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Erfahrungsbericht Freestyle Libre: Schon ziemlich toll, ABER…

35 Kommentare

Seit dem 11. November 2014 teste ich das neue Flash Glucose Monitoring (FGM) System, besser bekannt unter dem Handelsnamen Freestyle Libre. Mein Fazit: Leichte Handhabung, der Sensor stört überhaupt nicht und macht im Alltag alles mit, und die Verlaufskurven haben mir so manchen Aha-Effekt beschert. Aber: Mein Vertrauen in die neue Technik steht und fällt mit der Messgenauigkeit. Und an der zweifele ich mehr als es das Beitragsbild vermuten lässt.

Seit Mitte Oktober 2014 ist ein neues System zur Glukosemessung für Diabetiker auf dem Markt, das Flash Glucose Monitoring (FGM) System „Freestyle Libre“  der Firma Abbott Diabetes Care. Über den beinahe schon skurrilen Hype um das neue System habe ich euch bereits berichtet. Heute möchte ich euch von meinen persönlichen Erfahrungen mit dem Freestyle Libre erzählen. Wohlgemerkt: Es sind meine ganz individuellen Eindrücke. Wer in den einschlägigen Facebook-Gruppen die Diskussionen zum Freestyle Libre verfolgt, dem ist sicherlich schon aufgefallen, dass das System nicht bei jedem Diabetiker gleich gut funktioniert und entsprechend auch nicht jeder gleich zufrieden damit ist. Ich erzähle euch nun von meinen Erfahrungen anhand verschiedener Kriterien, die mir bei einem System zur Glukosemessung relevant erscheinen.

Erwartungshaltung

Ich startete am 11. November mit gemischten Gefühlen. Während das FGM-System in den Werbe- und PR-Materialien von Abbott als ein „Meilenstein der Diabetestherapie“ und von manch einem der ersten Anwender sogar als „Revolution“ bezeichnet wurde, fand ich auch eine Reihe von Testberichten, in denen von schlecht haftenden Sensoren die Rede war, die bereits am dritten Tag einfach abfallen. Oder von horrenden Abweichungen der Messwerte im Vergleich zu zeitgleichen Blutzuckermessungen. Entsprechend neugierig und gleichzeitig misstrauisch war ich, als ich an jenem Dienstag in meinem Büro das Paket öffnete, mir die Anleitung kurz durchlas und mir – peng – den ersten Sensor setzte.

Anbringen des Sensors

Die Anleitung ist gut verständlich, das Setzen des Sensors bereitet keine Probleme und tut auch nicht weh – obwohl ich keinerlei Erfahrungen mit Setzhilfen mitbringe, da ich keine Insulinpumpe trage und auch noch kein CGM probegetragen habe. Es erfordert nur eine kurze Gruselsekunde Überwindung, den Applikator auf die Haut zu setzen und kräftig abzudrücken, dann sitzt der Sensor auch schon. Null Abstriche, Schulnote 1.

Plastikmüll

Auf Facebook habe ich in manchen Beiträgen von Bedenken gelesen, dass der Einweg-Applikator des Sensors doch eine Menge Müll produziert. Das mag ich als Negativ-Punkt ehrlich gesagt nicht gelten lassen. Bei jedem Mal Haarefärben produziere ich mehr Plastikmüll, ohne auch nur den geringsten medizinischen Nutzen daraus zu ziehen. Und färbe mir trotzdem die Haare. Abgelaufene Sensoren dürfen wegen der darin enthaltenen Elektronik allerdings nicht über den Hausmüll entsorgt werden. Ich halte den produzierten Müll zwar für schade, aber mehr oder minder unvermeidlich, Schulnote 2-.

Tragegefühl

Der Sensor stört überhaupt nicht, ich bemerke ihn nicht. Dieser Punkt ist mir sehr wichtig, denn meine Skepsis gegenüber einer Insulinpumpe beruht genau auf diesem Gedanken: Wenn ich 24 Stunden am Tag ein technisches Gerät an mir habe, das mich an meine Stoffwechselstörung erinnert, dann fühle ich mich 24 Stunden am Tag krank und unzulänglich. Mit dem Sensor macht sich zum Glück kein solches Gefühl bei mir breit. Das Pflaster haftet prima und ohne zusätzliche Fixierung auf meiner Haut. Tägliches Duschen ist kein Problem. Ich bin ein bisschen vorsichtig beim Abtrocknen, beim Eincremen und beim Überstreifen von BH-Träger und anderer Kleidung. Ansonsten muss ich keinerlei Rücksicht auf den Sensor nehmen. Ich bin bislang auch nirgends mit dem Sensor hängengeblieben – und das, obwohl ich nur selten ohne Anstoßen durch eine Tür gehe und garantiert jede Türklinke mit meinem Ärmel mitnehme. Sehr positiv überrascht, Schulnote 1.

Handhabung

Das Scannen des Messwertes ist so einfach, dass man eigentlich kein Wort darüber verlieren muss. Scanner auspacken, durch die Kleidung (auch durch eine warme Winterjacke hindurch!) über den Sensor ziehen, Tüddelü, auf’s Display gucken, und schon ist der Messwert da – zusammen mit der Verlaufskurve der vergangenen acht Stunden. Das ist super. Manche Anwender sind unzufrieden mit der Berührungsempfindlichkeit des Touchscreens des Scanners, doch meinen Fingern gehorcht er bislang ganz ordentlich. Wer ein neueres iPhone besitzt und daran gewöhnt ist, dass das Display sich bei schummerigen Umgebungslicht in seiner Helligkeit anpasst, der erschrickt vermutlich, wenn ihn das Freestyle Libre im Dunkeln grell anstrahlt. Doch letztlich ist meine Erwartung an ein Lesegerät, das 60 Euro kostet, auch deutlich niedriger als an meine Erwartung an ein deutlich teureres iPhone. Insgesamt sehr zufrieden, Schulnote 1-.

Software

Für die Auswertung der Messdaten des Freestyle Libre gibt es eine Software, die ich mir auch von der Abbott-Homepage  heruntergeladen habe. Leider meldete mein MacBook beim Entpacken der Software einen Fehler und beendete den Vorgang, so dass ich spontan die Lust verlor, mich weiter damit auseinanderzusetzen. Wer in IT-Fragen mehr verbissene Entschlossenheit als ich an den Tag legt, hätte das Problem sicherlich längst gelöst. Doch ich gehöre eher in die Kategorie „simpler User“ und bin schnell abgeschreckt, wenn diese Dinge nicht spontan funktionieren wie sie angekündigt waren. Das mit der Software ist also etwas ärgerlich, Schulnote 3-.

