabend, und Wildschwein am ersten Feiertag. Ja, ich habe mehr Kohlenhydrate gegessen als sonst: Mamas Semmelknödel sind einfach unwiderstehlich. Ja, ich habe mich weniger bewegt als sonst: Vor unserer Abfahrt gen Heimat war mein Schreibtisch noch derart voll, dass ich bis abends um 23 Uhr gearbeitet statt Laufrunden gedreht habe. Allerdings esse ich auch sonst eher spät zu Abend. Und Mamas Semmelknödel kann ich eigentlich gut einschätzen. Ernsthafter Sport fiel zwar aus, aber wir sind immerhin am Heiligabend zu Fuß zum Zapfenstreich auf dem Lemgoer Marktplatz gegangen, wo in Begleitung des Posaunenchors Weihnachtslieder gesunden werden. Und am ersten Feiertag sind wir einmal ausgiebig spazieren gegangen. Fazit: Die üblichen Verdächtigen können nicht allein die Gründe für das Chaos in meinen Zuckerwerten sein.

Oje, ich muss mit meinem Diadoc über eine Insulinpumpe sprechen…

Der nächste Grübelpunkt war dann also gleich etwas grundsätzlicher: Entwickelt sich bei mir jetzt etwa ein gravierendes Dawn-Phänomen, das sich mit dem Insulinpen nicht mehr in Zaum halten lässt? Meine Zuckerwerte steigen morgens immer ein wenig an, doch nicht so stark, als dass ich bislang den Eindruck gehabt hätte, dass es mit einem Pen nicht zu managen wäre. Einer Insulinpumpe würde ich gern aus dem Weg gehen, so lange es medizinisch vertretbar ist. Doch was, wenn mein Immunsystem mittlerweile die allerletzten Betazellen platt gemacht hat, die bislang noch für ein bisschen Restproduktion in den Morgenstunden sorgten? Ich stellte mich also gedanklich darauf ein, beim nächsten Quartals-Check mit meinem Diadoc über die Option „Insulinpumpe“ zu sprechen.

Des Rätsels Lösung: Ein langer Riss in der Insulinampulle

Gestern am Abend um 21:30 Uhr zur täglichen „Lantus-Time“ dann des Rätsels Lösung: Die Insulinampulle hat einen langen Riss! Er fiel mir erst auf, als ich mich wunderte, warum es nach dem Lantus-Spritzen so extrem nach Insulin roch und meine Hände ganz feucht waren. Ich erinnerte mich, dass mir der Pen mit dem Basalinsulin vor ein paar Tagen einmal runtergefallen war. Offensichtlich hatte die Insulinampulle den Sturz nicht ganz unbeschadet überstanden, und bei jeder Injektion war ein ordentlicher Anteil der Dosis nicht in mein Unterhautfettgewebe, sondern irgendwohin durch den Riss im Glas daneben gegangen. Ich wechselte also die Ampulle und spritzte vorsorglich ein paar Einheiten Lantus nach.

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Nach einem Sturz des Insulinpens immer die Ampulle checken!

Heute Morgen lag mein Nüchternwert zwar noch immer bei 183 mg/dl, aber ich bin mir schließlich nicht sicher, ob das Nachspritzen aus einer heilen Ampulle gestern ausgereicht hat. Morgen früh weiß ich mehr.Es wird sich vermutlich nicht immer vermeiden lassen, dass mir mal ein Insulinpen auf den Boden fällt. Doch ich werde künftig (hoffentlich!) immer daran denken, die Insulinampulle genau auf mögliche Risse zu untersuchen, damit mir so etwas nicht noch einmal passiert. Denn mein Diabetes hat zwar einiges auf dem Kerbholz – aber für alles, das schiefläuft, ist er dann doch nicht verantwortlich.

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