Süß, happy und fit

Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

Demnächst verfügbar: Freestyle Libre 2 mit optionalen Alarmen bei niedrigen oder hohen Glukosewerten

13 Kommentare

Gemunkelt wurde in der Diabetes-Community ja schon eine ganze Weile, dass es demnächst eine neue Version des Flash Glukose Monitoring Systems Freestyle Libre geben soll. Auch von Alarmen war in der Gerüchteküche die Rede. Nun ist die Katze aus dem Sack: Das FreeStyle Libre 2 von Abbott mit optionalen Real-time Alarmen hat ein CE-Kennzeichen für Europa erhalten und kommt damit in Kürze auf den Markt.

Als diese Nachricht gestern wie eine Bombe einschlug, saß ich gerade mit etlichen anderen Bloggerinnen und Bloggern aus der internationalen Diabetes-Community beim Roche Diabetes Meetup im Vorfeld des Kongresses der Europäischen Diabetes-Gesellschaft (EASD) in Berlin. Erst kam eine Pressemitteilung, kurz darauf auch noch eine ähnliche Nachricht an die Bloggerinen und Blogger per Mail reingeflattert. Heute beim EASD-Kongress habe ich mich dann auch gleich am Stand der Firma Abbott und im Gespräch mit anderen Experten schlaugemacht und dabei die Fragen geklärt, die aus der offiziellen Pressemitteilung noch nicht hervorgingen. Hier nun also die wichtigsten Fakten zur neuen Version des Freestyle Libre:

  • Sensor und Empfänger sind beim Freestyle Libre 2 nicht nur beim Scannen per NFC, sondern auch per Bluetooth kontinuierlich miteinander verbunden. Damit hat das System künftig eine simple optionale (!) Alarmfunktion.
  • Es gibt zwei individuell einstellbare Glukosealarme für hohe bzw. niedrige Glukosewerte sowie einen Alarm im Falle eines Signalverlusts (z.B. wenn der Sensor und das Lesegerät nicht miteinander kommunizieren). In diesen Fällen wird der Nutzer je nach persönlicher Präferenz durch Alarmton oder Vibration gewarnt.
  • Wenn sich das Lesegerät mit einem Alarm meldet, zeigt es nicht den aktuellen Glukosewert an, sondern warnt lediglich, dass der Wert aktuell zu niedrig bzw. zu hoch ist. Um den genauen Wert zu erfahren, muss man weiterhin scannen.
  • Wer die Alarmfunktion nicht oder auch vorübergehend nicht nutzen möchte, lässt diese ausgeschaltet. Dieser Punkt ist mir persönlich wichtig, denn seit meinem Probetragen des Dexcom G5 weiß ich, dass mir Alarme schnell Stress bereiten können und ich sie meist auch nicht brauche, weil ich von mir aus oft genug meine Glukosewerte scanne und mir tagsüber deshalb eigentlich nichts entgeht.
  • Der Sensor punktet mit einer verbesserten Messgenauigkeit, auch in den ersten 24 Stunden nach dem Setzen. Auf diesen Punkt bin ich sehr gespannt, denn ich muss bislang ja jeden Sensor 24 Stunden vor dem Aktivieren setzen, weil er sonst am ersten und auch zweiten Tag falsche Werste (meist zu niedrig im Vergleich zur blutigen Messung) anzeigt. Wenn ich den Sensor 24 Stunden vor dem Aktivieren setze, bin ich allerdings schon jetzt sehr zufrieden mit der Messgenauigkeit (im Vergleich zur blutigen Messung).
  • Äußerlich bleibt der Sensor unverändert, auch die Abmessungen bleiben gleich. Lediglich das Lesegerät ändert seine Farbe und kommt künftig blau daher.
  • Es bleibt auch dabei, dass man den Sensor nicht kalibrieren kann bzw. muss.
  • Am Klebstoff des Sensors hat Abbott nichts geändert, was all jene enttäuschen dürfte, die mit Hautreaktionen infolge der enthaltenen Acrylate zu kämpfen haben. Diabetologen sprechen von 8 bis 10 Prozent der Anwender, bei denen es zu Hautreaktionen auf den Klebstoff kommt, bei Abbott geht man von niedrigeren Raten aus.
  • Auch der Preis für das System ändert sich trotz der neuen Zusatzoptionen nicht (eine Tatsache, über die sich zum einen die Selbstzahler und zum anderen auch die Krankenkassen freuen dürften).
  • Abbott nimmt nun Kontakt zu all den Krankenkassen auf, die bislang schon die Kosten für das Freestyle Libre übernehmen – sei es als Satzungsleistung, als Einzelfallentscheidung oder im Rahmen eines besonderen Versorgungsvertrags.
  • In der Szene wird nun heftig diskutiert, ob das Freestyle Libre mit seinen neuen Funktionen nun ein Real Time CGM (rtCGM) gemäß der Anforderungen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ist. Das ist politisch nicht ganz ohne: Wenn sich die Auffassung durchsetzt, dass das Freestyle Libre mit den neuen Alarmen nun quasi ein rtCGM ist, dann könnte das Freestyle Libre ins reguläre Hilfsmittelverzeichnis aufgenommen werden und Versicherte wären nicht mehr auf Zusatzverträge oder Satzungsleistungen angewiesen. Sie könnten es sich ebenso verordnen lassen wie alle anderen rtCGM-Systeme, die seit der oben verlinkten Entscheidung des G-BA zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehören. Das wiederum könnte aber dazu führen, dass Krankenkassen in Zukunft vermehrt darauf dringen, dass ihre Versicherten anstatt mit einem rtCGM von Dexcom oder Medtronic eher mit einem Freestlye Libre versorgt werden, weil dieses System eben deutlich kostengünstiger ist.
  • Wer wie ich ein Jahresrezept für das Freestyle Libre von seinem Arzt bekommen hat (meines zum Beispiel läuft erst im Juli 2019 aus), der sollte nach Auskunft einer Mitarbeiterin am Abbott-Stand erst einmal abwarten, wie die Gespräche zwischen seiner jeweiligen Kasse und Abbott ausgehen. Da der Preis für das System aber nicht erhöht wird, kann man eigentlich davon ausgehen, dass einem einfach angeboten wird, auf das neue System umzusteigen. Dann bekäme man im Rahmen der bisherigen Jahresverordnung ab Jahresende bei den nächsten Lieferungen neue Sensoren und auch ein neues Lesegerät von Abbott. Aber wie gesagt: Erst einmal abwarten, wie sich die Parteien in diesem Punkt einigen.
  • Vorerst funktionieren die Alarme nur auf dem Lesegerät, doch die Smartphone-Apps sollen natürlich nachziehen. Das könnte allerdings noch bis Anfang 2019 dauern.

