Süß, happy und fit

Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

Auf den Tag genau 8 Jahre mit Diabetes – eine rechnerische Bestandsaufnahme

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Der 30. März ist seit 2010 ein besonderer Tag für mich. Nämlich der Jahrestag meiner Diabetesdiagnose, mit der sich in meinem Leben zwangsläufig allerhand geändert hat. Eine gute Gelegenheit mich zu freuen, dass ich die vergangenen acht Jahre recht gut bewältigt habe – und am Leben bin!

In den vergangenen Jahren habe ich an dieser Stelle immer wieder meinen ersten Blogbeitrag zum Jahrestag meiner Diabetesdiagnose herausgekramt. Ich finde den Beitrag immer noch gut und zutreffend, also lest ihn gern noch einmal ;-). Doch irgendwann ist es auch mal gut mit dem Text-Recycling und es muss ein neuer Diaversary-Beitrag her. Hier ist er – und er hat viel mit Zahlen zu tun.

Denn wenn der Diabetes eines in meinem Leben verändert hat, dann mein Verhältnis zu Zahlen. Ich muss trotz meines fehlenden mathematischen Talents ständig irgendetwas berechnen. Essen abwiegen und die Kohlenhydrate anteilig berechnen. Kohlenhydrate schätzen und die erforderliche Insulindosis ermitteln. Glukosewerte interpretieren und die notwendige Kohlenhydratzufuhr kalkulieren. Kurz gesagt: Obwohl ich null Bock auf Mathe habe, bin ich in einer Dauerrechenschleife gefangen.

Und weil das so ist, habe ich heute auch einmal den Taschenrechner hervorgeholt, um euch mit Zahlen zu bombardieren und den großen globalen Schatz des unnützen Wissens zu vergrößern. Voilà:

  • 32. So viele Zwischenzeugnisse… ähhhh… HbA1c-Werte habe ich in den vergangenen acht Jahren ausgestellt bekommen. Sie lagen zwischen 12 Komma irgendwas zum Zeitpunkt der Diagnose und 5,7 Prozent als meinem niedrigsten Wert irgendwann im ersten oder zweiten Jahr. Mittlerweile bin ich sehr zufrieden mit Werten zwischen 6,0 und 6,7 Prozent (ohne nennenswert viele niedrige Werte erschwindelt, weil dieser Einwand ja immer gern mal aus der Community kommt) – gerade gestern habe ich meinen aktuellen Laborwert von 6,3 Prozent erhalten.
  • 303. So viele Blogbeiträge über mein Leben mit Typ-1-Diabetes habe ich verfasst, seit im November 2014 „Süß, happy und fit“ an den Start gegangen ist.
  • 11.680. So oft habe ich mir in den vergangenen acht Jahren Insulin in den Bauch gespritzt (tschuldigung, du armer dicker Bauch, du verstehst es sicher nicht, warum ich dich so malträtiere, aber glaub mir einfach, dass es sein muss). Etwa viermal am Tag, an 365 Tagen im Jahr, acht Jahre lang.
  • 10.655. Das ist die ungefähre Zahl meiner Blutzuckermessungen seit meiner Diabetesdiagnose (sorry auch an meine Finger, denen vermutlich ebenfalls jegliches Verständnis für dieses viele Gepieke fehlt). Bis November 2014 etwa sechsmal am Tag, an 365 Tagen im Jahr. Seit ich das Freestyle Libre nutze, nur noch etwa 50 Mal im Quartal).
  • 22.995. Die ungefähre Zahl meiner bisherigen Glukosescans. Scannen tut nicht weh, dafür muss ich mich auch bei keinem Körperteil entschuldigen. Deshalb mache ich es im Schnitt etwa 18 Mal am Tag, seit ich vor dreieinhalb Jahren auf das Freestyle Libre umgestiegen bin.
  • 58.400. Wenn ich davon ausgehe, dass ich jeden Tag etwa 20 Gramm Kohlenhydrate zu mir nehme, um eine Hypo zu behandeln oder sinkende Glukosewerte einzufangen, komme ich auf knapp 58 Kilo reinen Zucker, die ich seit meiner Diagnose zu mir genommen habe.
  • 4. Vier Meter lang ist die Strecke, über die ich 58 Kilopakete Haushaltszucker aneinanderreihen müsste, die ich seit März 2010 gebraucht habe.
  • 239.440. Das sind die Kalorien, die ich auf diese Weise zu mir genommen habe. Wohlgemerkt knapp 240.000 kcal, die null Spaß gemacht oder Genuss bereitet haben.
  • 5.840. Weil ich bei der Behandlung oder Vorbeugung von Hypos doch ganz gern manchmal Spaß habe, tausche ich Traubenzucker gern gegen Schokoriegel. So viele Duplo-Riegel braucht man, um mich acht Jahre lang vor Hypos zu schützen. Hat jemand Lust auszurechnen, wie viele Regalmeter das wären?
  • 589.840. Hätte ich in den vergangenen acht Jahren tatsächlich jeden niedrigen Glukosewert mit einem Duplo abgewehrt, wären so viele Kalorien zusammengekommen.
  • 65. So viele Kilos hätte ich zugenommen, wenn diese vielen Hypo-Duplo-Extrakalorien direkt auf meine Hüften gewandert wären. OMG! Doch wo sind sie hin? Vermutlich irgendwie durch den Hirnschmalz kompensiert, den ich in mein Diabetesmanagement investiert habe…
  • 8. So viele Kilos habe ich in den vergangenen acht Jahren tatsächlich zugelegt – und ein bisschen zu lange herumgejammert, dass das wohl irgendwie schicksalhaft ist und ich nichts daran ändern kann.
  • 5,5. So viele Kilos habe ich seit Mitte Januar 2018 abgenommen, weil ich eben doch etwas daran ändern kann (nämlich mit akribischem Kalorienzählen).

Und so starte ich eigentlich ganz zufrieden in mein neuntes Diabetesjahr. Ich hoffe, dass auch ihr euren Frieden mit dem Diabetes gemacht habt – den mit diesem inneren Frieden (und einem Taschenrechner in greifbarer Nähe) geht alles definitiv leichter von der Hand.

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