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Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

Kontinuierliche Glukosemessung mit dem Dexcom G5: Warum ich unsere kleine Affäre am 5. Tag beendet habe

Ein Kommentar

Über die Ostertage hatte ich die Gelegenheit, den Dexcom G5 zur Probe zu tragen. Die Firma Dexcom hatte mir freundlicherweise das vollständige Equipment für einen ganzen Monat zur Verfügung gestellt. Allerdings ist mir bereits am fünften Tag der Geduldsfaden gerissen: Der G5 und ich sind einfach keine Freunde geworden. Das lag zum einen an den Alarmen und zum anderen an der dazugehörigen App.

Ich bin ein Mensch, dem die Penetranz moderner Geräte manchmal gehörig auf den Zeiger geht. Vor allem, weil diese ihre Bedürfnisse in der Regel nur ebenso undifferenziert artikulieren können wie ein neugeborener Säugling. Ein Säugling schreit, wenn irgendwas nicht passt, ein Gerät piept. In unserer Küche haben wir einen Induktionsherd, der piept, sobald das Bedienfeld nass wird – sei es, weil etwas überkocht oder weil man es etwas zu feucht abgewischt hat. Der Herd piept dann alle paar Sekunden und lässt nicht locker, bis man sein Riesenproblem beseitigt hat.

Es piept, es piept – welches Gerät will nun schon wieder was von mir?

Ähnlich verhält sich die Mikrowelle: Sie piept, wenn der Aufwärmvorgang beendet ist und es Zeit ist, die Tür zu öffnen und das Erwärmte rauszunehmen. Oder wenn beim Auftauchen das Gefriergut einmal gewendet werden muss, damit es gleichmäßig auftaut. Auch die Mikrowelle ist hartnäckig: Sie piept ebenfalls alle paar Sekunden, bis man tut, was sie von einem verlangt. Und dann wäre da noch die Funkuhr, die piept, sobald ihre Batterie zur Neige geht (was ich per se widersinnig finde, denn durch das Piepen verbrauchen sich ihre mageren Ressourcen ja nur umso schneller – aber das ist so einem Gerät ja nicht begreiflich zu machen). Am schlimmsten finde ich es, wenn ich auch einmal irgendwo im Haus ein Piepen wahrnehme, das ich erstmal keinem Gerät zuordnen kann. Es piept und piept, aber ich weiß nicht, welche Kiste da gerade was von mir will. So etwas macht mich irre. Und genau das ist vermutlich der Grund, warum ich mich mit dem Dexcom G5 (und damit vermutlich auch mit anderen rtCGM-Systemen) nicht so recht anfreunden konnte. Denn auch so ein Sensor verlangt ziemlich viel Aufmerksamkeit – und fordert sie ohne Rücksicht auf meinen Alltag mit penetranten Alarmen ein. Doch ich erzähle einfach mal der Reihe nach, wie sich meine kleine unglückselige Affäre mit dem Dexcom G5 entwickelt hat.

Die vielen Testberichte anderer Blogger haben mich neugierig gemacht

Image-1[4]In den vergangenen Monaten hat eine ganze Reihe von Diabetesbloggern das rtCGM-System von Dexcom getestet und darüber geschrieben. Zum Beispiel Ramona von Tattoostravelstypeone, Kathy von Diapolitan und Saskia von Diafeelings.
Nun war ich auch damals schon der Meinung, dass ich gar nicht die klassische Kandidatin bin, der die Krankenkasse unbedingt ein rtCGM-System spendieren sollte, da ich niedrige Zuckerwerte ziemlich zuverlässig selbst spüre, dank Freestyle Libre nicht nur Blutzuckerwerte, sondern auch Glukoseverläufe im Blick habe und im Tagesverlauf auch nicht vergesse, auf meinen Zucker zu achten, sodass mir hohe Werte ebenfalls nicht entgehen. Und trotzdem machten mich die vielen Testberichte neugierig: Was ist im Alltag angenehmer, sicherer, zuverlässiger? Wäre ich mit einem Dexcom G5 vielleicht noch etwas besser bedient als mit meinem Freestyle Libre (an dem ich ja bekanntlich nicht sonderlich viel auszusetzen habe)?

