Süß, happy und fit

Echte Geschichten aus meinem bewegten Leben mit Typ-1-Diabetes


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Happy diaversary to me – mit einem Kronleuchter aus Insulinampullen!

Vor genau 16 Jahren habe ich die Diagnose Typ-1-Diabetes erhalten. Und pünktlich zu diesem Jubiläum ist mein neuestes DIY-Projekt fertig geworden: ein Kronleuchter als Lampe über unserem Esstisch, dessen Gehänge neben selbstgezogenen bunten Glasperlen vor allem aus leeren Insulinampullen bestehen.

Auf die Idee, leere Insulinampullen zu sammeln, bin ich 2020 gekommen. Da bereitete sich die Diabetesszene auf den Jahrestag „100 Jahre Entdeckung des Insulins“ im Folgejahr vor. Und ich dachte mir, dass ich ja vielleicht irgendetwas Schönes aus meinen ganzen Insulinfläschchen fabrizieren könnte, deren Inhalt mir immer wieder das Leben rettet. Nur fehlte mir lange die zündende Idee, was das genau sein könnte. Und so sammelte ich erst einmal weiter, bis ich Ende 2025 auf einmal wusste, was ich damit anfangen möchte.

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Ob mit oder ohne Pumpe und Algorithmus: Diabetes bleibt eine Zumutung!

Es ist nun gut sechs Wochen her, dass ich mit meiner Ypsopump in den Automode gewechselt bin und die Insulindosierung in weiten Teilen dem CamAPS Fx-Algorithmus anvertraut habe. Seither hatte ich nur noch eine nächtliche Hypo und verbringe noch einmal mehr Zeit im Zielbereich als zuvor. Doch so richtig 100 Prozent glücklich bin ich mit dem System leider nicht. Denn die gewünschte mentale Entlastung lässt noch auf sich warten – und vielleicht sollte ich mich auch von genau dieser Erwartung verabschieden.

Wenn Menschen mit Diabetes im Internet schreiben, dass sie trotz toller Technik nicht so recht glücklich sind mit ihrer Therapie, dass sie müde und frustriert sind, obwohl ihnen alle Optionen offenstehen, dann müssen sie sich auf einen – je nach Reichweite – kleinen oder großen Shitstorm gefasst machen. Es ist doch undankbar zu jammern, wenn Menschen in ärmeren Ländern nicht einmal Zugang zu Insulin, geschweige denn zu moderner Diabetestechnik haben. Typ-Einser, die seit Jahrzehnten mit ihrem Diabetes leben, erinnern dann gern an Glasspritzen mit dicken Nadeln, die am heimischen Herd ausgekocht werden mussten. An Sammelurin in Gefäßen auf der Fensterbank, mit dem sich ab und an mal ein Glukosewert ermitteln ließ. Und an wenig flexible Insuline, die einen festen Mahlzeiten- und Spritzplan erforderten und sportliche Aktivität zu einem lebensgefährlichen Risiko machten. Menschen ohne Diabetes entfährt bei solchen Gelegenheiten gar ein wenig empathisches „Immerhin ist es nicht Krebs!“

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Drei Tage mit einem Pumpen-Dummy: Ja, ich will jetzt ein AID-System!

Wer mir schon länger folgt, kennt meine Vorliebe für Insulinpens und meine Bedenken gegenüber der Pumpentherapie. Doch in den vergangenen Monaten hat sich meine Haltung geändert. Und deshalb habe ich in meiner Diabetespraxis kürzlich an einem Infoabend zu Insulinpumpen teilgenommen und diese Woche ein paar Tage lang das Tragegefühl der Ypsopump getestet.

Kurzfristige Anwandlungen, es vielleicht doch einmal mit einer Insulinpumpe zu probieren, hatte ich im Laufe der Jahre immer wieder einmal. Doch meist steckte dahinter eher diffuse FOMO (fear of missing out – also die Angst, etwas zu verpassen) und kein echter Wunsch nach Veränderung. Weshalb regelmäßig binnen kürzester Zeit meine Trägheit wieder die Oberhand hatte: Warum etwas Neues starten, wenn es doch eigentlich prima läuft?

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Diabetes-Stress bei einer tollen Aktivreise nach Masuren

Ich war mal wieder mit einer Gruppenreise von Frosch-Sportreisen unterwegs. Dieses Mal nicht allein, sondern mit meinem Mann Christoph. Zusammen mit zehn anderen Leuten und einem tollen Reiseleiter erkundeten wir im Kajak, auf dem Fahrrad und in Wanderschuhen das traumhafte Naturparadies Masuren. Mein Diabetes entpuppte sich dabei leider oft als Spielverderber.

Unsere ausgedehnten Kajak-, Fahrrad- und Wandertouren waren zwar physisch nicht sonderlich anstrengend. Aber sie beanspruchten aufgrund ihrer Streckenlänge halt jeweils ca. 3 bis 5 Stunden – und das ist eine Aktivitätsdauer, die in meinem Alltag sonst eher selten vorkommt. Meine Glukosesensor warnte mich also ziemlich häufig vor sinkenden Werten, und mein Verbrauch an Sport-KE schoss in ungeahnte Höhen. Leider habe ich – willkommen im Leben mit Typ-1-Diabetes – erst in der rückblickenden Analyse wirklich verstanden, was da los war und was ich hätte besser machen können.