Schwimmen

In der Packungsbeilage des Freestyle Libre steht, dass man sich mit dem Sensor bis zu 30 Minuten in bis zu einem Meter Wassertiefe im Wasser aufhalten kann. Ich habe in den vergangenen Wochen einen Kraulkurs absolviert, bei dem sich jeder Termin allerdings über 45 Minuten erstreckt. Natürlich ist der Sensor dabei nicht konstant unter Wasser – doch kann ich bei jeder kurzen Pause, in der ich den Arm über den Beckenrand hänge und den Anweisungen der Trainerin lausche, die Uhr zurückdrehen und dann erneut volle 30 Minuten mit dem Sensor unter Wasser verbringen? Ich vermute, die überlasteten Mitarbeiter der Abbott-Hotline hätten mir diese spitzfindige Frage nicht beantworten können. Ich habe es daher ausprobiert und keinerlei Probleme festgestellt. Der Sensor hat – ohne zusätzliche Fixierung – 45 Minuten Kraultraining überstanden und war zwischendurch und danach sofort einsatzbereit. Die Sporttauglichkeit ist für mich ein wichtiges Kriterium, in diesem Punkt hat der Sensor den Test also prima bestanden, Schulnote 1.

Sauna

Saunaabende gehören für mich – vor allem in der kalten Jahreszeit – fest in mein Programm. Der Packungsbeilage des Freestyle Libre zufolge liegt die Betriebstemperatur des Sensors zwischen 10° und 45° C. Was passiert also, wenn ich mich eine Weile in einer 95° C. heißen Sauna aufhalte? Es wäre für mich sehr ärgerlich, wenn ich nur am Wechseltag zwischen zwei Sensoren in die Sauna gehen könnte. Nachdem mein erster Sensor das Kraultraining (s. o.) mit Bravour bestanden hatte, traute ich mich ein paar Tage später erneut ins Schwimmbad und anschließend in die Sauna. Erster Saunagang: etwa zehn Minuten in der 95° C. heißen finnischen Sauna. Ich trabte direkt aus der Sauna zu meiner Tasche mit dem Scanner, der mir auch sofort eine plausiblen Messwert anzeigte. Nach dem zweiten und dritten Saunagang – ebenfalls in der 95° C. heißen Sauna, einmal sogar mit einem ziemlich mörderischen Aufguss – zeigte mir der Scanner zwar zunächst an, dass der Sensor zu warm sei und deshalb keinen Messwert anzeigen könne. Doch nach ein paar Minuten funktionierte alles wieder einwandfrei. Saunagänge sind also problemlos möglich, Schulnote 1-.

Gewöhnungseffekt

Das Freestyle Libre hat ein hohes Suchtpotenzial. War das Messen des Blutzuckers vorher eine eher lästige und etwas schmerzhafte Pflicht, ist das Scannen mit dem Freestyle Libre eine lustige und willkommene Abwechslung, die ich mir gut und gern 30 bis 40 mal am Tag gönne. Sascha Stiefeling hat es in seinem Testbericht sehr schön auf den Punkt gebracht: „Ich erwischte mich in den letzten Wochen des Öfteren dabei, wie ich einfach nur mal so eine Messung machte. Und zwar einfach nur, weil ich es kann . Auf diesen Gedanken wäre ich früher nie gekommen.“ Ja, es ist einfach cool, sich jederzeit so einfach und nebenbei vergewissern zu können, was der Kollege Diabetes just im Moment wohl ausheckt – und zwar ohne im Hinterkopf mitzurechnen, ob man mit der Zahl seiner Messungen nicht so langsam das Quartalskontingent an Teststreifen sprengt oder die Haut seiner Fingerkuppen überstrapaziert. Während das Täschchen mit meinen Diabetes-Utensilien früher meist in meiner Handtasche hockte und nur zum Blutzuckermessen hervorgeholt wurde, liegt es derzeit immer griffbereit auf meinem Büroschreibtisch, damit ich jederzeit den Scanner hervorholen und fix meinen Glukosewert ermitteln kann. Nachdem die Laufzeit meines ersten Sensors nach 14 Tagen abgelaufen war, hatte ich mir eigentlich vorgenommen, den zweiten Sensor für die ernährungstechnisch etwas kritischen Weihnachtstage aufzusparen. Weil mir binnen weniger Stunden das Scannen schmerzlich fehlte, setzte ich den zweiten Sensor dann doch gleich am selben Abend. Ein Zeiche für psychische Abhängigkeit? Welche Schulnote soll ich für dieses Suchtpotenzial nur vergeben?

Sensor entfernen

Nachdem mein erster Sensor ohne jegliche zusätzliche Fixierung so bombenfest saß, hatte ich ein bisschen Angst, ob ich ihn problemlos würde entfernen können. Tatsächlich erforderte es einen beherzten Ruck, doch dann löste sich der Kleber und damit auch der Sensor. Die Stelle, an welcher der Messfaden 14 Tage lang im Gewebe gelegen hatte, sah unauffällig aus. Rings um die Einstichstelle war durch das Ablösen des Klebers ein kleiner Knutschfleck entstanden. Nachdem ich mit Makeup-Entferner für wasserfestes Makeup an der Aufgabe gescheitert war, ließen sich die Reste des Klebers mit Sterilium sehr gut entfernen. Das ist gut auszuhalten, Schulnote 2.

Sensorstelle

So sah meine Haut nach dem Entfernen des ersten Sensors aus

abgelöster Sensor

Und so sah mein erster Sensor nach exakt 14 Tagen Tragedauer aus

Verlaufskurven

Eines vorweg: Die Verlaufskurven des Freestyle Libre sind genau das Element, das für uns Diabetiker in meinen Augen am wertvollsten ist. Anstelle eines einzelnen punktuellen Messwerts erhalte ich nun einen Verlauf aus minütlichen Messungen und kann sehr viel differenzierter beurteilen, wie mein Glukosestoffwechsel auf dieses oder jenes reagiert. Wer – wie ich – bislang stolz auf seine überwiegend braven und gleichmäßigen Glukoseprofile war, der wundert sich mit dem Libre möglicherweise, was ihm bislang so alles an Glukose-Sperenzchen entgangen ist. Besonders aufschlussreich finde ich die Kurven ein bis zwei Stunden nach dem Essen und beim Sport.