Frickelige Angelegenheit, diese Abschussrampe für den Sensor…

Zum Glück war man bei Fa. Dexcom bereit, auch mich für einen Probemonat kostenlos komplett mit Sensoren, Transmitter und Empfänger (den ich allerdings nicht anrührte, weil ich die App auf meinem iPhone nutzen wollte). Kurz vor den Ostertagen kam das dicke Paket bei mir an, und am Ostersamstag hatte ich Zeit und Muße, mich mit dem ganzen Klimbim auseinanderzusetzen. Die Anleitung ist immerhin eine PDF-Datei mit 278 Seiten – uff! Gemeinsam mit Christoph schaute ich mir das Video in der App an, mit dem das Setzen des Sensors erklärt ist. Wir setzten den Sensor am oberen seitlichen Bauch, wie es in der Anleitung empfohlen wird (auch wenn es sehr viele potenzielle Tragestellen gibt – doch beim ersten Sensor will ich alles genauso machen, wie der Hersteller es vorgibt). Ziemlich frickelige Angelegenheit mit dieser Abschussrampe, aber letztlich kriegten wir es hin. Nach zwei Stunden Aufwärmzeit und der Erstkalibrierung mit zwei Blutzuckerwerten lieferte der Sensor endlich erste Werte auf die App auf mein iPhone. Und damit ging der Ärger im Grunde los.

Problem Nr. 1: Die Dexcom-App läuft nicht stabil auf meinem iPhone

Denn die Dexcom-App lief nicht stabil auf meinem iPhone SE. Wenn ich sie öffnete, konnte ich einen kurzen Blick auf den aktuellen Glukosewert erhaschen, dann stürzte sie ab. Erst beim zweiten Anklicken blieb die App dann geöffnet und zeigte meine Glukosekurve. Außerdem meldete sie (mit einem Alarm!) regelmäßig Signalverlust, auch wenn das iPhone in unmittelbarer Nähe des Sensors war. Image-1[5]Ob es nun daran lag, dass ein iPhone SE nicht die allerneueste Generation Smartphone ist (es sollte allerdings laut Dexcom-Liste normal kompatibel sein) oder dass ich neben dem Dexcom-Sensor auch mein MacBook und meinen Fitbit-Tracker per Bluetooth damit verbunden habe? Ich weiß es nicht. Möglicherweise hätte ich – so der Rat vom Dexcom-Support – diesen Fehler beheben können, indem ich erst einmal alle Bluetooth-Verbindungen kappe und dann alle Geräte nacheinander wieder neu per Bluetooth mit dem iPhone verbinde. Wenn ich den Dexcom dann als erstes Gerät gekoppelt hätte, wäre er ggf. auf einem priorisierten Bluetooth-Kanal gelandet (ich gebe das als schlichter User einfach mal wieder, ohne selbst genau zu verstehen, was technisch dahinter steckt) und damit stabiler verbunden gewesen. Doch dazu hatte ich ehrlich gesagt für einen bloßen Produkttest keine Lust. Zumal dies nicht das einzige Manko der App war.

Problem Nr. 2: Diese Alarme gehen mir höllisch auf den Zeiger!

Rückblickend muss ich sagen, dass ich für die fünf Tage, an denen ich den Dexcom G5 getragen habe, zufällig genau die richtige Phase erwischt habe um zu testen, wie ich mit den Alarmen klarkomme, die das System abgibt, wenn mein Glukosewert zu niedrig oder zu hoch ist. Denn aus unerfindlichen Gründen beschloss mein Körper um Ostern herum, wieder mehr Bolusinsulin und beim Frühstück auch wieder einen längeren Spritz-Ess-Abstand (SEA) einzufordern. Ich hatte im Zuge meines Projekts „Runter mit den blöden 8 Kilos“ ja nicht nur mein Basalinsulin, sondern auch meine Bolusfaktoren drastisch herunterfahren und meinen SEA verkürzen müssen. Und obwohl ich weiter mein Gewicht reduziere, verlangte mein Körper ab Ostern wieder nach mehr Insulin pro Kohlenhydrateinheit, und nach mehr Vorlauf. Ob das nun mit den Wechseljahren (sinkende Östrogenspiegel verringern bekanntlich die Insulinempfindlichkeit) zu tun hat, die sich aktuell in Form von kleinen Hitzeflashs wieder bemerkbar machen, tut eigentlich nichts zur Sache – entscheidend ist, dass ich erst einmal ein paar Tage mit unerklärlich hohen Werten nach den Mahlzeiten zu tun hatte, bis ich kapiert hatte, dass ich offenbar an den Bolusfaktoren herumschrauben muss.

