Süß, happy und fit

Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes


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Es hilft alles nix, wir müssen vorerst weiter selbst Kohlenhydrate schätzen und berechnen!

Kohlenhydrate richtig zu schätzen ist vermutlich die größte Fehlerquelle, die es im Umgang mit Diabetes so gibt. Und deshalb kommen findige Startups auch immer wieder mit neuen Apps und Gadgets auf den Markt, die einem das lästige Schätzen, Abwiegen und Rechnen ersparen sollen. Beim ATTD-Kongress Anfang dieses Jahres in Berlin habe ich hierzu eine Vortragssitzung besucht – und dabei leider keine wirklich ausgereiften Lösungen gefunden.

Ein saftiges Steak mit Stampfkartoffeln, eine verlockende Lasagne oder ein unwiderstehlicher Cupcake – es gibt einfach jede Menge Leckereien, die für Menschen mit Diabetes zur komplexen Textaufgabe werden. Dummerweise ist es nicht immer leicht, die exakten Zutaten und Nährstoffzusammensetzung einer Mahlzeit herauszufinden. Klar, dass es unter diesen Umständen zu Fehlern beim Schätzen der Kohlenhydrate und damit auch bei der Insulindosierung kommt. In einer Sitzung mit dem Titel „Nutrition and Technology“ beim diesjährigen ATTD-Kongress berichtete Prof. Ram Weiss von der Hebrew University of Jerusalem: „Wenn Patienten im Alltag die Kohlenhydratmenge schätzen, dann verschätzen sie sich bei industriell gefertigten Lebensmitteln um bis zu 30 Prozent und bei selbst zubereiteten Mahlzeiten sogar um bis zu 50 Prozent.“ Weiterlesen


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Mal spinnt er, mal nimmt er nix krumm: Mein Blutzucker…

Ein Brötchen, die eine Hälfte mit Serranoschinken und Ei belegt, die andere Hälfte mit Käse und Marmelade. Dazu ein Smoothie aus Spinat und etwas Birnensaft. Typische Wochenendfrühstück. Blutzuckerverlauf? Untypisch. Danach Food Truck Festival mit etlichen ungewohnten Gerichten – und Ebbe in der Insulinpatrone. Blutzuckerverlauf? Völlig ungerührt.

Man sollte ja meinen, nach über 6 Jahren mit Typ-1-Diabetes habe man so halbwegs durchschaut, wie der Blutzucker wann und warum tickt. Ist aber nicht so. Dafür ist mein Tagesprofil vom vergangenen Samstag ein tolles Beispiel. Der Tag fing mit einem gemütlichen Frühstück an, wie ich es am Wochenende oft zu mir nehme: ein Brötchen, die eine Hälfte mit Serranoschinken und Ei belegt, die andere Hälfte mit Käse und Marmelade. Dazu ein Smoothie aus Spinat und etwas Birnensaft. Unzählige Male erfolgreich mit 6 KE geschätzt, den Glukoseanstieg mit einem Spritz-Ess-Abstand von 25 Minuten auch prima austariert. Weiterlesen


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Alltagsmathematik: Beim diabetischen Dreisatz führen offenbar viele Wege zum Ziel…

Wie viele Gramm Kohlenhydrate sind in 5 Ferrero Küsschen enthalten? Vor einer Weile hatte ich euch gebeten, mir eure Rechenwege zu schildern. Eure Antworten haben mich verblüfft: Ich hatte keine Ahnung, wie unterschiedlich man diese Aufgabe rechnen kann!

„Ich habe letztens noch meiner Tochter gesagt: Dreisatz brauchst du ein Leben lang, das bestätigt dir jeder Diabetiker!“ Das war eindeutig mein Lieblingskommentar auf die kleine Rechenaufgabe, die ich euch vor einer Weile hier gestellt habe. Wer’s nicht gelesen hat, die Aufgabe lautete folgendermaßen: 100 Gramm Ferrero Küsschen enthalten 40,3 Gramm Kohlenhydrate. Die Packung enthält 178 Gramm bzw. 20 Stück. Wie viele KH enthalten 5 Stück? Denn natürlich verzichtet Ferrero (bislang!) darauf, die Kohlenhydratangaben pro Stück auf der Packung zu vermerken. Das wäre ja zu einfach, die diabetische Bevölkerung muss schließlich fit im Kopfrechnen bleiben, nicht wahr? Allerdings gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass die Lebensmittelhersteller irgendwann einmal ein Einsehen haben und ihre Nährwerttabellen auf den Packungen einfach um eine Spalte ergänzen: nämlich mit den Nährwertangaben pro Stück. Weiterlesen


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Kohlenhydrate berechnen per App – ein tolles Projekt mit einigen Fragezeichen

GoCarb soll Nahrung anhand von Fotos erkennen, segmentieren und rekonstruieren, um dann ihren Kohlenhydratanteil zu berechnen. Doch an meinen Lieblingsgerichten würde das System vermutlich scheitern.

Eine hühnereigroße Kartoffel enthält etwa zehn Gramm Kohlenhydrate und damit eine KE, eine Scheibe Schwarzbrot etwa zwei KE. Zwei Esslöffel gekochter Reis entsprechen einer KE, ebenso wie eine halbe Banane. Mit solchen Faustformeln wurde ich – wie vermutlich jeder insulinpflichtige Diabetiker – vor knapp fünf Jahren aus meiner Schulung entlassen und stehe seither mehrmals täglich vor der Herausforderung, den Kohlenhydratanteil meines Essens korrekt abzuschätzen, damit ich die richtige Dosis Insulin spritzen kann. Weiterlesen