Die Tagesdiagramme des Freestyle Libre offenbaren mir zum Teil erschreckende Schwankungen, die mir in dieser Form noch nie bewusst waren. Besonders deutlich waren diese Schwankungen bei den Glukosewerten nach dem Frühstück. Bislang war ich morgens immer gegen 7:00 morgens aufgestanden, hatte meinen Blutzucker gemessen, war in die Küche gegangen und hatte das Frühstück vorbereitet. Nach einem Spritz-Ess-Abstand (SEA) von zehn Minuten fing ich an zu essen. Das Freestyle Libre zeigte mir nun, dass dieses Frühstück einen ziemlich heftigen Glukoseanstieg im Verlauf des weiteren Vormittags zur Folge hat: binnen einer Stunde auf 220 bis 240 mg/dl, dann aber sinkend bis auf einen akzeptablen Wert gegen Mittag. Die Insulindosis stimmt also, daher erhöhte ich aufgrund der Libre-Tagesprofile meinen SEA vor dem Frühstück auf 20 bis 25 Minuten (wohlgemerkt mit dem schnellen Analoginsulin Liprolog, für das einem vermutlich kein Diabetologe und keine Diabetesberaterin zu einem derart langen SEA raten würde) und beobachte nun deutlich flachere Verläufe: Der Glukosewert nach dem Frühstück steigt – wenn überhaupt – nur kurz und auch nur knapp über meinen oberen Zielwert von 160 mg/dl. Das ist verschmerzbar. Inzwischen habe ich mir angewöhnt, direkt nach dem Aufstehen meine Morgenration Insulin zu spritzen, damit ich bis zum Frühstück tatsächlich 20 bis 25 Minuten SEA einhalten kann. Diese Erkenntnis hätte ich ohne das Freestyle Libre nicht so ohne Weiteres gewonnen.

FPE Anstieg pp MIttag

Schön zu sehen ist der Glukoseanstieg infolge von FPE beim Mittagessen

Hier seht ihr ein Tagesprofil vom 24. November 2014, in dem man sehr schön die Auswirkungen von Fett-Protein-Einheiten (FPE) auf den Zucker sehen kann. Ich hatte mittags Basmatireis mit einer ordentlichen Portion Hähnchen gegessen und nur den Reis mit einer passenden Dosis Insulin abgedeckt. Diese Insulindosis schien zu passen, denn der Glukoseanstieg unmittelbar nach dem Essen hält sich im Rahmen. Doch im Verlauf des Nachmittags waren dann auch die FPE des tückischen Hähnchens verstoffwechselt und machten sich im Glukoseverlauf bemerkbar. Wer rechtzeitig scannt und den Trend richtig deutet, kann dank der Verlaufskurve besser gegensteuern. In meinem Fall wäre es vermutlich sinnvoll gewesen, wenn ich gegen 14:30 Uhr, also etwa anderthalb Stunden nach dem Mittagessen, zwei Einheiten Normalinsulin gespritzt hätte, um den sich abzeichnenden FPE-Effekt für die nächsten Stunden abzufangen. Wieder was dazugelernt!

BZ beim Laufen

Beim Laufen bleibt der Glukosewert erst einmal hoch und sinkt erst gegen Ende deutlich ab – das war mir völlig neu!

Sehr aufschlussreich finde ich auch mein Tagesprofil vom 17. November 2014, als ich erstmals mit Sensor Laufen gegangen bin. Bislang war meine Praxis beim Laufen oder auch bei anderen Sporteinheiten so: Ich versuchte, mit einem Blutzuckerwert von 140 bis 160 mg/dl zu starten und maß nach einer Laufeinheit von 45 bis 60 Minuten meist einen Blutzuckerwert um die 120 mg/dl. Während der Laufeinheit führte ich nie Messungen durch, weil es mir zu umständlich war, das Messgerät mitzuschleppen, zwischendurch stehen zu bleiben, meinen Finger zu stechen, Blut aufzutragen und auf den Messwert zu warten. Die Zeit zwischen Laufstart und Laufende stellte ich mir aufgrund der Messwerte vorher und nachher als gerade Linie vor: Durch die Bewegung verbrennt mein Körper Glukose, deshalb sinkt der Blutzuckerwert kontinuierlich von 160 auf 120 mg/dl. Soweit meine Vorstellung, doch weit gefehlt. Weil mir mein Blutzuckerwert am Vormittag des 17. November mit 120 mg/dl zum Laufen etwas zu niedrig erschien, futterte ich fix ein Blättchen Traubenzucker, bevor ich mich in die Laufschuhe schwang. Den Scanner des Freestyle Libre steckte ich in meine kleine Bauchgürteltasche, in der ich auch das iPhone mitnehme (schließlich dokumentiere ich meine Runden mit Runtastic). Ich holte das Libre während des Laufens mehrmals aus der Tasche, scannte den Glukosewert, ohne dass ich mein Lauftempo reduzieren musste, und staunte nicht schlecht. Zu Beginn der Laufeinheit stieg der Zucker – und zwar deutlich stärker als bei nur einem Blättchen Traubenzucker zu erwarten war, und auch obwohl ich durchaus im aeroben Herzfrequenzbereich trainierte. Der Glukosewert blieb mit rund 200 mg/dl auf recht hohem Niveau und sank erst gegen Ende meiner Laufeinheit auf meine vertrauten rund 120 mg/dl ab. Bei meinem nächsten Lauf ging ich also anders vor: Obwohl mein Blutzuckerwert nur bei rund 130 mg/dl lag, nahm ich keine Glukose zu mir, sondern lief einfach los und verzichtete auch während des Laufens auf Traubenzucker oder Ähnliches. Wieder blieb der mit dem Sensor gemessene Glukosewert beim Laufen über weite Strecken recht konstant und sank erst gegen Ende der Laufeinheit auf etwa 80 mg/dl ab. Das ist noch kein Wert, bei dem ich mir Sorgen um eine drohende Hypoglykämie machen muss. Also reichte es aus, wegen des zu erwartenden Muskelauffülleffekts beim anschließenden Mittagessen weniger Insulin zu spritzen. Die Erkenntnisse aus den Libre-Verlaufskurven sind für mich überaus wertvoll, Schulnote 2+.

