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Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

Sonne und Wärme tanken auf Gran Canaria – da muss sich der Diabetes auch mal hinten anstellen!

5 Kommentare

Normalerweise benimmt sich mein Diabetes im Urlaub mustergültig: Top-Blutzuckerwerte, glatte Glukoseverläufe, kaum Ausreißer. In der vergangenen Woche auf Gran Canaria war es etwas anders. Toll erholt habe ich mich trotzdem – denn ab und zu muss der Diabetes sich auch mal mit der zweiten Geige zufrieden geben.

Der Hauptgrund, warum ich im Urlaub normalerweise supertolle Glukosewerte habe, ist die viele Bewegung. Unterwegs bin ich einfach viel mehr auf den Beinen als im Alltag, wo ich nur kurze Wege zwischen Heimbüro, Küche, Bad und Schlafzimmer zurücklege und nur beim Sport meine Schrittziele erreiche. Da verzeiht der Zucker auch den einen oder anderen Gang zum Desserbuffet.

Beim Wandern kamen locker 20.000 Schritte am Tag zusammen

In diesem Urlaub – wir hatten ausnahmsweise einmal eine Pauschalreise nach Gran Canaria in ein schickes Hotel gebucht – war es ein bisschen anders. Ich bin zwar wieder viel herumgewandert und -gelaufen, bin ohne Wecker nach meinem eigenen Rhythmus aufgestanden und habe die Sonne und das Faulenzen genossen, weil andere sich um Einkauf, Kochen, Tischdecken und -abräumen kümmern mussten. Beim Wandern zum Roque Nublo, dem höchsten Berg von Gran Canaria, oder durch die gigantischen Dünen von Maspalomas kamen am Tag locker 20.000 Schritte zusammen. Leider sind diese Glanzleistungen nicht alle dokumentiert, weil ich an Tag 2 unseres Urlaubs mit Schrecken feststellen musste, dass ich das Ladegerät meines Fitbit-Schrittzählers (ja, ich bin wieder rückfällig geworden!) nicht dabei hatte. Wirklich schade um die schöne Schritte-Statistik – aber zu schmollen und in der Ecke sitzen zu bleiben hätte die Sache ja nicht besser gemacht.

Ich hätte, hätte, hätte einiges mehr tun können

Normalerweise hätte dieses Bewegungspensum meine Glukosekurven also hübsch abschleifen müssen. Warum das nicht so recht geklappt hat, kann ich nur mutmaßen. Vielleicht hätte ich mein Basalinsulin doch eher hochschrauben sollen, anstatt mir jeden Morgen nächtliche Verläufe nicht unter 150 mg/dl anzusehen. Um Unterzuckerungen in meinem bewegten Tagesverlauf zu vermeiden, hätte ich auch meinen Mahlzeitenbolus herunterschrauben können. Doch derzeit rechne ich kaum mit steigendem Basalbedarf, weil doch eigentlich jeden Moment meine Schilddrüse in die Unterfunktion umschwingen müsste, was typischerweise mit sinkendem Insulinbedarf einhergeht. Und da ich in den vergangenen 6 Wochen gar keine Periode hatte, taugt auch die Erklärung „erhöhter Basalbedarf vor Beginn eines neuen Zyklus“ nicht.

Pause vom vielen Nachdenken und gewissenhaften Austarieren

Was also habe ich getan? Ich habe die erhöhten Glukosewerte einfach nicht so ernst genommen wie ich es sonst tun würde. Denn um ehrlich zu sein, war ich in den vergangenen Monaten nicht nur vom vielen Arbeiten müde und urlaubsreif. Auch die Interpretation meiner körperlichen Veränderungen, die mit meiner neuen Schilddrüsenerkrankung und den möglicherweise beginnenden Wechseljahren einhergehen, hat mich geschlaucht. Ich brauchte einfach mal eine Pause von dem vielen Nachdenken und gewissenhaften Austarieren.

Eine Woche lang schön entspannt und gut erholt – auch vom Diabetes

Ich habe natürlich weiterhin etliche Male am Tag meine Glukosewerte gescannt und Insulin gespritzt. Aber ich hatte keine Lust, permanent darüber nachzusinnieren, warum der Zucker gerade hoch oder niedrig ist, wie ich nun am besten darauf reagieren sollte – und was ich vorausschauend unternehmen sollte, damit er sich morgen besser benimmt. Ich habe ihn für eine Woche einfach mal ein bisschen mehr herumspinnen lassen als sonst. Dabei herausgekommen sind Verläufe, die mir vermutlich dieses Mal einen etwas höheren HbA1c-Wert bescheren werden als sonst. Aber dafür habe ich mich wirklich schön entspannt und fühle mich gut erholt – auch von meinem Diabetes.

Und damit ihr sehen könnt, WIE gut ich mich erholt habe, kommen jetzt noch ein paar Bilder aus unserem Urlaub. Ich lag also in Badeanzug am Strand, schlürfte am Pool eine Sangria oder kraxelte mit ordentlich Lichtschutzfaktor steile Felsen hinauf, während ihr alle in Deutschland auf Facebook Bilder vom Schneetreiben und den ersten Schneemännern der Saison gepostet habt. Und das tat wirklich gut!

 

5 Kommentare zu “Sonne und Wärme tanken auf Gran Canaria – da muss sich der Diabetes auch mal hinten anstellen!

  1. Ich fange gerade mit dem Training an. Im Studio mache ich Powerkurse, geh vorher aufs Laufband und mache Spinning. Die Nassschwere meiner Klamotten zeigt mir, dass es mich fordert. Dennoch macht mein BZ die Berg und Talfahrt wie bei dir, was sonst nicht der Fall ist, wenn ich in Bewegung bin. Vor allen Dingen steigt er jetzt gegen 2:00 Uhr an, früher musste ich nach Spinning Basal für die Nacht um 30% reduzieren. Jetzt hab ich schon gelegentlich +20% gemacht.
    Also, die unbeantworteten Fragen nach dem Warum, die wir aufgeklärten Menschen so haben, sind eigentlich das blödeste an der Krankheit. Schön, dass du einfach mal drauf gepfiffen hast!

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  2. Hallo,
    schöner, interessanterBeitrag👌😀. Trotzdem würde ich gerne wissen, wo ich ein Ersatz für meine Fitbituhr hier auf Gran Canaria bekommen kann? Gibt es irgendwelche Elektrofachmärkte in der Nähe von Mas Palomas?

    Roberto

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