13 Kommentare zu “Demnächst verfügbar: Freestyle Libre 2 mit optionalen Alarmen bei niedrigen oder hohen Glukosewerten

  1. hallo , jemand hatte es schon angesprochen. die schlechte nachricht ist, dass die dokumentation mittels app erst ab dem zweiten quartal funktionieren soll.. und da wissen wir noch nix von apple.. ich würde also gerne mit jemandem meine zweier gegen einser tauschen. also sechs stück…

    Gefällt mir

  2. Pingback: Kinners, wie die Zeit vergeht! Das war mein (Diabetes-) Jahr 2018 | Süß, happy und fit

  3. Hallo!Ich bin meinen Fuehrerschein wegen Unterzuckerung vor 3Monaten losgeworden.Ohne Personen und Blechschaden!Habe den Zucker als Kind nach einer Pockenimfung bekommen,60igerJahre.Suchte schon immer Haenderingend nach einem Geraet mit Alarm.Trage jetzt einen Libre2 fue r 14 Tage.Leider kann man den nicht privat kaufen,denn ich bin mit AOK Rezept erst wieder im Maerz dran.Ohne diesen Alarm,so mein Diabetologe,keine Rueckgabe meines Lappens,fue r mich furchtbar.

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Andre, oje, das klingt nicht gut. Es gibt aber doch etliche andere Systeme mit Alarmfunktion: Sprich doch mal mit deinem Diabetologen über ein rtCGM-System wie den G5 oder G6 von Dexcom oder den Enlite von Medtronic. Die kann man vom Arzt verordnet bekommen – und bei Problemen mit unbemerkten Hypos und Auswirkungen auf den Job geht der Antrag bei der Kasse mittlerweile auch relativ problemlos durch. Ich wünsche dir viel Erfolg und alles Gute!

      Gefällt 1 Person

      • wobei ich grade das dexcom“schussgerät gesehen habe – ist ja noch mehr plastik zum wegwerfen, als freestyle…

        ich habe übrigens gerade als plan b nach völligem bruch mit dem journalismus den lkw geupgradet und den DE also bus dazu gemacht.
        will sagen, ich bin mit blutzucker und meinem kontrollsystem und der entsprechenden einstellung durch die arbeitsmedizinische untersuchung ebenso wie durch den grundcheck als berufskraftfahrer gekommen. vorgabe ist die kontinuierliche dokumentation.

        frage @all : hat jemand ahnung von der geschichte, die blueconnightrider oder so mit dem zusatzgerät zu freestyle zur kontinuierlichen auslesung gemacht hat.
        hätte ich ja lieber als den low andreas – ostSeh – küstermann high alarm….
        grü+ße andreas

        Gefällt mir

  4. Mein Problem mi Libre2 ist, dass meine Kasse die Sensoren für Libre1 bis zum 31. Sept. 2019 genehmigt hat; und nun die Damen ud Herren von ABBOTT sich weigern, mir zeitnah die neuen Sensoren zu geben, obwohl ich eine Übernahme der Kosten des Lesegerätes selbst tragen würde!! Ich MUSS nun bis Ende Sept. 2019 warten um dann erst die neuen Sensoren2 zu bekommen! Ist doch ein völlig undurchsichtiger Ablauf von Abbott; zumal die Sensoren von freestyle1 und 2 identisch sind!
    Was nun??