Messgenauigkeit

Letztlich steht und fällt mein Urteil über ein Glukose-Messsystem aber mit meinem Vertrauen in seine Messgenauigkeit. Und dieses Vertrauen hat – trotz der oben beschriebenen Begeisterung – doch etliche Male erheblich gelitten. Denn nach dem Setzen des ersten Sensors waren meine ersten Messreihen zunächst sehr enttäuschend: Für beinahe drei geschlagene Tage lag das Libre zwischen 30 und 60mg/dl unter den mit dem AccuChek Mobile ermittelten Blutzuckerwerten. Am ersten Tag verbrauchte ich rund 20 Blutzuckerteststreifen, um die mir unplausibel erscheinenden Messwerte des Libre gegenzuchecken. Auch die Trendpfeile passten in den ersten Tagen nicht zum tatsächlichen Blutzuckerprofil. Von 81 bis 205 waren alle möglichen Messwerte mit allen nur denkbaren Trendpfeilen dabei, was weder zu meinem Essverhalten, noch zu dem erwartbaren Blutzuckerverlauf passte. Zudem zeigte mir das Libre für die ersten beiden Nächte eine konstant dramatische Linie um die 45mg/dl an – dabei lag ich bei Checks gegen 3 oder 4 Uhr morgens bei einem Blutzuckerwert von 95 mg/dl und weiß zudem, dass ich (glücklicherweise!) bei Werten ab 70mg/dl schweißgebadet aufwache, wenn ich in der Nacht unterzuckere. Ab dem dritten Tag besserte sich die Messgenauigkeit des ersten Sensors allerdings deutlich und ich wagte es, einzelne Blutzuckermessungen auszulassen und dem Libre zu vertrauen. Der zweite Sensor brauchte noch einmal länger um sich einzugrooven: Erst ab dem vierten Tag lieferte er brauchbare und nachvollziehbare Messwerte, zudem verzeichnete er an den ersten beiden Tagen einzelne Aussetzer und übermittelte für eine bis mehrere Stunden überhaupt keine Messwerte. Das ist, gelinde gesagt, ein ziemlich schwaches Bild, wenn man bedenkt, dass der Sensor eine Gesamtlebensdauer von maximal 14 Tagen hat, Schulnote 3-.

Punktlandung

So eine Punktlandung ist doch was Schönes – ja, auch das kam vor!

Studienlage

Die Studienlage zur Messgenauigkeit der „Wired Enzyme“-Chemie, wie die Sensortechnologie des Freestyle Libre im Fachjargon heißt, ist noch sehr dürftig. Auf dem Beipackzettel wird eine Untersuchung mit 72 Studienteilnehmern erwähnt, bei denen das Freestyle Libre unter verschiedenen Gesichtspunkten mit der herkömmlichen Blutzuckermessung verglichen wurde. Danach erzielt der Sensor bei Werten unter 75 mg/dl in 79 Prozent der Fälle eine Abweichung von maximal 15 mg/dl, in 87 Prozent der Fälle eine Abweichung von maximal 20 mg/dl und in 96 Prozent der Fälle ein Abweichung von maximal 30 mg/dl. Bei Werten über 75 mg/dl war die Abweichung nur unwesentlich anders, so dass insgesamt in 86 Prozent der Fälle von einer Abweichung innerhalb von 15 mg/dl bzw. innerhalb von 20 mg/dl zur Referenzmessmethode auszugehen ist. Diese auf dem Beipackzettel zitierte Untersuchung ist mit „data on file“ gekennzeichnet, was bedeutet, dass die Daten beim Unternehmen vorliegen, aber noch nicht publiziert wurden. Sie ist auch für Journalisten nicht zu Recherchezwecken zugänglich, obwohl mich die genaue Methodik der Studie sehr interessiert hätte. Ersatzweise übermittelte mir die PR-Agentur von Abbott eine Studie aus dem Journal of Diabetes Science and Technology zur Tauglichkeit der Werkskalibrierung von subkutanen Glukosesensoren an Menschen mit Diabetes (Feasibility of Factory Calibration for Subcutaneous Glucose Sensors in Subjects with Diabetes). Sie ist für eine Einordnung der Messgenauigkeit des Freestyle Libre insofern relevant, als dass die Sensoren des Freestyle Libre – anders als die Sensoren von CGM-Systemen – nicht vom Patienten selbst regelmäßig kalibriert werden müssen, sondern ab Fabrik vorkalibriert sind. Die Studie zur Kalibriergenauigkeit – durchgeführt an insgesamt 33 Diabetikern – kommt zu dem Ergebnis, dass sich mit einer Kalibrierung ab Werk ebenso genaue Messergebnisse wie mit einer Kalibrierung mit dem Kapillarblut des Anwenders erzielen lassen. Nun gut. Weiterhin erhielt ich einen Link zur Studie, die im Zuge der CE-Kennzeichnung des Freestyle Libre durchgeführt wurde. Außerdem stellte mir die PR-Agentur Vortragsfolien zur Verfügung, wie Abbott sie auch Referenten anbietet, die im Auftrag von Abbott das neue Messsystem auf Kongressen und Veranstaltungen vorstellen. Die Messgenauigkeit des Freestyle Libre wird in diesen Vortragsfolien sogar noch weniger detailliert beschrieben als in den kleingedruckten Informationen des Beipackzettels. Wir haben also eine Untersuchung an 72 Studienteilnehmern mit dem Freestyle Libre, dazu eine Studie zur Kalibriergenauigkeit an 33 Teilnehmern. Das ist wahrlich nicht viel. In einem Seminar bei Prof. Hans-Herrmann Dubben am Hamburger UKE  zur statistischen Signifikanz klinischer Studien, das ich vor einigen Jahren besucht habe, habe ich als grobe Faustformel gelernt, dass es im Grunde unmöglich ist, aus Studien mit weniger als 100 Probanden irgendeine statistische Signifikanz abzuleiten. Angesichts der geringen Patientenzahlen und der fehlenden Informationen zur Methodik der Studie gebe für die Aussagen Abbotts zur Messgenauigkeit des Freestyle Libre daher die Schulnote 4-.

Fazit

Die Anwendung des Freestyle Libre ist toll, seine Verlaufskurven sind aufschlussreich – doch für mich bleibt ein gehöriges Misstrauen in Sachen Messgenauigkeit. Deshalb würde es mir auch nicht einfallen, an den zentralen Stationen meines Diabetikerlebens (Nüchternzucker, vor dem Essen, vor dem Schlafen und bei besonderen Ereignissen) auf eine Blutzuckermessung zu verzichten, nur weil ich einen Sensor am Arm trage, der mir ebenfalls Messwerte liefert. Auch nachdem sich meine Sensoren nach drei bis vier Tagen in meinem Unterhautfettgewebe häuslich eingerichtet hatten und nachvollziehbare Werte lieferten, führe ich also weiterhin noch etwa vier Blutzuckermessungen pro Tag durch (anstelle sechs bis achte Messungen ohne Sensor). Für mich ist das Freestyle Libre also eher ein interessantes Add-on als ein Ersatz herkömmlicher Blutzuckermessungen. Wenn ich zudem bei jedem Sensor mit drei bis vier Tagen Ausfallzeit rechnen muss, bis er tatsächlich funktioniert, dann sind 59 Euro pro Sensor wirklich eine Menge Geld. Ich bin mir deshalb noch nicht sicher, ob das Freestyle Libre unter den gegebenen Umständen eine dauerhafte Rolle in meinem Leben spielen wird.