Und bei genau diesen hohen Werten meldete sich der G5 mit seinen Alarmen. Und zwar alle fünf Minuten, auch wenn ich den hohen Wert längst registriert hatte und vielleicht sogar schon eine Korrektur abgegeben hatte, die aber naturgemäß auch ein Weilchen Zeit braucht um zu wirken. Image-1[6]Der Alarm vermittelte mir alle fünf Minuten das Gefühl: „Du hast etwas FALSCH gemacht!“ und auch „Du musst etwas TUN, damit der ALARM wieder aufhört!“ Nun habe ich meinen Diabetes generell ziemlich gut im Griff und bin deswegen auch gar nicht so leicht zu frustrieren. Ich hatte ja auch begriffen, dass da offenbar ein Wechsel der Bolusfaktoren anstand und war gewillt (und auch fähig), das Problem in Angriff zu nehmen. Dennoch zerrten die Alarme ziemlich an meinen Nerven – und ich zeterte herum wie sonst mit der piependen Mikrowelle oder dem Induktionsherd: „Halt endlich die Klappe, ich kümmere mich doch schon darum!“ Christoph ging es damit übrigens ganz ähnlich: Er hatte sich spaßeshalber die Follower-App von Dexcom installiert um einmal zu schauen, wie es für ihn ist, meine Werte im Blick zu haben, auch wenn wir gerade nicht zusammen sind. Er bekam also im Büro alle fünf Minuten Alarme, wenn mein Sensor Signalverlust oder einen Wert oberhalb von 200 mg/dl meldete – und dann setzten beim ihm tatsächlich Fragen ein wie „Warum korrigiert sie den hohen Wert denn nicht?“ oder „Sollte ich mal anrufen, ob alles in Ordnung ist?“ Das waren Sorgen, die er sich sonst nicht macht und für die es in meinem Fall auch keinen reellen Anlass gibt. Für Eltern von Kindern mit Diabetes ist die Follower-Funktion sicherlich in vielen Situationen ein Segen – doch für uns war sie ganz einfach nervig, weil nicht nur einer, sondern alle beide sich mit überflüssigen Alarmen herumärgern mussten.

Nun gibt es eine Reihe anderer Apps, die man anstelle der Original-Dexcom-App zusammen mit dem Sensor nutzen kann und die das Problem mit den penetranten und undifferenzierten Alarmen besser im Griff haben. Von einem Freund erfuhr ich, dass er gute Erfahrungen mit der App „Sugarmate“  gemacht hat, die sich der Daten aus der Dexcom-App bedient und sie besser darstellt. Ich probierte das gleich einmal aus. Sugarmate bereitet die Daten tatsächlich so auf, dass ich damit etwas anfangen kann – ich kann zwischen Bolus- und Basalinsulin differenzieren (hierzu mehr weiter unten im Text) und außerdem noch ein paar weitere Features nutzen (z. B. Notfallkontakte eingeben, denen im Notfall mein GPS-Standort mitgeteilt wird oder einen Notfallanruf, sollte mein Glukosewert längere Zeit unter 55 mg/dl verweilen). Ebenfalls schick: Ich kann bei den Farben der App zwischen vielen verschiedenen Themes wählen. Tatsächlich sieht die Oberfläche von Sugarmate viel besser aus als die der Dexcom-App und bietet zudem viel mehr Informationen, ohne dass man an den Rechner muss. Allerdings ist der Weg „von hinten durch die Brust ins Auge“: Damit Sugarmate an meine Daten kommt, muss ich Sugarmate als weiteren Dexcom-Follower einrichten. Als Follower erhält die Sugarmate dann – ebenso wie mein Mann – meine Glukosedaten gespiegelt.

Daneben gibt es aber auch Apps, die gänzlich unabhängig von der Dexcom-eigenen App arbeiten. Ich habe mir sagen lassen, dass es z. B. mit xDrip und Spike dank eines anderen Algorithmus möglich ist, Alarme auch mal für eine Weile stumm zu schalten, wenn man sich bereits um das Problem gekümmert hat oder wenn man z. B. für eine anstehende Sporteinheit ganz bewusst einen höheren Zuckerwert anpeilt. Möglicherweise wäre ich deutlich zufriedener mit der Performance des Dexcom gewesen, hätte ich eine andere App genutzt. Doch diese Apps habe ich nicht getestet. Ist es am Ende naiv zu erwarten, dass der Hersteller zusammen mit seinem Produkt eine gut durchdachte und voll funktionsfähige App auf den Markt bringt, die im Alltag unterstützt statt nervt?

