Süß, happy und fit

Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

Kinners, wie die Zeit vergeht! Das war mein (Diabetes-) Jahr 2018

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Mein Jahr 2018 war in vielerlei Hinsicht ein ziemlich bewegtes und aufregendes. Vielleicht habt ihr ja Lust, es gemeinsam mit mir Revue passieren zu lassen…

Im Januar dachte ich kurzzeitig darüber nach, IMG_7560vielleicht doch auf eine Pumpe umzusteigen – und überlegte es mir dann doch wieder anders. Ich bin einfach viel zu zufrieden mit meinem Zustand, wie er ist. Und daran hat sich auch bis zum Jahresende nichts geändert. Außerdem ganz wichtig in meinem Alltag: Christoph entschloss sich, in seiner Ernährung gänzlich auf Zucker zu verzichten, um abzuspecken und um ein bisschen Konsequenz in seine Ernährung zu bringen. Ende Januar war ich dann wieder einmal beim T1Day, bei dem viel über das Thema Closed Loop diskutiert wurde. Für mich wurde daraus eine Liste mit 10 Dingen, die man wissen sollte, wenn man eine künstliche Bauchspeicheldrüse bauen möchte.

Im Februar war ich mal wieder mit einer Staffel der IDAA beim Sibirien-Marathon am Start. Zwar nicht jenseits des Ural, aber dieses Mal dann doch bei eisigen Temperaturen. Mein Zucker war nicht so brav wie ich es von ihm gewohnt bin, doch das Event war trotzdem klasse.

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Im März zeigten sich bei Christoph und mir nach ein paar Wochen konsequentem Kalorienzählen und Disziplin beim Essen die ersten Erfolge auf der Waage. IMG_9531Bis zum Jahresende hat Christoph übrigens knapp 30 Kilo abgenommen, und ich habe es (abgesehen von der Weihnachtszeit, in der wieder ein Kilo auf die Rippen zurückgekehrt ist) auf 8,5 Kilo gebracht. Für mich machte sich der Gewichtsverlust übrigens auch beim Basalbedarf, beim Spritz-Ess-Abstand und bei der Insulinempfindlichkeit tagsüber bemerkbar. In Sachen Abnehmen weniger erfolgreich war ich bei einem Schnupper-Wochenende Mitte März in Oberwiesenthal, an dem Christoph und ich zusammen mit anderen Typ-Einsern aus der IDAA erstmals Skilanglauf ausprobierten. Denn obwohl wir uns enorm viel bewegten, musste ich zur Vermeidung von Hypos derart viel Zuckerzeug essen, dass ich kein Kaloriendefizit hinkriegte. Trotzdem war es ein Riesenspaß, der Lust auf mehr machte!

IMG_9582 IDAA-Gruppe

Im April hatte ich die Möglichkeit den digitalen Insulinpen Pendiq 2.0 zu testen, der mich leider überhaupt nicht überzeugen konnte. Ich fand die Handhabung sehr umständlich, die App einfach nur unprofessionell und hätte zu allem Überfluss auch noch ein neues Diabetestäschchen gebraucht, damit der große klobige Pendiq Platz findet. Soviel Mehrwert bot das digitale Gedächtnis des Kloppers dann doch nicht…

Im Mai folgte gleich mein nächster böser Verriss: IMG_7581Auch mit dem Dexcom G5 konnte ich mich nicht so recht anfreunden. Aus all diesen Produkttests folgte für mich die Erkenntnis, dass ich mit meiner bewährten Therapie aus ICT und Freestyle Libre einfach am besten fahre: Never change a winning team! Ein tolles Team ist auch unsere IDAA-Truppe aus Hamburg und Schleswig-Holstein, mit der wir uns im Mai erstmals zu einer gemeinsamen Radausfahrt mit anschließendem Grillen in unserem Garten und außerdem beim Itzehoer Störlauf zusammenfanden. Bei der 300 Kilometer langen Radtour rund um die Mecklenburger Seenplatte war ich persönlich zwar nicht dabei, dafür aber Tobi, Bianca und Christoph – und ich fieberte via WhatsApp mit.

