Süß, happy und fit

Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

Zurück von meiner Kreuzfahrt auf der Aida: Endlich wieder festen Boden unter den Füßen!

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Nun bin ich bereits seit über 24 Stunden wieder an Land, und immer noch scheint der Boden unter meinen Füßen ein wenig zu schwanken. Und das, obwohl die AIDA prima (kein Wunder bei der schieren Masse) wirklich sehr ruhig im Wasser lag – gar kein Vergleich zum Beispiel zu Überfahrten mit der Fähre auf die Nordseeinseln…

Ich neige zum Glück überhaupt nicht zu Seekrankheit, mein Magen zeigt sich von Schiffstouren generell völlig unbeeindruckt. Doch meinen Gleichgewichtsorgan scheint das sanfte Schwanken an Bord doch ein wenig irritiert zu haben. Das war vermutlich auch der Grund dafür, dass ich auf der AIDA eher schlecht geschlafen habe. Das Bett war bequem, die Kabine überhaupt nicht hellhörig, aber spätestens morgens um fünf war die Nachtruhe für mich vorbei. Dann hatte ich das Gefühl, mein Bett neige sich und ich könnte gleich hinauspurzeln. Außerdem spürte ich die Vibrationen der Schiffsmaschinen, hörte das Rauschen der Klimaanlage und konnte partout nicht mehr einschlafen. Echte Erholung sieht ein bisschen anders aus…

Wohin zieht es einen Kapitän in seinem Urlaub? Natürlich in die Berge!

Doch ich will nicht meckern. Der letzte Tag an Bord – ein reiner Seetag, an dem wir von Rotterdam gen Hamburg schipperten – war noch einmal ziemlich spannend. Und für mich von ständigen Kostümwechseln geprägt. Zunächst ordentlich gekleidet zum Besuch bei Kapitän Detlef Harms auf der Brücke, der meine Fragen nach seinem Berufsalltag (8 Wochen auf See, gefolgt von 8 Wochen dienstfreier Zeit, in der er nach der Arbeit auf der Brücke inklusive Dauerrufbereitschaft vor allem Schlaf nachholt), seinen Lieblingsrouten (eher nicht die nordeuropäischen Routen der AIDA prima, weil sie so stark befahren sind, sondern eher Mittelmeer und Kanaren) und seinen Lieblingsurlaubsziele (nicht ans Meer, sondern in die Berge!) antwortete. Dann in Sportklamotten wechseln und oben auf dem Laufparcours noch ein paar Runden drehen – für’s Foto mit Meer im Hintergrund. Dann wieder umziehen und im Fitnessstudio den Typ-1-Diabetiker Andreas Häussler treffen, der mir von seinen Erfahrungen mit Diabetes auf einem Kreuzfahrtschiff berichtete.

Wechsel vom Sportdress in Alltagsklamotten in Sportmontur ins Abendkleid

Das nächste Foto-Date hatte ich dann wieder im Sportdress, und zwar mit der Fitnesstrainerin Sonja, die eigens für unsere Fotos ein halbstündiges TRX-Probetraining mit zwei anderen Teilnehmerinnen improvisierte. Im Anschluss sofort husch unter die Dusche, umziehen und zur nächsten Verabredung mit dem Bordarzt im Bordhospital, der ja auch noch einmal im Foto festgehalten werden sollte. Zu guter Letzt noch ein paar Fotos im Restaurant beim Abendessen mit meiner Urlaubsfreundin Sabine, dann hatte ich offiziell Feierabend. An den Abenden zuvor hatte ich Sabine nicht zu den diversen Parties an Bord begleitet. Ich tanze und feiere zwar sehr gern, aber das Musik- und Partyangebot auf der AIDA (immer nachzulesen in der täglichen Bordzeitung „Aida heute“) reizte mich in der Regel nicht sonderlich. Wenn Parties Namen tragen wie „Servus Brauhaus mit Gastgeber Richie & der Band Bernstürmer“ oder „Rockshow Addicted to Love“ oder „Große Abbau-Party an der Eislaufbahn am Sportaußendeck“, dann verlässt mich meine natürliche Neugier gern einmal und ich ziehe ein gutes Buch und ausreichend Schlaf vor Mitternacht vor.

Wie praktisch, dass etliche Gäste noch Getränkeguthaben verbraten mussten…

Doch am Freitagabend ließ ich mich überreden, und so trudelten wir nach dem Abendessen im Beach Club auf Deck 15 ein, wo eine Cover-Band ein breites Spektrum von Schlager über Easy Rider bis Kings of Leon zum Besten gab. Strategisch gesehen war der letzte Abend an Bord der beste Zeitpunkt, sich ins Partygeschehen zu schmeißen. Denn kaum oben im Beach Club eingetroffen, trafen wir an der Bar auf ein paar männliche Gäste, die noch ein bisschen zu viel Getränkeguthaben auf ihrer Bordkarte hatten, das mit Verlassen des Schiffes zu verfallen drohte. „Lieber den Magen verrenkt als dem Wirt was geschenkt“, na da bin ich doch gern behilflich. In Windeseile hatte ich einen Aperol Spritz in der Hand, der sofort durch einen neuen ersetzt wurde, wenn das rote Getränk zur Neige ging.