35 Kommentare zu “Erfahrungsbericht Freestyle Libre: Schon ziemlich toll, ABER…

  1. Hmmm, und ich hatte mich schon so auf den Sensor gefreut, obwohl die Finanzierbarkeit noch nicht geklärt ist. Aber nach 35 Jahren
    mit diesem blöden Messen und gut 20 Jahren mit dem pieksen wäre ich wirklich froh gewesen über eine Erleichterung und bessere Kontrollen 😦

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    • Liebe Katja, ich will dich keinesfalls entmutigen! Meine Erfahrung ist nicht repräsentativ, sondern eine von vielen verschiedenen. Es gibt viele Leute, bei denen der Sensor von der ersten Stunde an super funktioniert. Ich denke nur, man sollte trotz des aktuellen Hypes um das Libre einen kühlen Kopf bewahren und schauen, was es einem im Alltag tatsächlich bringt und ob die Kosten dafür gerechtfertigt sind. Das ist eine sehr individuelle Entscheidung. Ich drücke dir die Daumen, dass es bei dir toll läuft! 🙂

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  2. Hallo!! Ab wann wird die Krankenkasse die Kosten für die Sensoren übernehmen ?

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    • Moin Steven, das kann momentan noch niemand beantworten. Das Freestyle Libre ist noch nicht im Hilfsmittelverzeichnis aufgeführt. Nach Auskunft der PR-Agentur von Abbott verhandelt man mit den Kassen, die sind wohl auch sehr interessiert, aber Genaues kann dazu derzeit niemand sagen.

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  3. Danke für diesen ausführlichen und in vielen Punkten auch völlig korrekten Bericht. Nur zwei Punkte: 1. Tragen des Sensors. Die Gefahr, dass man den Sensor versehentlich allein schon beim Durchgehen einer Tür abreißt, ist vorhanden. Lösung: über den Sensor ein durchsichtiges Pflaster anbringen, ist optisch nicht so auffällig, wie ein normales Pflaster (Schwimmbad!) Schützt aber auch beim An-und Ausziehen hervorragend. Der Sensor misst auch durch eine dicke Winterjacke.
    2. Ergebnisdaten: Ich trage Ihn durchgehend seit Mitte September und stelle Schwankungen, auch Trendschwankungen, nur im Minimalbereich von max. 3 % fest. Die ersten 3-4 Stunden neigt er, etwas zu geringe Werte anzuzeigen, ca. 10 -15 mg. Ich habe mich vorher ca. 12 – 15 Mal pro Tag gemessen. Nun messe ich nach Testphasen von 4 Wochen mit laufenden Vergleichen alle zwei Tage. Und die Werte stimmen. Mein HbA1c liegt derzeit bei 6,2 . Bei bisher herkömmlichen Messungen bei mir von ca. 12 Mal am Tag ist eine nachhaltige Verbesserung des HbA1c ja auch nicht zu erwarten, aber das Stechen fällt weg und damit wird eine neue Lebensqualität erreicht. Eines der wichtigsten Punkte neben der Lebensqualität, ist das Thema Autofahren. Nach Schätzung von zwei Schweizer Diabetologen messen sich vor und während des Autofahrens rund 10 % der Diabetiker Typ 1, von Typ 2 mit Insulintherapie wollen wir gar nicht erst sprechen Mit dem Freestyle ist problemloses Messen während der Fahrt – ohne Anhalten – möglich. Allein dieser Sicherheitsaspekt ist wirklich schwerwiegend. Natürlich spreche ich von den Menschen, bei denen das System funktioniert und akzeptable Werte anzeigt. 2015 soll eine erste APP für das I-Phone 6 das bisherige Messgerät ersetzten. Ich möchte es nicht mehr missen, es ist eine neue Lebensform, die man erreicht und beim Autofahren nicht nur für einen selber.
    Gruß
    Konstantin

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    • Moin Konstantin, vielen Dank für deine ausführlichen Ergänzungen! So fest wie der Sensor bei mir klebte, kann ich gut auf zusätzliche Fixierung verzichten, daber das variiert wohl je nach Hauttyp. Bei mir funktionierte der Sensor auch gut bzw. so, dass mir alles plausibel erschien (denn auch die BZ-Messungen haben ja eine gewissen Messtoleranz, da muss man sich ja nichts vormachen – allerdings lief es halt erst ab Tag 3 bzw. 4 gut, und das bemängele ich. Ich hoffe, dass man bei Abbott an diesem Problem (das ich nicht ganz allein habe, wenn ich mich bei Facebook so umschaue) weiter arbeitet, denn ansonsten ist das System ja eine supertolle Sache. Manche Leute setzen den Folgesensor auch schon 2-3 Tage vor Ablauf des aktuellen Sensors um diese lange „Eingewöhnungszeit“ zu umgehen. Vielleicht probiere ich das auch einmal. Und in SAchen Autofahren oder generell Messhäufigkeit gebe ich dir Recht: Gerade für Leute, bei denen es vielleicht bisher ein bisschen an der Messdisziplin hapert, ist der Sensor eine tolle Erleichterung. LG Antje

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    • Gibt’s es schon was neues zur geplanten App?

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  4. Hallo alle zusammen,
    ich bin eigentlich per Zufall auf diesen Blogg aufmerksam geworden und bin sehr positiv, über die interessante Erfahrungsberichte, überascht.
    Zu meiner Person, ich bin seit 30 Jahren Typ 1 Patient und benütze die Insulinpumpe VEO. Und hierbei auch gleich mal eine Frage zu dem Sensor, ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen daß der Sensor 14 Tage im Gewebe ohne Eiterstellen verbleiben kann. Wenn mein Katheder der Insulinpumpe mal 3-4 Tage drin bleibt fließt beim ziehen in der Regel gleich der Eiter mit heraus und es gibt ziemlich wüste Entzündungen.

    Antje, ich habe deine Bilder von der Kathederstelle gesehen und bin erst mal tief beeindruckt. Ich glaube ich werde mir das Libre zu Weichachten gönnen.

    Frohes Fest an alle
    Michael

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    • Moin Michael, einen Versuch ist es in meinen augen unbedingt wert, wenn man das Geld dafür aufbringen kann und mag. Ich habe keine Pumpe, aber der Sensor lässt sich glaube ich nicht mit einem Pumpenkatheter vergleichen, meiner Haut hat ee bislang keinen sichtbaren Schaden zugefügt.

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  5. Hallo Antje,

    ich würde Deinen Bericht zu 100% unterschreiben.
    ich habe die Situation, dass mein Sohn und ich Typ1er sind.
    Während bei mir zu 90% die Werte mit dem Blut übereinstimmen, ist es bei meinem Sohn extrem unterschiedlich!! Leider musste ich heute auch schon den zweiten Sensor reklamieren, da er sich einfach nicht Starten ließ.
    Der erste hatte von Tag 3 an ständig Ausfälle.
    Werden es aber erstmal weiter probieren.

