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Kleines Update: Wie man die Messgenauigkeit des Libre-Sensors verbessern kann

6 Kommentare

Obwohl ich nach meinen ersten beiden Sensoren des Freestyle Libre ein paar Zweifel hegte, bin ich inzwischen doch zum regelmäßigen Nutzer geworden. Und zwar vor allem deshalb, weil es mir gelungen ist, die Messgenauigkeit des Sensors in den ersten Tagen nach dem Setzen zu verbessern.

Manch einer erinnert sich vielleicht an meinen ersten Erfahrungsbericht zum Freestyle Libre, dem neuen „Flash Glucose Monitoring“ (FGM)-System der Firma Abbott. Ich hatte darin berichtet, dass das System zwar sehr angenehm zu tragen ist und mir auch eine ganze Reihe wertvoller Erkenntnisse über meine Blutzuckerverläufe – etwa nach dem Frühstück oder beim Sport – beschert hat. Doch ich war enttäuscht, weil die Glukosemesswerte des Systems in den ersten zwei bis drei Tagen nach dem Setzen des Sensors doch sehr stark von den Blutzuckerwerten abwichen.

Anfängliche Messungenauigkeit des Libre ist kein Einzelfall

Inzwischen bin ich zwei Sensoren und ein paar neue Erkenntnisse weiter, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Durch eine Diskussion in einer Facebook-Gruppe war ich darauf aufmerksam geworden, dass die anfängliche Messungenauigkeit des Freestyle Libre offenbar kein Einzelfall ist. Und es gab Anwender, die auch schon ausprobiert hatten, wie man diese ersten paar Tage mit ungenauen Werten umgehen kann. Des Rätsels Lösung ist zwar nichts, was vom Hersteller empfohlen wird (in der Bedienungsanleitung heißt es ohne Einschränkung, dass der Sensor unmittelbar nach dem Setzen aktiviert werden soll und dann 60 Minuten später einsatzbereit ist), doch auch für mich hat sie sich sehr bewährt: Man muss einfach den Sensor deutlich früher setzen, bevor man ihn mit dem Lesegerät aktiviert. Denn die 14-tägige Lebensdauer des Sensors beginnt mit dem Moment, wo er durch das Lesegerät aktiviert wird, nicht etwa mit dem Setzen in den Oberarm.

Sensor setzen und vor dem Aktivieren erst einmal eine Weile warten

Beim ersten Sensor, mit dem ich so verfahren bin, wartete ich nach dem Setzen etwas mehr als 48 Stunden, bis ich ihn mit dem Lesegerät aktivierte. Schließlich hatte es bei meinen ersten beiden Testläufen etwa 48 Stunden gedauert, bis sich die Werte eingependelt hatten und mit den Blutzuckermesswerten vergleichbar waren. Und tatsächlich: Die Werte waren ab der ersten Messung plausibel und korrespondierten mit den Messwerten meines Accu-Chek Mobile. Daran änderte sich auch nichts, als die 14 Tage Lebensdauer sich dem Ende näherten. Als ich den Sensor nach insgesamt 16 Tagen Liegedauer wieder entfernte, war ich allerdings nicht 100 Prozent glücklich damit, wie meine Haut darunter aussah. Es war zwar noch keine echte Entzündung zu entdecken, doch die Haut rings um die Einstichstelle war deutlich stärker gerötet als bei meinen ersten beiden Sensoren. Länger hätte ich den Sensor definitiv nicht am Arm haben mögen.

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Die zwei zusätzlichen Tage Tragedauer des Sensors machten sich auf der Haut bemerkbar, auch wenn die Einstichstelle nicht ernstlich entzündet war.

Sensor muss sich erst an das Zwischenzellwasser adaptieren

Beim zweiten Mal reduzierte ich die „Eingewöhnungszeit“ für den Sensor auf etwa 24 Stunden. Glücklicherweise schien dieser Abstand zwischen Setzen und Aktivieren des Sensors ebenfalls auszureichen – die Werte stimmten ab der ersten Messung gleich ziemlich genau mit den Vergleichswerten der Blutzuckermessung überein. In der Facebook-Gruppe kursiert für dieses Phänomen die Erklärung, dass der in den Teflonfaden integrierte Sensor sich erst einmal an das Zwischenzellwasser des Unterhautfettgewebes adaptieren und vollständig durchfeuchtet werden muss. Und je nach Hautbeschaffenheit, Wasser- und Fettanteil der Haut etc. pp. kann dieser Prozess länger oder kürzer dauern. Ich habe diese Erklärung nicht überprüft, doch sie scheint mir durchaus plausibel. Ich scheine jedenfalls einen Typ Haut zu haben, an den sich der Sensor erst langsam gewöhnen kann – doch er gewöhnt sich binnen 24 Stunden ein und funktioniert dann zuverlässig.

Lockeren Sensor erfolgreich mit Leukoplast wieder fixiert

Übrigens ist es auch mir inzwischen einmal passiert, dass der Sensor sich im Laufe der Tragezeit beinahe gelöst hätte. Die ersten beiden Sensoren hatten bei mir ohne jegliche zusätzliche Fixierung bis zum Ende der Sensor-Laufzeit bombenfest gehalten. Bei Sensor Nummer 3 kam ich gerade aus der heißen Badewanne geklettert, als ich beim Abtrocknen feststellte, dass der Sensor nur noch sehr locker und quasi am seidenen Faden hing. Ich drückte ihn schnell wieder in Position und bat meinen Mann, ihn mit Leukoplast zu fixieren. Er hätte ja am liebsten Gaffaband genommen und meinen Arm damit mehrfach umwickelt, doch ich konnte ihn gerade noch bremsen. Mit dem großzügigen Leukoplast-Streifen hielt der Sensor dann bis zum Ende der Laufzeit und lieferte auch weiter plausible Messdaten. Also noch einmal Glück gehabt!

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Wäre es nach meinem Mann gegangen, hätten wir den Sensor mit etlichen Lagen Gaffaband fixiert. Doch Leukoplast tut’s auch…

Nach den erneuten Testläufen bin ich nun überzeugt vom Freestyle Libre und werde – sofern die Finanzlage es zulässt – wohl ein Daueranwender des Systems.

6 Kommentare zu “Kleines Update: Wie man die Messgenauigkeit des Libre-Sensors verbessern kann

  1. Ich nutze die Nacht zur Eingewöhnung, denn da benötigt man nicht ganz so genaue Werte und habe dann gegen Mittag ziemlich genaue Werte. Dadurch kann man auch Zeit gewinnen.

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  2. Pingback: Freestyle Libre: Alternative Setzstellen im persönlichen Test | Süß, happy und fit!

  3. Super INFO Danke!

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