Süß, happy und fit

Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

Frechheit, die haben doch glatt den Wasserwiderstand erhöht!

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Puh, das war anstrengend! Ich bin heute seit letztem Sommer zum ersten Mal wieder im Freibad geschwommen und haben natürlich gleich gemerkt, wie sehr mir (und auch meinem Zucker!) meine sportlichen Routinen abhanden gekommen sind…

Seit kurzem dürfen in Schleswig-Holstein die Freibäder wieder öffnen. Es dürfen nur eine begrenzte Zahl von Schwimmern ins Wasser, die Liegewiesen sind gesperrt, man muss sein Ticket vorher online und mit Angabe der Kontaktdaten buchen. Das ist ein bisschen lästig, aber okay – und immerhin braucht man keinen negativen Schnelltest. Dass das ungeordnete Herumplantschen derzeit nicht erlaubt ist, sondern nur ordentliches Bahnenschwimmen, kommt mir sogar entgegen. Heute also Premiere für mich und meinen Diabetes.

Sport lebt von der Routine. Man muss es hinkriegen, das Training und alle damit verbundenen Handgriffe so fest in den Alltag zu integrieren, dass man nichts mehr hinterfragt, sondern einfach macht. Corona sei Dank ist es schon ziemlich lange her, dass ich in einem solchen routinierten Sportmodus gelebt habe. Keine Lauf- oder Triathlonwettkämpfe, die mich zum Training motivieren, dazu hartnäckige Schulter- und Nackenverspannungen, die sich bislang sowohl von Yoga, als auch von Physiotherapie, Blackroll, neuem Nackenkissen und Massagepistole unbeeindruckt zeigen. Und natürlich die alles überschattende Corona-Lethargie…

Doch so langsam geht das Leben wieder los: Ich habe vorgestern meine zweite Impfung (BionTech/Pfizer) gegen Corona bekommen und sollte also in knapp zwei Wochen bestmöglich immunisiert sein. Mein Fitnessstudio hat wieder geöffnet, ich habe eine Wiedereröffnungs-Mail von unserer Tanzschule bekommen, und sogar eine Einladung zu einem Triathlon-Event im September ist mir schon reingeflattert. Auch unser hiesiges Freibad hat wieder geöffnet. Und heute war der Tag, an dem ich mir wieder eine gewisse Schwimm-Routine aneignen wollte.

Ich musste quasi bei Null anfangen: Schwimmen? Was muss man dafür nochmal alles in den Rucksack packen? Ach ja, Handtuch, Schwimmbrille, Badelatschen, Badeanzug, Hypohelfer, Plastiktüte für die nassen Sachen nach dem Schwimmen, Diabetestäschchen. Den Zucker pushte ich lieber ein bisschen höher, bevor ich mich mit Sack und Pack aufs Fahrrad schwang – denn wenn ich eine bestimmte Sportart eine Weile nicht mehr ausgeübt habe, zieht sie beim ersten Mal erfahrungsgemäß mehr Zucker als wenn ich halbwegs gut im Training bin. Mit einem Wert von knapp über 200 mg/dL fühlte ich mich sicher genug, um für 20 Bahnen ins Wasser zu steigen.

Note to myself: Nächstes Mal das Selfie am Beckenrand lieber vor dem Schwimmen machen, dann habe ich nicht diese hässlichen Augenringe von der Schwimmbrille… (Auch das gehört wohl zur Sportroutine, die ich mir wieder erarbeiten muss…)

Als ich mich ins Becken gleiten ließ, war mein erster Gedanke: Oh, das ist ganz schön nass! Und nach den ersten Zügen Brustschwimmen: Frechheit, die haben doch glatt den Wasserwiderstand erhöht! Die Bewegungsabläufe waren alles andere als rund, ich war mir nicht sicher, ob das alles nun eher gut oder eher schlecht für meine Schulter ist, und mein Tempo unterschied sich nicht von dem der etwas fülligeren älteren Damen mit Badehaube, die am Ende einer Bahn immer am Beckenrand hängen und plauschen.

Aber ich habe 20 Bahnen à 50 Meter durchgezogen, die sich zum Schluss immerhin schon wieder ein bisschen flüssiger anfühlten. Mein Glukosewert lag vor dem Start des Schwimmtrainings bei 206 mg/dL mit steigender Tendenz, nach dem Schwimmen war er tatsächlich auf 119 mg/dL mit fallender Tendenz abgesackt. Also lieber eine KE fürs Nachhauseradeln einwerfen. Der Keks, der seit dem letzten Mal Schwimmen im Sportrucksack auf mich gewartet hatte, war sogar noch genießbar.

Zuhause angekommen, habe ich gleich zwei weitere Schwimmtermine für die kommende Woche gebucht. Ciao Corona-Blues, willkommen zurück in der Sportroutine! 🙂

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