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    • Guten Tag miteinander
      Ich möchte vorausschicken, dass ich kein Angestellter von Abbott bin, sondern nur das Glück hatte schon Anfang Septembet ein paar Sensoren zu bekommen und habe diese und ihre Ergebnisse mit insgesamt 12 konventionellen Blutzuckermessgeräte über 4 Wochen verglichen. Meine Ergebnisse habe ich ja oben schon beschrieben, die Abweichungen bei mir sind zu vernachlässigen, da so klein, insofern führe ich alle zwei Tage nur noch eine Kontrollmessung mit Blutabnahme durch. Aber hier einige Ideen. Unser Gehin ist so wunderbar gebaut,dass es problemlos den Abstand zwischen den Armen und einem Türrrand erkennt, aber es wird unpräzise, wenn ein Sensor getragen wird. Daher besteht immer – auch beim Anziehen- die Gefahr, dass der Sensor eine Erschütterung erleidet. Daher meine eindringliche Empfehlung, den Sensor sehr vorsichtig und präzise aufsetzten und mit dem bekannten durchsichtigen Pflaster, gibt es in jeder Apotheke, OPSITE FLEXIFIX, den Sensor zu schützen. Das Pflaster stört nicht und gibt einem ein Gefühl der Sicherheit. Außerdem, und das ist ein Nachteil, darf man Nachts nicht auf dem Sensor schlafen, wer also gerne seitwärts schläft, muss auf eine Seite verzichten. Also bitte keinen Druck auf den Sensor. Wichtig als Kontrolle, wenn man nach Ablauf den Semsor entfernt muss dass Messstäbchen absolut gerade sein!! Wenn nicht, dann ist der Sensor Druck ausgesetzt gewesen und dann stimmen auch die Werte nicht. Ich habe jetzt schon den neunten Sensor am Arm und alle haben funktioniert. Es mag natürlich Ausfälle geben, bei mir nicht und ich betreibe weiß Gott keine Werbung für Abbott. Ich benutze insbesondere wegen dem Bolusrechnert den Accucheck Aviva Expert, dieser ist recht genau, der genaueste derzeit ist der I Big Star von Sanofi, hat aber keinen Bolusrechner. In der Zwischenzeit kontrolliere e ich nur noch jeden zweiten Tag.Ich habe alle derzeit erhältlich CGM Systeme ausgetestet, beim Naviagtor von Abbott hielt der Sensor interessanterweise nur drei Tage, also auch bei den CGM System läuft noch alles nicht perfekt. Ich wiederhole mich noch einmal zum Thema Autofahren. Nachdem in Deutschland sogar Typ 1 Diabetiker Lastwagen fahren dürfen, sollte ein System wie Freestyle Pflicht für jeden Insulinpflichtigen Diabetiker werden, es hat ganz einfach zuviele Tote geben. Ich wünsche allen ein frohes Weihnachtsfest.
      Gruß
      Konstantin

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      • Hi Konstantin, danke für deinen ausführlichen Kommentar! Was das Schlafen mit dem Sensor angeht, habe ich andere Erfahrungen gemacht. Ich schlafe gern auf der Seite, wechsele im Laufe der Nacht auch mehrmals die Seite, hatte deswegen aber (zumindest nicht regelmäßig) keine Aussetzer des Sensors, das Seitschlafen scheint er bei mir gut zu verkraften. Ich denke auch, dass wir noch einige Weiterentwicklungen von FGM wie CGM erleben werden – aber die Richtung stimmt… 🙂 LG Antje

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    • Moin Rüdiger, ich drücke die Daumen, dass es nun zufriedenstellend läuft! Wenn’s funktioniert, ist das System ein Segen. Ich habe derzeit den dritten Sensor am Arm und schreibe demnächst vielleicht noch einen Update meines Erfahrungsberichts. LG Antje

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  7. Hi,

    hab das Libre System seit Anfang November im Einsatz und bin mittlerweile beim vierten Sensor. Bisher war das System nach 6-24h eingependelt, die meiste Zeit brauche ich gar keine Blutmessungen. Kontrolliere alle 2-3 Tage meinen Nüchternzucker klassisch, am Tag des Sensorwechsels etwas öfter und das wars. Alle Sensoren hatten bislang einen Offset von minus 10-20 mg/l zum Blut, das ist bei mir sehr verlässlich. Bei stark schwankenden Pegeln kommt zum Offset natürlich noch die ca 10-15 min Zeitkonstante dazu. Kann mich bislang nicht beklagen, zusammen mit Low Carb Ernährung ist das Ding gerade auf der Arbeit eine ziemliche Erleichterung.

    Was mir aufgefallen ist: Nach dem Duschen (wenns warm ist) liegt der Sensor mit fast keiner Abweichung deutlich dichter am Blut als normal. Aber der Abstand ist recht verlässlich und um 10-20 mg/l streite ich mich definitiv nicht.

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  12. Hallo zusammen,
    vorweggenommen, ich trage erst den 2. Sensor, wollte hauptsächlich Erfahrungen sammeln 27 Std. 14 Tage.
    Der 1. Sensor, gleich nachdem ich das Paket geöffnet hatte mit einem BZ von 180 nach dem Frühstücken angelegt, brauchte einen Tag bevor die Schätzergebnisse zu Messergebnissen wurden, hätte 4 Stunden unter 40 mg/dl gelegen.
    Die restlichen Tage habe ich mit einer 1 Messung jeden 2. Tag gecheckt und war zufrieden.
    Habe es drei Tage ohne den Sensor geschafft, danach war ein erstes Suchtgefühl vorhanden!
    Den 2. Sensor habe ich vor dem schlafen gesetzt, nach ca. 8 Stunden mit BZ von 120 habe ich den Sensor aktiviert und die Kontrollmessungen waren gleich Top ! (soeben gemessen, Libre 107, Contour 115 mg/dl).

    Jetzt mal was zum fliegen mit dem Sensor, diese Antwort habe ich von ABBOTT erhalten:
    Es liegen uns keine Informationen vor, ob der Sensor nach Passieren der Sicherheitsschranke beschädigt wird. Weswegen ich Ihnen empfehlen wollte, keinen Sensor anzulegen, um das Riskio eines Sensorausfalls, auch aus Kostengründen, zu vermeiden.

    nungut, also habe ich in Frankfurt die Falt-Bedienungsanleitung vor dem Scanner dem Personal gezeigt und darauf Hingewiesen, dass ich einen Sensor am Arm trage.
    Der Scanner hat nicht angeschlagen, gleiches auf dem Rückflug in Frankreich einchecken ohne Probleme, und der Sensor hat auch keinen schaden genommen.
    Ach ja, ich trage den am Oberarm – Unterseite, nicht außen, deshalb kann ich auch schlafen, ohne das der irgendwie stört.