Problem Nr. 3: Die Dexcom-App eignet sich nicht für die Dokumentation

Die mangelnde Möglichkeit, Alarme etwas differenzierter zu handhaben, ist leider nicht der einzige Punkt, der mich an der Dexcom-App stört. An meinem ersten Tag trug ich im Tagesverlauf alle Insulingaben und Kohlenhydrate in die App ein – so weit, so gut. Image-1[1]Abends wunderte ich mich allerdings, dass ich keine Option habe, Lantus als Basalinsulin zu dokumentieren. Dabei wirbt Dexcom damit, die in der App dokumentierten Daten in die Software Clarity zu exportieren und dort für die umfassende Analyse des Diabetesmanagements (auch zusammen mit der Diabetespraxis) zu nutzen. Doch wie soll das funktionieren, wenn das Basalinsulin in der App überhaupt nicht dokumentiert werden kann? Wie heißt es noch so schön: „Das Basalinsulin heißt genau deshalb Basalinsulin, weil es die Basis für die gesamte Diabeteseinstellung darstellt.“ Wer ohne ein solches Fundament plant, dessen Haus lässt sich nicht stabil errichten. Ich konnte zunächst nicht glauben, dass diese Option in der App tatsächlich komplett fehlt und fragte deshalb sowohl in der Community als auch beim Dexcom Support nach. Doch es ist Fakt: Man kann kein Basalinsulin dokumentieren, und damit ist die Dexcom-App für das Diabetesmanagement schlicht unbrauchbar, so leid mir dieses harte Urteil auch tut. Vom Dexcom-Support erfuhr ich, dass man jüngst beim ATTD-Kongress in Wien die App ja im Rahmen eines Blogger-Events der Community vorgestellt und um Verbesserungsvorschläge gebeten hatte. Image-1[7]Dort sei u. a. auch angeregt worden, man möge die Dokumentation des Basalinsulins in die App integrieren. Sorry, aber dazu kann ich wirklich nur mit dem Kopf schütteln: Die Dokumentation von Basalinsulin ist eine unverzichtbare Basisfunktion, die in jeder Diabetes-App von Vornherein möglich sein muss. Alles andere ist doch Quatsch, die Banane kann doch nicht komplett beim Kunden reifen!
Ich finde es seltsam, dass die Entwickler von Dexcom nicht von allein auf diese Idee gekommen sind, sondern erst das Feedback aus der Community brauchten, um auf diesen entscheidenden Mangel aufmerksam zu werden. Ich halte Blogger-Events für eine coole Sache, wenn man für das Feintuning einer App (z. B. Menüführung, Personalisierung etc.) Feedback aus der Community einholen möchte. Aber doch bitte nicht für unverzichtbare Basisfunktionen! Ich muss bei diesem Punkt also meine obige Frage wiederholen: Ist es am Ende naiv zu erwarten, dass der Hersteller zusammen mit seinem Produkt eine gut durchdachte und voll funktionsfähige App auf den Markt bringt?

Problem Nr. 4: Der G5 hinkt dem Freestyle Libre zeitlich hinterher

Während der fünf Tage, an denen ich den Dexcom G5 getragen habe, hatte ich den Eindruck, dass mein Freestyle Libre näher an den Blutzuckerwerten (gemessen mit Freestyle Precision) dran war und auch weniger Zeitverzögerung gegenüber dem Blutzuckerwert hatte. Und das, obwohl der G5-Sensor ja zweimal täglich mit einer Blutzuckermessung kalibriert wird. Image-1[3]
Vom Dexcom-Support erhielt ich den Tipp, beim nächsten Sensor eine andere Tragestelle auszuprobieren. Manchmal trifft man beim Setzen des Sensors ein Gefäß, es blutet ins Gewebe ein, und in einem Bluterguss braucht der Sensorfaden länger, um die Zuckerwerte zu erfassen. Klingt plausibel und ist sicherlich manchmal eine Erklärung für eine lange Leitung – doch in meinem Fall kann ich das ausschließen: Nach Entfernen des Testsensors sah die Haut darunter tippitoppi aus, von einem Bluterguss keine Spur. Nun bin ich eine einzelne Anwenderin, die einen einzigen Dexcom-Sensor getragen hat und damit keine repräsentativen Daten zusammengetragen hat. Nach allem, was ich von Kongressen und aus Studien weiß, ist der Dexcom G5 derzeit das genaueste aller verfügbaren CGM-Systeme. Nur bei mir hat sich das halt nicht bewahrheitet. Bei mir läuft das Freestyle Libre perfekt und ohne nennenswerte Abweichungen vom Blutzucker, und offenbar ist seine Messgenauigkeit in meinem Gewebe durch ein anderes System nicht zu toppen.