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Dexcom G7 vx. FreeStyle Libre 3: Meine Bilanz nach 8 Monaten

Anfang November 2024 bin ich nach 10 Jahren vom FreeStyle Libre 3 (FSL3) zum Dexcom G7 gewechselt. Und bevor die Erinnerung an das vorige System ganz verblasst, hier mein subjektiver Vergleich der beiden Glukosesensoren. Kleiner Spoiler vorweg: Ich habe den Wechsel nicht bereut!

Den Anstoß für meinen Entschluss hatte meine Teilnahme an einer Sensorstudie Ende September 2024 am Zentrum für Sportwissenschaft der Universität Bayreuth (BaySpo), über die ich hier bereits ausführlich berichtet hatte. Zum Glück hatte meine Krankenkasse die Verordnung für das neue System anstandslos und in Lichtgeschwindigkeit durchgewunken, sodass ich nur wenige Wochen später mit meinem ersten regulären G7 starten konnte.

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Was tun, wenn es demnächst kein Levemir mehr gibt?

Wer das Basalinsulin Detemir (Levemir®) mit dem vergleichsweise kurzen Wirkfenster verwendet, muss sich demnächst nach einer Alternative umsehen. Denn der Hersteller Novo Nordisk nimmt es – zusammen mit anderen frühen Insulinen – Ende 2025 vom Markt.

Diese Marktbereinigung stellt eine kleine Gruppe von Menschen mit Typ-1-Diabetes vor große Probleme: nämlich sportlich aktive Personen, die aus guten Gründen eine intensivierte Insulintherapie (ICT) statt einer Pumpen- oder AID-Therapie nutzen und die Flexibilität mit diesem Basalinsulin zu schätzen wissen. Ein Umstieg auf ein längerwirksames Basalinsulin ist für sie keine praktikable Lösung.

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Happy diaversary to me! 15 Jahre mit Typ-1-Diabetes

Heute ist es auf den Tag genau 15 Jahre her, dass ich vom Hausarzt zum Diabetologen geschickt wurde, weil mein Blutzuckerwert absurd hoch war. Ist so ein Jahrestag ein Grund zum Feiern? Ich persönlich schmeiße zwar keine fette Party, aber ein bisschen feierlich ist mir jedes Jahr an diesem besonderen Tag dann doch zumute.

Heute morgen beim Frühstück beschwerte ich mich – mehr im Scherz als im Ernst – bei Christoph, dass er mir noch nicht zum Diaversary gratuliert hat. Obwohl ich in den vergangenen Tagen doch immer mal subtil darauf hingewiesen hatte, dass dieser für mich bedeutsame Tag naht. Nun ja, mit subtilen Hinweisen ist das bei Männern ja häufig so eine Sache. Aber Christoph hatte meine Hinweise tatsächlich registriert. Er fragte mich aber: „Willst du tatsächlich, dass man dir zu diesem Tag gratuliert?“

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Endlich wieder mit der IDAA beim Sibirien-Marathon!

In den vergangenen Jahren war immer etwas dazwischen gekommen. Doch dieses Jahr haben wir am 8. Februar 2025 wieder zu fünft mit einer IDAA-Staffel am legendären Lauf im Elmshorner Forst Sibirien teilgenommen. Es war frostig kalt, aber die Stimmung wie immer warm und herzlich.

Unsere Teilnahme am Sibirien-Marathon als IDAA-Staffel hat eine gewisse Tradition, wie man auch auf diesem Blog nachlesen kann. Zum ersten Mal waren wir 2016 dabei, auch 2017 drehten wir gemeinsam 59 Runden um den See, 2018 lag tatsächlich Schnee, und auch 2019 waren wir mit der IDAA vertreten. Ein Jahr später war zwar eine IDAA-Staffel am Start, doch ich war beruflich unterwegs und konnte das Event nicht hier dokumentieren. Und dann kamen die Lockdown-Jahre, die erst einmal alle sportlichen Wettkämpfe unmöglich machten.

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Im Rekordtempo von täglich 35 auf 25 Einheiten Insulin

Seit etwa zwei Monaten nutze ich ein Östrogen-Gel, um eine Reihe von Beschwerden im Zusammenhang mit den Wechseljahren in den Griff zu bekommen. Und das wirkt sich auch ganz erheblich auf meine Insulinempfindlichkeit aus.

Eigentlich hatte ich ja gedacht, dass ich so eine Kandidatin bin, an der die Wechseljahre supereasy vorbeiziehen. Als ich irgendwann vor nunmehr rund 7 Jahren meine letzte meine letzte Hormonspirale ziehen ließ und danach einfach gar keine Periode mehr hatte, kam mir das nicht wie ein gewaltiger Einschnitt vor. Und auch die mit der Postmenopause einhergehenden typischen Beschwerden hielten sich zunächst in Grenzen.

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Mit einem IDAA-Team bei der Vätternrundan 2024 – Teil 3

Last but not least berichtet uns heute mit Bianca nun auch die Dritte im Bunde von ihren Erfahrungen bei dem diesjährigen Radrennen rund um den Vätternsee. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Glückwünsch an alle Finisher!

Ich bewundere Bianca wirklich dafür, wie zäh sie trotz diverser Widrigkeiten durchgehalten hat. Wirklich allerallerspätestens in dem Moment, in dem ihr Mann ihr 30 Kilometer vor dem Ziel mit dem Auto noch Ersatz-Equipment vorbeibrachte, hätte ich auf meinen Schweinehunds gehört. Der hätte mir nämlich garantiert nahegelegt, Regen und Kälte umgehend gegen ein warmes Plätzchen mit Sitzheizung zu tauschen. Aber lest selbst, was Bianca zu erzählen hat!

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