    Danach habe ich ABBOTT den Wunsch erfüllt und Bericht erstattet, mit dieser Antwort:
    Es ist sehr interessant zu hören, dass bei Ihnen alles reibungslos funktioniert hat. Noch heute erhielt ich eine Anfrage, dass bei einem Kunden, nach Passieren der Sicherheitsschranke am Flughafen, der Sensor nicht mehr erkannt wurde…!
    evtl., noch ein Grund den nicht am Oberarm – Außenseite zu tragen?

    So, das war ein kleiner Bericht meinerseits.
    VG aus Frankfurt.

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    • Hi, vielen Dank für deinen ausführlichen Erfahrungsbericht! Was das Fliegen angeht, habe ich nun schon etliche Male mit Sensor am Arm die Sicherheitskontrolle passiert. Den Sensor hat das nie gestört, und das Sicherheitspersonal hat sich auch nie für den Sensor interessiert. Bei meinem letzten Flug stand ich erst in der Schlange für den Nacktscanner und habe erst im letzten Moment daran gedacht, das DER mit seiner Strahlung ja doch vielleicht dem Sensor schaden könnte. Daher habe ich mich in der Schlange für den normalen Scanner angestellt. Vielleicht hat die Frau, von der du schreibst, ja den Nacktscanner genommen? Ist aber nur Mutmaßung, ich weiß darüber nichts Näheres.

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    • Hallo Lothar,
      da hast du mir grade den unsäglich erfolglosen Weg durch die Freestylelibre Hotline erspart, denn ich fliege morgen nach Rom. Da scheine ich ja keine Sorgen haben zu müssen.
      Auch ich bin seit November dabei (lucky day). Das Messsystem und ich verstehen uns nun schon sehr gut.
      Und ich bin froh, erst mit 52 Jahren DM Typ 1 bekommen zu haben und nicht mit 13. Und nun schon so früh von dem sehr lästigen Fingerstechen wegzukommen, herrlich.

      Übrigens für alle Skifahrer unter uns: In Samnaun- an der Gondelstation, wird der Sensor definitiv gecrasht!
      Sonst habe ich noch keine Schäden durch irgendwelche Scanner erlebt.

      Die Haltbarkeit des Sensors ist sicher bei meiner trockenen Haut und guter lokaler Desinfektion mit dem Alkohol-Läppchen sowohl beim langen Duschen aber auch in der Sauna bisher nicht beeinträchtigt.

      Nochmal ein Satz zur Hotline.
      Die funktioniert zurzeit überhaupt nicht. Keine telefonischer Erfolg, auch wenn man eine Nachricht hinterlässt. Im Internet unter derKundennr. läuft es ebenfalls nicht seit 2Monaten. Anscheinend gibt es da massive Personalprobleme.

      Dies war meine Premiere im Internet

      Bon giorno

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      • Hello again, letzte Woche wurde ich zum 1.mal durch einen dieser neuen Scanner am Frankfurter Flughafen geschickt, wo du dich mit erhobenen Händen scannen lassen musst! Danach konnte ich ca. eine halbe Stunde keine Messungen machen, zum Glück ging er danach wieder, der war erst 3 Tage am Arm! Scheinbar sind da Strahlungen die den Sensor mehr stören. Habe das bei ABBOTT gemeldet, und angefragt, melde mich wieder, wenn ich neueres habe. Gruss Lothar

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  13. Sowohl das Baden im Indischen Ozean als auch das Schwimmen im Hotelpool hat mein Sensor NICHT überlebt. Schade!

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  14. Hallo zusammen,

    ich bin jetzt ca. 45 Jahre lang Typ 1. Die Abbott Libre Sensoren nutze ich seit März d.J. Zuerst konnte ich Sensoren lediglich zu völlig überhöhten Preisen von sog. „Kriegsgewinnlern“ , also Leute ohne jedes Gewissen über EBAY erwerben. Seit ein paar Wochen habe ich einen eigenen Account und zahle nunmehr nur die Abbott Preise. Was die Fragen nach Krankenkassen angeht, sollte sich jeder mal mit seiner Kasse in Verbindung setzen. Teilweise werden die Kosten zu unterschiedlichen Bedingungen übernommen. Meine KK hat recht hohe Hürden gelegt (3 Monate Protokolle, 3 X HBA1-C Werte etc). Werde es aber dennoch versuchen, da es aufs Jahr gerechnet doch eine erhebliche Investition darstellt.

    Zu den Sensoren. Über den Tragekomfort gibt es ja schon einige Ausführungen. Dem kann ich mich nur anschließen. Irgend wann merkt man den Sensor nicht mehr. Einziges Manko. Geht er vorzeitig kaputt – was mir bei 3 von 7 Stück passiert ist, hat man Blutergüsse am Arm. Die vollzeitig funktionierenden ließen sich jedoch ohne großen Aufwand entfernen. Sauna und Schwimmbad war bisher noch kein Problem. Starke körperliche Betätigung bei hohen Aussentemperaturen haben bei mir zu 2 Totalausfällen und 2 Störungen geführt. Das scheint eine Schwachstelle zu sein.

    Gibt es Neuigkeiten über Apps für Handys ? Habe ein Samsung Android Gerät. Wäre sicherlich hilfreich, da man das Handy eh standing mit sich führt. Und erweitere Fähigheiten insb. automatisches Scannen und Alarme bei Abweichen vom Kursband würden das Leben erleichtern.

    Mein HBa1-CWert hat sich deutlich verbessert. Demnächst lasse ich wieder testen.

    Die Hinweise wegen Flugplatzscanner finde ich sehr hilfreich.

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    • Seltsam, benutze Art September 2014 und nur 1 Sensor viel aus, Grundlos! Es soll eine App zunächst nur fürs I Phone 6 aufwärts geben! Mein Hba1C liegt jetzt nach 6,3 bei 5,8 Dank Free Style. Was will man mehr??? Gruß

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  15. Pingback: What’s on a diabetic’s mind… Das Gehirn steht einfach nicht still! | Süß, happy und fit

  16. Die wichtigste Aufgabe eines Gerätes ist, mich vor einem tiefen BLZ selbsttätig zu waren – kann es nicht!
    Ein anderes Geräte, was es eine Warnung machen kann ist der Sensor zu groß. Da kann ich mir direkt ein Schild (bin behindert) um den Hals hängen.
    Apple wollte schon bei der ersten iWatch so was machen – man hat wohl vor den Pharmakonzernen gekniffen.
    Ich fühle mich von der, ach so gelobten Hochtechnik betrogen.