Thiel_In guten wie in schlechten Werten_webIm Juni konnte ich endlich mein lange angekündigtes Buch „In guten wie in schlechten Werten“ fertig gedruckt in den Händen halten. Ein Mutmach-Buch für Menschen mit Diabetes und ihre Angehörigen – und mein absolutes berufliches Highlight in diesem Jahr! Über zwei Jahre hatte ich daran gearbeitet und im Verlauf der Arbeit immer wieder den Aufwand der vielen Arbeitsschritte unterschätzt: Interviewpartner finden, 15 Familien und Paare in ganz Deutschland besuchen, Porträts schreiben und mit den Protagonisten abstimmen, den Fotografen briefen, mit dem Kirchheim-Verlag über Layoutentwürfe diskutieren, Kommentare der Experten einholen und redigieren, Hintergrundkapitel recherchieren und schreiben, alle Einzeltexte zu einem fertigen Manuskript zusammenstellen, das Manuskript meiner Familie zum Lesen geben, Korrekturen und Überarbeitungen einpflegen, das fertige Manuskript an den Verlag schicken, auf die gelayoutete Fassung warten, mit dem Grafiker Layoutkorrekturen besprechen, einen Klappentext schreiben, bei der DDG-Jahrestagung im Mai am Stand des Verlags Vorabdrucke herumzeigen… und dann war endlich das richtig fertige Buch da und kurz darauf auch im Handel erhältlich. Ich bin noch immer sehr stolz auf dieses Projekt und freue mich über die vielen positiven Rückmeldungen, die ich zu meinem Buch bekommen habe.

IMG_9914Im Juli steht bei mir seit einigen Jahren immer der Hamburger Triathlon fest im Kalender. So auch in 2018 – und dieses Mal waren mit mir noch eine ganze Reihe weiterer Typ-Einser von der IDAA am Start. Ich ging mit meiner persönlichen Bestzeit von 1:41:35 ins Ziel und war deswegen stolz wie Bolle. Doch auch die anderen IDAA-ler übertrafen allesamt ihre bisherigen Zeiten, sodass wir den Hamburger Triathlon als ziemlich rekordverdächtiger Verein abschließen konnten. Doch es gab im Juli noch einen weiteren schicken Termin im Zusammenhang mit Diabetes für mich: Ich war als Pressevertreterin ins Camp D eingeladen und konnte mich einen Tag lang dort umsehen, an Workshops teilnehmen und mit zusammen mit anderen älteren Semestern wünschen, ich wäre mal für ein paar Tage wieder 20 Jahre alt und könnte dieses coole Camp als Teilnehmerin erleben.

Im August machte ich bei der Diabetes-Blogwoche mit, in der wir Bloggerinnen und Blogger aufgerufen waren, jeden Tag zu einem anderen vorgegebenen Thema einen Blogbeitrag beizusteuern. Außerdem war endlich Urlaub angesagt, der Christoph und mich dieses Mal ins holländische Friesland führte, wo wir bei einer Radreise mit dem Fahrrad von Örtchen zu Örtchen tingelten. Meine urlaubsreife Seele freute sich über die zwangsläufige Entschleunigung – denn bei Gegenwind kommt man auch auf plattem Land nicht allzu schnell vom Fleck. Und mein Zucker freute sich wie üblich über die viele Bewegung (und die damit verbundenen Gummibärchen und anderen Sport-KE…).

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20180908_BSL_314Im September schleifte ich begleitete mich Christoph mit ins Diabetes-Barcamp der Blood-Sugar-Lounge in Frankfurt. Er war ganz erstaunt, dass ihn so viele Leute mit Namen ansprachen, die er noch nie zuvor gesehen hatte. Manche beglückwünschten ihn sogar zu den vielen erfolgreich abgespeckten Kilos – tja, Kunststück, ich mache hier auf meinem Blog ja kein großes Geheimnis um meinen weltbesten Ehemann aller Zeiten. Und deshalb wussten halt gleich ganz viele Menschen, die meinem Blog folgen, wer dieser ominöse Bärtige an meiner Seite ist, wie er heißt und welche Ernährungsgewohnheiten er derzeit so pflegt. Außerdem erschien endlich die neue Ausgabe des Focus Diabetes, für die ich ein umfangreiches Themen-Spezial zu Diabetes und Psyche konzipiert und geschrieben hatte.