    Gefällt mir

    • Hi Miky, so undurchsichtig finde ich das eigentlich nicht. Abbott hat eine Verordnung deiner Kasse vorliegen, die nun einmal erst „abgearbeitet“ werden muss. Sobald das aktuell laufende Rezept durch ist und ein neues eingereicht wird, bekommst du die neuen Sensoren inkl. neuem Lesegerät. Die neuen Sensoren sind auch nicht identisch, denn – so zumindest die Aussage von Abbott – sie messen nun genauer und sind auch am ersten Tag bereits genau (worauf ich persönlich gespannt bin, da ich aktuell jeden neuen Sensor mit 24-stündiger Aufwärmphase setze). Also einfach ein bisschen gedulden…

      Gefällt mir

      • Hi Antje; mit identisch meinte ich „NUR“ den Preis!! Da also der Preis identisch ist, verstehe ich die von ABBOTT überhaupt nicht; zumahl ich Ihnen zugesichert habe, den Preis des Lesegerätes sofort selbst zu tragen!! (Vorauskasse) Meine Vermutungen, dass ABBOTT zuviele „alte“ Sensoren auf Vorrat hat, und diese erst versenden/ verkaufen möchte würde ich verstehen, doch man versicherte mir bei ABBOTT, das dies nicht der Fall sei!
        Daher werde ich jetzt den bürokratischen Weg gehen müssen; mir ein „Dringlichkeits Attest“ von meinem Arzt geben lassen (Hypos + Ohnmacht Nachts) dieses Attest geht dann an die Barmer, die soll/ muss/ darf sich dann bitte mit ABBOTT auseinandersetzen usw. usw.!
        Aber ich frage mich schon, warum ABBOTT solch einen grossen Aufwand möchte, wenn Sie KEINEN Übervorrat an Sensor1 haben und es keinen Preisunterschied zwischen den beiden Sensoren gibt!?
        Den wahren Grund von ABBOTT werde ich ohne Insiderwissen nie erfahren! 😦

        Die „Serviceabteilung“ von ABBOTT konnte mir wenigstens einen vorläufigen Termin für die dazugehörige Smartphone APP für Android nennen! Ab 1. April soll es dann auch die dazugehörige APP für den Sensor2-Typ geben; sodass ich nicht mit dem ABBOTT Lesegerät die Alarmeinstellungen vornehmen muss, sondern mit dem Smartphone direkt; dass sicherlich komfortabler ist, als die „billig“ Lesegeräte vom Hersteller ABBOTT!

        Gefällt mir

      • Hallo Antje,
        seit gestern weiß ich, dass ich ab dem nächsten Quartal den FSL2 Senosr bekomme. Wie das jetzt Zustand kam kann ich gar nicht genau sagen! So what…Hauptsache erledigt.

        Gefällt mir

      • Meine AOK bezahlt die auch bei der nächsten Lieferung.Hatte vorweg Libre 1,das klatppt auch.Aber Libre 1 und 2 sind überhaupt nicht miteinander kompatibel,obwohl Ausesegeraet und Sensoren optisch gleich sind.Der Schriftzug auf dem Lesegeraet ibre2 ist der einzige Unterschied.Handhabung genauso.Momentan leider nur uebe r Rezept.Aber uebe r Ebay trotzdem zu bekommen.Ich bräuchte es auch vorweg,so hab‘ ichs trotz Widerspruch gegen AOK,uebe r Ebay selbst gekauft und bezahlt.Sensor und Ladegerät sind mit Buetpoth miteinander verbunden,allerdings sollten es nur 6mtr. sein.Warnton(Zu hoch.oder zu tief Zucker)funktioniert immer!

        Gefällt mir

  5. Hallo,
    weißt jemand zufällig auch mit welchen Applegeräten der neue Sensor kompatibel ist?
    Der aktuelle Sensor ja erst ab dem IPhone 7 und keine IWatch oder?
    Gibt es von anderen Herstellern Watches die kompatibel sind?

    Beste Grüße

    Gefällt mir

  6. Du weisst aber schon, dass man beim Dexcom die Alarme ebenso ausschlaten kann? Und wieso brauchst du sie nicht? Gerade die Alarme sind doch das Feature welches dich vor extremen Unter/Überzuckerungen bewahrt…. unverständlich für mich….

    Gefällt mir

    • Ich habe die Alarme nicht ausgeschaltet, weil ich sehen wollte, ob sie für mich einen Mehrwert bieten. Allerdings brauche sie im Alltag eigentlich nicht, weil ich nachts so gut wie nie (und auch nie schlimm) unterzuckere, meine Hypos rechtzeitig merke und oft genug mit dem Libre scanne um auch hohe Werte rechtzeitig zu sehen. Für Leute, die Hypos nicht oder zu spät spüren, sind die Alarme ein Segen, das habe ich ja auch geschrieben. Aber für mich persönlich eben kein Mehrwert, sondern im Gegenteil nervig. Ich bin froh, dass ich es mal ausprobiert habe, aber auch glücklich, dass ich eine für mich bessere Variante nutze. 🙂

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s