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    • Hallöchen, also das sehe ich ein wenig anders. Ich persönlich neige nicht zu nächtlichen Unterzuckerungen, tagsüber spüre ich es auch gut, wenn mein Zuckerwert in einen kritischen Bereich sinkt. Daher ist eine Hypo-Warnung für mich nicht zwingend erforderlich. Ich schätze am Freestyle Libre aber die lückenlosen Glukoseverläufe, die ich zuvor mit nur einzelnen Blutzuckermessungen eben nicht sehen konnte. Daraus habe ich für mein Diabetesmanagement schon eine Menge gelernt – vom längeren Spritz-Ess-Abstand bis hin zum leichteren Management beim Sport. Deshalb möchte ich das Freestyle Libre nicht mehr missen.

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  17. Hallo ich benutze das System seit einem halben Jahr und es bringt mir vor allem Lebensqualität. Das Pieksen war zuvor der unangenehme Part. Da ich überhaupt kein Pankreas mehr besitze, bringt mir das System auch eine verbesserte Selbsteinschätzung und Sicherheit. Mir ist nicht wohl und ich kann in zehn Sekunden sagen, ob ich etwas essen sollte oder es eine andere Ursache hat.

    Kann ich noch einkaufen gehen oder sollte ich direkt nach Hause? Eine kurze Messung bringt Klarheit.
    Da das System kontinuierlich misst, habe ich vernünftige Verlaufskurven und auch die postbrandiale Messung (=2 Stunden nach dem Essen eine zweite Folgemessung) hilft meinem Diabetlogen ungemein, um mich ordentlich einzustellen.

    Hier auch der große Nachteil für alle, die den Diabetes nicht ernst nehmen: das Ding misst alle fünf Minuten und zeigt dem Doc die ganze unverblümte Wahrheit. Jedes Stück Kuchen wird sichtbar. Die Technik ist eine wunderbare Sache. Letztendlich hängen da ja auch viele gesundheitlichen Folgeprobleme mit dran, wenn man zu hohen Blutzucker über einen längeren Zeitraum ignoriert und wer das Ganze ernst nimmt, bekommt ein nützliches Instrument an die Hand und ein deutliches Plus an Komfort.

    Besondere Sorgfalt ist beim Abringen des Sensors anzuraten: ich habe den vierten Sensor mal schnell larifari platziert und nur kurz desinfiziert. Ich habe eine dicke Entzündung an der Sensorstelle bekommen mit richtig viel Eiter und habe fast zwei Monate gebraucht, bis das Ganze abgeheilt war. Also immer richtig gründlich desinfizieren. Am besten beide Desinfektionstücher benutzen.

    Ich liebe das Gerät. Ich habe zuvor in einem halben Jahr 14 Unterzuckerungen gehabt. Seit ich FSL benutze, waren es nur drei und alle drei habe ich noch selbstständig in den Griff bekommen. Die bei Abbott bauen bestimmt schon breitere Türen ein, weil sie die Schubkärren voller Geld nicht mehr reinbekommen. Ich wünsche denen nur die besten Parties, weil das Produkt verschafft mir Lebensqualität und ich habe wieder Gefühl in den Fingerspitzen.

    Kohlenhydratarme Grüße

    Andy

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  18. Mein Mann benutzt den Sensor seit ca. einem Jahr. Ich finde es sehr gut, dass ich jederzeit den Wert bei ihm messen kann; besonders nachts!!! Da mein Mann schwankende Werte hat, ist es für mich eine große Beruhigung, ohne viel Aufwand seinen Wert zu überprüfen.
    Leider ist es des öfteren schon passiert, dass der Sensor nach spätestens 2 Tagen nicht mehr funktionierte. Ist dann heikel, wenn kein neuer zur Hand ist und das nächste Rezept erst im neuen Quartal bestellt werden kann. Daran muss Abbott noch arbeiten. Ein zweiter Punkt, den ich ansprechen will, ist: die Pfeile sind teilweise irreführend. Erst zeigt das Gerät an, dass der Glukosewert fällt, und 10 Minuten später zeigt das Gerät einen höheren Wert an. Was soll ich davon halten? Zur Absicherung nehme ich das alte Testgerät dazu. Der Differenzwert verunsichert mich noch mehr. Welchem Gerät kann ich jetzt Glauben schenken???

    Alles im allem muss ich aber betonen, dass das Gerät eine große Erleichterung ist. Mein Mann geht joggen, das Messgerät nimmt kaum Platz weg. Perfekt! Mögliche Unterzuckerungen können schnell behoben werden.

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  19. hier der Wolf, der das Dauermessenkönnen auch begrüßt, allerdings habe ich mit dem Sensor beim Abnehmen folgendes Problem.
    Mehrmals sind vom Carbonfilament winzige Restspitzen in der Haut zurückgeblieben. Carbon ist im Bruchfall gesundheitsgefährdend.
    Die Reste waren mit Pinzette zu äußerst geduldig schwierig herauszukriegen mit der Frage, steckt noch was in der Unterhaut, im Gewebe? Habe das erst nach einigen Sensorbenutzungen bemerkt und nun Antwortet Abbott mit solchen Sätzen: Bei sachkundiger
    Handhabung keine Probleme, als wäre das Carbonfädchen bei Abbott unzerbrechlich???? Und was macht der Carbonbruch im
    Körper. Wer kann die Frage beantworten? Antje??
    Bedanke mich im voraus für ein nachhaltiges Echo.
    Wolf

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    • Hallo Wolf, das ist ja ein „interessantes“ Problem, das du da schilderst. Ich muss gestehen, dass ich von dieser Variante zuvor noch nie gehört habe. Doch ich stehe in Kontakt mit Diabetologen, die viele Fälle betreuen und werde mich mal erkundigen, ob sie so etwas schon gesehen haben – und wie sie dann damit umgegangen sind. Wie hast du das denn überhaupt bemerkt, dass da noch etwas von dem Filament in der Haut geblieben ist? Soweit ich weiß, besteht das Filament aber nicht aus Carbon, sondern aus Teflon. Und für Teflon ist eine gesundheitsgefährdende Wirkung (bei beschichteten Pfannen!) nur für Erhitzung über 200°C. nachgewiesen. Solche Temperaturen erreicht dein Körper ja hoffentlich nicht. 😉 Insofern denke ich als Laiin nicht, dass es eine akute Gesundheitsgefahr gibt – aber wie gesagt, werde ich mich gern mal erkundigen, ob auch andere solche Fälle schon mal beobachtet haben. LG Antje

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      • Trage den Sensor seit September 2014. Keine Rückstände keine Allergien, auch nicht unter Mikroskop. Wenn von dem Klebestoff eine Gefahr für unsere Gesundheit ausgeht, müssten wir das atmen einstellen, nur noch ganz bestimmte Lebensmittel essen etc. Ich habe jetzt drei super Jahre Erfahrung, war einer der Ersten, es gibt kein besseres FGM, mir zahlt es seit über zwei Jahren auch die DAK.

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