Im Oktober machte die Nachricht Furore, dass Abbott in Kürze eine neue Version des Freestyle Libre inklusive Alarmfunktion bei hohen und niedrigen Werten herausbringt. Und ich stellte mal wieder fest, dass ich hier auf diesem Blog im Grunde nur über das Freestyle Libre berichten müsste, wenn es mir in erster Linie um Klicks ginge. 20x30-AMBL4956Es ist tatsächlich erstaunlich, wie groß das Interesse an diesem Produkt ist: Wann auch immer ich in die Klick-Statistik schaue um zu sehen, welche Blogbeiträge besonders häufig gelesen und mit welchen Suchbegriffen sie gefunden wurden, sind die Blogbeiträge über das Freestyle Libre auf den ersten Plätzen. Das wird vermutlich nicht anders sein, wenn ich meinen Testbericht zum Freestyle Libre 2 veröffentliche, das ich aktuell parallel zum Sensor der ersten Generation zur Probe trage. Dieses Mal beteiligt sich übrigens auch Christoph an meinem Test: Er ermahnt mich alle Naslang, möglichst häufig blutig gegenzumessen, damit er in Excel dann die Kurven der beiden Libre-Sensoren und möglichst vieler blutiger Werte zusammenführen und auswerten kann. Ich denke, dass wir im Laufe des Januar 2019 mit der Analyse fertig sind – und dann schreibe ich einen Erfahrungsbericht, den ihr gern wieder viel klicken und teilen dürft. 🙂 Im Vergleich zu meinen Berichten über Diabetestechnik werden meine Blogbeiträge über sportliche Heldentaten leider viel, viel weniger geklickt. Dabei sind diese für mich eigentlich viel bedeutsamer. So war mein erster Halbmarathon am 21. Oktober in Amsterdam mein absoluter sportlicher Höhepunkt in 2018: Hättet ihr ein Jahr zuvor gedacht, dass ich einmal 21 Kilometer am Stück laufen würde? Und auch noch Spaß dabei haben würde? Nun, selbst wenn so ein Gedanke für euch gar nicht so abwegig war – für mich war ein Halbmarathon vor einem Jahr noch absolut undenkbar. Umso mehr erfüllt es mich mit Stolz, dass ich so etwas nun hingekriegt und mich sogar schon für meinen nächsten Halbmarathon angemeldet habe.

Im November wurde im Rahmen der DDG-Herbsttagung auch der DDG-Medienpreis verliehen. Und zu meiner großen Freude wurde er in der Kategorie Print meiner lieben Kollegin Eileen Stiller zugesprochen, die in 2017 im Focus Diabetes ein sehr umfangreiches und ungeheuer informatives Themen-Spezial über moderne Diabetesmedikamente veröffentlicht hat. Zu einem klitzekleinen Teil war auch ich an diesem Themen-Spezial beteiligt, denn ich habe ein Interview zu den Schwierigkeiten der Umstellung auf Insulin bei Typ-2-Diabetes beigesteuert. Ich fand es supernett von Eileen, dass sie mir hierfür einen Anteil des Preisgelds überlassen hat.

Im Dezember hatte ich die Gelegenheit, auf Einladung von Novo Nordisk einen Blick in deren Forschungslabore zu werfen und – zusammen mit anderen Patientenbotschaftern aus aller Welt – mit Experten über das Potenzial embryonaler Stammzellen für die Therapie von Typ-1-Diabetes zu sprechen. Hierzu wird es in der März-Ausgabe des Focus Diabetes ein paar Seiten von mir zu lesen geben. Doch ich schaute in Dänemark nicht nur Forschern über die Schulter, sondern war auch Teil des ersten DEEPtalk-Events, bei dem Menschen mit Diabetes in acht Vorträgen über ihren Alltag und insbesondere die damit verbundenen Herausforderungen beim Essen berichteten. Es war für mich das erste Mal, dass ich einen Vortrag auf Englisch gehalten habe, und deshalb eine ziemlich aufregende Angelegenheit.

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Wow, was für ein (Diabetes-)Jahr! Ich bin froh und dankbar, dass mir mein Diabetes 2018 keine bösen Überraschungen beschert hat, dass ich an tollen Projekten und Events mitwirken durfte und immer wieder Gelegenheit hatte, inspirierende andere Menschen mit Diabetes kennen zu lernen. Ich wünsche euch allen einen vergnüglichen Rutsch ins Jahr 2019 und hoffe, dass wir alle in ein neues Jahr ohne große gesundheitliche Sorgen und dafür mit jeder Menge Spaß, Erfolg, Glück und Zufriedenheit starten werden. Passt gut auf euch auf und bis nächstes Jahr!

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