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Ich habe die Aperol Spritz am letzten Abend an Bord nicht mitgezählt… (Foto: Pixabay)

Party mit viel Aperol Spritz am letzten Abend auf dem Schiff

Und was sagte mein Zucker zu der Party? Kurz nach dem Abendessen hatte ich einen Wert von 245 mg/dl gemessen und beim Feiern kurz darüber nachgedacht, ob die vielen süßen Aperol Spritz da nicht kontraproduktiv sind. Doch ich schob die Zuckergedanken ebenso beiseite wie meinen üblichen Musikgeschmack und tanzte. Zum Glück gab es kein böses Erwachen wie bei meinem letzten fiesen Alkoholexzess, der mir auch in Sachen Diabetesmanagement zu denken gegeben hatte und über den ich vor einer Weile hier geschrieben hatte. Vor dem Zubettgehen war mein Zuckerwert auf 114 mg/dl heruntergetanzt, mit zwei Plättchen Traubenzucker vor dem Schlafengehen war ich diabetestechnisch auf der sicheren Seite. Allerdings trotzdem vor 5 Uhr früh wieder wach.

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Einlaufen in Hamburg zum Kreuzfahrtterminal in Steinwerder

Endlich wieder ohne Schlangenstehen im Pyjama frühstücken!

Entsprechend war ich froh, als ich gestern früh um 9 Uhr in Hamburg wieder vor Bord gehen konnte. Obwohl mittlerweile 24 Stunden vergangen sind, spüre ich immer noch ein leichtes Schwanken, wenn ich gehe oder auch nur still auf einem Stuhl sitze. Ich bin mal gespannt, wann sich dieses Gefühl wieder legt. Von dem TRX-Probetraining habe ich tatsächlich Muskelkater und werde mir das unbedingt als effektives Ganzkörper-Workout merken. Heute morgen war ich vor allem froh, mir keine Gedanken über mögliche Menschenschlangen am Frühstücksbuffet machen zu müssen. Frühstück mit Zeitung (das langsame und auch sehr teure Bord-WLAN hätte den Download von 30 MB pro Ausgabe des Hamburger Abendblatts morgens zur Tortur gemacht), im Pyjama und mit Blick in den grünenden Garten, Privatsphäre im ganzen Haus – herrlich.

Überraschung: Ich habe an Bord viel mehr Schritte als im Alltag gemacht

Mein Fazit nach einer Woche auf der AIDA prima: Was den Diabetes angeht, ist eine Kreuzfahrt keine größere Herausforderung als jeder andere Urlaub, in dem man ja meist auch anders isst und andere Aktivitäten verfolgt als im Alltag. Erstaunt war ich, wie viel ich an Bord in Bewegung war. Mein Fitbit zeigte pro Tag einen Schnitt von knapp 17.000 Schritten an. Zum Vergleich: Im Alltag bringe ich es an sportfreien Tagen nur mit Mühe auf 7.000 Schritte. Ich habe (bis auf den An- und Anreisetag, als ich meinen schweren Koffer zu schleppen hatte) den Aufzug gänzlich links liegen gelassen und immer die Treppe benutzt, auch wenn es mal von Deck 3 hoch auf Deck 15 ging – das hilft natürlich beim Schrittsammeln und hält nebenbei auch den Blutzucker gut in Schach. Und wem das an Bewegung noch nicht reicht, der kann sich in dem wirklich bestens ausgestatteten Fitnessstudio mit oder ohne fachkundige Anleitung an Geräten und in Kursen austoben. Und anschließend im weitläufigen, angenehm ruhigen Spa bei ein paar Saunagängen oder im Whirlpool mit Blick auf’s Meer entspannen. Diese Dinge haben mir sehr gut gefallen auf der AIDA prima.

Unser nächstes Reiseziel: Gardasee auf eigene Faust

Wirklich erholt fühle ich mich nach meiner Kreuzfahrt aber nicht. Was nicht nur am Schlafmangel liegt, sondern auch an der Dauerbeschallung, den vielen Menschen und dem Überangebot an vororganisierten Mahlzeiten, Aktivitäten und Ausflügen. So eine Kreuzfahrt dürfte am ehesten Menschen gefallen, die auch sonst gern All inclusive-Cluburlaub buchen. Ich hingegen plane meine Reisen lieber selbst und lasse dabei viel Raum für spontane Ideen. Diesen Sommer zum Beispiel geht es für mich und meinen Mann Christoph mit dem Auto an den Gardasee. Über Airbnb haben wir eine großzügige Ferienwohnung mit toller Dachterrasse in einem hübschen Städtchen etwa 5 Kilometer nördlich des Sees gebucht. Wir wollen unsere Rennräder mitnehmen und Touren um den Gardasee und in die Berge nördlich des Sees unternehmen. Wandern dürfte in der Gegend auch Spaß machen, ebenso wie Tagesausflüge nach Verona oder rauf ans Stilfzer Joch. Darauf freue ich mich schon riesig!

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Unser nächstes Reiseziel: der Gardasee (Foto: Pixabay)

Die beschriebene Kreuzfahrt wurde mir von AIDA Cruises kostenlos zum Zweck der Berichterstattung für Focus Diabetes zur Verfügung gestellt. Meine Blogbeiträge über diese Kreuzfahrt spiegeln meine persönliche und vom Veranstalter unbeeinflusste Meinung wider.

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