Problem Nr. 5: Der Tragekomfort ist schlechter als beim Freestyle Libre

Dieser Punkt ist im Vergleich zu den oben genannten zu vernachlässigen. Und doch war mein Empfinden während des fünftägigen Tests, dass der Dexcom G5 aufgrund der Dicke des Transmitters stärker aufträgt und damit im Alltag etwas unangenehmer ist als der Freestyle Libre-Sensor, der sehr flach und damit für mich kaum spürbar ist.

Fazit: Aktuell werden der Dexcom und ich einfach nicht happy miteinander

Eigentlich hatte ich vor, nach dem ersten Probesensor noch einen zweiten zu setzen. Und zwar an den hinteren Oberarm, wo ich auch mein Freestyle Libre trage: ein Arm Dexcom, ein Arm Libre. Dann hätte ich zumindest in Sachen Messgenauigkeit und auch Tragekomfort noch einmal etwas validere Vergleiche anstellen können. Image-1Nachdem meine ersten Tage mit dem Sensor nicht wirklich beglückend liefen, beschloss ich, wenigstens den ersten Sensor bis zum Ende seiner Laufzeit zu tragen und das System samt der verbliebenen Sensoren dann an Dexcom zurückzuschicken. Doch an Tag 5 brachte dann irgendein bescheuerter Alarm (längst korrigierter hoher Wert, Signalverlust, ich weiß es gar nicht mehr…) das Fass zum Überlaufen. Ich sagte mir, dass ich mir im Grunde längst ein Bild gemacht und mein persönliches Urteil gefällt habe, sodass ein paar Tage mehr oder weniger kaum mehr etwas daran ändern können. Bis auf dass es meine Lebensqualität verbessern würde, den Sensor vorzeitig zu entfernen. Und genau so war es auch. Für mich persönlich war die Glukosemessung mit dem Dexcom G5 kein Gewinn gegenüber dem Freestlye Libre, sondern eine Belastung. Ich klopfe mal schnell auf Holz, denn ich neige überhaupt nicht zu unbemerkten oder nächtlichen Unterzuckerungen (wie mir nicht nur der Libre-Sensor, sondern auch der Dexcom G5 bestätigt hat), für die Alarmmeldungen natürlich ein Segen sind. Ich denke im Tagesverlauf auch ohne Alarme im Schnitt etwa 18-mal daran, meinen Glukosewert zu scannen, sodass mir Ausreißer nach oben oder unten nicht verborgen bleiben und ich rechtzeitig gegensteuern kann. Doch im Unterschied zum rtCGM, das mich mit seinem Alarm aus allem herausreißt, das ich gerade mache, habe ich es beim Libre selbst in der Hand, wann ich messe. Image-1[2]Ich kann also z. B. nach dem Mittagessen in aller Ruhe arbeiten, muss mir keine Gedanken um eine stabile Bluetooth-Verbindung oder Ähnliches machen und scanne meinen Wert dann, wenn ich ohnehin gerade eine kleine Denkpause einlege oder einen Arbeitsschritt abgeschlossen habe. Dann habe ich den Kopf frei für meinen Zucker, messe meinen Glukosewert und kümmere mich bei Bedarf entsprechend. Für mich hat sich das bewährt, und die Erfahrung mit dem Dexcom G5 zeigt mir, dass ich daran auf absehbare Zeit auch nicht rütteln möchte. Bei mir ist es so: Ich habe bei all meinen iPhone-Apps Push-Meldungen, Banner-Benachrichtungen und all diesen Firlefanz deaktiviert, weil mich so etwas nervt. Die Kanäle, die für mich relevant sind, steuere ich lieber aus eigenem Antrieb an, wenn der Zeitpunkt für mich gerade passend ist. Und so möchte ich es auch bei meinem Diabetesmanagement weiter handhaben. Solange mein Körpergefühl mich bei bösen Ausreißern selbst alarmiert, überlasse ich das nervige Piepen der Mikrowelle und dem Induktionsherd.

Ich habe das Dexcom G5 rtCGM-System von Fa. Dexcom Deutschland unentgeltlich für einen Produkttest erhalten. Mein Blogbeitrag spiegelt meine eigene, vom Hersteller unbeeinflusste Meinung wider.

 

Ein Kommentar zu “Kontinuierliche Glukosemessung mit dem Dexcom G5: Warum ich unsere kleine Affäre am 5. Tag beendet habe

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