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Hautreaktionen auf das Freestyle Libre: AKdÄ informiert über Kontaktallergien und ihre Ursachen

Ein Kommentar

Heute hat die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AKdÄ) eine Bekanntgabe zu Kontaktallergien nach Verwendung des Freestyle Libre im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht. Die verantwortliche Substanz ist vermutlich Isobornylacrylat (IBOA).

Ich persönlich vertrage den Sensor ja sehr gut und habe auch sonst keine Probleme mit dem Freestyle Libre. Trotzdem hatte mich hier schon verschiedentlich mit dem Thema Hautreizungen auseinandergesetzt. Im April 2016 etwa mit der Frage, ob der Hersteller bei Hautreaktionen haftbar gemacht werden kann, und im August 2017 mit dem Thema Acrylate als mögliche Auslöser für die heftigen allergischen Reaktionen, die doch bei einem erheblichen Teil der Anwender auftreten. Nun gibt es also neue Informationen, die für all jene wichtig sein dürften, die mit nässenden und juckenden Ekzemen auf den Sensor und seine Bestandteile reagieren.

An dieser Stelle einmal die Zusammenfassung und Empfehlung der AkdÄ zum Thema:

Die Anwendung des FreeStyle Libre Flash Glukose Messsystems kann zu einer Kontaktallergie gegen den Einwegsensor führen. In der Gebrauchsinformation wird angegeben, dass manche Personen möglicherweise empfindlich auf die Klebefolie reagieren, die den Sensor auf der Haut fixiert. Zwei publizierte Untersuchungen von Patienten mit Hautreaktionen an der Applikationsstelle sprechen jedoch dafür, dass es sich um Kontaktallergien auf Isobornylacrylat (IBOA) handelt (2;4). Dieses bekannte Allergen konnte nicht in der Klebefolie, sondern im Sensor selbst nachgewiesen werden und wird dort vermutlich zum Verbinden von Plastikteilen verwendet. Hingegen bedürfen etwaige Reaktionen auf die Klebefolie selbst weiterer allergologischer Aufklärung. Wenn Patienten eine Hautreaktion an der Applikationsstelle des Sensors entwickeln, die verdächtig auf eine Kontaktallergie ist, muss die Anwendung beendet werden. Um die Diagnose zu sichern, kann eine Epikutantestung mit IBOA 0,1 % pet. durchgeführt werden; diese Lösung sollte vom Hersteller des Sensors zur Verfügung gestellt werden (2). Fälle von Kontaktallergien auf den FreeStyle Libre Sensor sollten als Vorkommnis an die Abteilung für Medizinprodukte des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemeldet werden (https://www.bfarm.de/DE/Service/Formulare/functions/Medizinprodukte/_node.html) und dem Hersteller eine Untersuchung des betroffenen Sensors ermöglicht werden. Dies gilt vor allem, wenn eine Allergie auf IBOA im Epikutantest bestätigt wurde. Sie können entsprechende Fälle auch an die AkdÄ berichten, diese werden dann an die zuständige Abteilung im BfArM weitergegeben.

Die vollständige Bekanntgabe inklusive der zitierten Studien und weiterführenden Links findet ihr hier.

AKdÄ moniert mangelnde Mitwirkung von Abbott

Wichtig erscheint mir dabei in dem Volltext-Dokument vor allem der abschließende Absatz, in dem die AKdÄ kritisch anmerkt, „dass der Hersteller von FreeStyle Libre sich nur sehr zurückhaltend an der Aufklärung der Hautreaktionen beteiligt hat“. So habe man Bestandteile des Sensors gegenüber der schwedisch-belgischen Dermatologengruppe nicht preisgegeben, sodass die ursächliche Chemikalie erst mittels aufwändiger chemischer Analyse durch die schwedische Arbeitsgruppe ermittelt werden musste. Ein solches Vorgehen sei für die Dermatologen betroffener Patienten natürlich nicht möglich. „Aus Sicht der AkdÄ sollte sich der Hersteller aktiv an der Aufklärung der gemeldeten Fälle von Hautreaktionen beteiligen, und er sollte daran arbeiten, zum Schutz der Patienten IBOA im Sensor gegen eine weniger allergene Substanz zu ersetzen.“

Allergische Reaktionen unbedingt dem Hersteller UND dem BfArM melden!

Der Meinung bin ich auch: Es muss doch möglich sein, eine Liste aller bei der Produktion verwendeten und potenziell allergenen Substanzen zu veröffentlichen, oder wie seht ihr das? In jedem Fall sollten alle Betroffenen ihre Erfahrungen mit Hautreaktionen nicht nur in den sozialen Medien teilen, sondern unbedingt auch dem Hersteller UND dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden (zum Meldeformular geht es in dem Link oben).

Ein Kommentar zu “Hautreaktionen auf das Freestyle Libre: AKdÄ informiert über Kontaktallergien und ihre Ursachen

  1. Hallo, habe 7-8 mal den Freestyle Libre Sensor getragen. Danach traten starke allergische Reaktionen auf! Seit ca 2 Jahren spritze ich wieder Insulin

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