Süß, happy und fit

Echte Geschichten aus meinem bewegten Leben mit Typ-1-Diabetes


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Freestyle Libre: Diabetiker wollen Kurven statt Punkte!

Die Firma Abbott Diabetes Care vermarktet ihr Flash Glukose Messsystem (FGM) „Freestyle Libre“ zwar durchaus selbstbewusst als „Meilenstein in der Diabetestherapie“. Doch mit dem aktuellen Massenansturm auf das neue Produkt hatte das Unternehmen offenbar nicht gerechnet.

Herzlichen Glückwunsch an die Firma Abbott Diabetes Care: Was seit Einführung des neuen Freestyle Libre Glukosemesssystems in der Diabetes Community los ist, kann man eigentlich nur mit Massenhysterie vergleichen, die regelmäßig beim Verkaufsstart einer neuen Generation iPhone ausbricht. Schon seit Jahresbeginn 2014 kursierten Gerüchte, dass die Firma Abbott ein neues Glukosemesssystem herausbringen wird, eine Art CGM (Continuous Glucose Monitoring, kontinuierliche Glukosemessung), aber letztlich dann doch kein CGM, weil es zwar den Gewebezucker in der Unterhaut misst, aber nicht permanent die Messwerte an das Handgerät überträgt. Vor allem aber sollte es deutlich kostengünstiger als ein CGM und damit für viel mehr Diabetiker bezahlbar sein. Es wurde allerhand gemunkelt von einer Art „CGM light“. Weiterlesen


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Rezept: Saftiger Käsekuchen mit wenig Kohlenhydraten

Der Mürbteig dieses Kuchens enthält dank Süßlupinenmehl nur wenig Kohlenhydrate, und Zucker habe ich durch den Zuckeraustauschstoff Tagatesse ersetzt.

Sonntags kommt es häufiger vor, dass ich Lust auf Kuchenbacken bekomme. So auch heute! Eines meiner Lieblingsrezepte, die ich blind beherrsche, ist Käsekuchen. Ebenso wie bei herzhaften Rezepten, reduziere ich auch beim Kuchenbacken gern den Anteil konventionellen Weizenmehls und ersetze einen Teil davon mit kohlenhydratarmen Alternativen. Am besten gefällt mir bislang Süßlupinenmehl, das ich auch für Quiche gern einsetze . Bei süßen Rezepten muss man sich zusätzlich auch über den Zuckergehalt Gedanken machen. Um Kohlenhydrate einzusparen, habe ich in den vergangenen Jahren diverse Zuckeraustauschstoffe ausprobiert. Mit Stevia kann ich mich geschmacklich nicht anfreunden, da stört mich der leicht bittere Nachgeschmack. Außerdem wird Stevia so niedrig dosiert, dass insbesondere Kuchenteigen schnell das nötige Volumen fehlt, das er sonst durch eine volle Ration Zucker erhält. Erythrit, das unter den Handelsnamen Sukrin, Xucker oder Erythrithol erhältlich ist, gefällt mir deutlich besser. Es sieht beinahe aus wie Zucker, wird ähnlich dosiert wie Zucker und verhält sich beim Backen wie Zucker. Der Geschmack ist in Ordnung, allerdings etwas „heller“ als Zucker, auch wenn das vielleicht nach einer seltsamen Beschreibung für Süße klingt. Weiterlesen


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Rezept: Leckere Mangold-Quiche mit Süßlupinenmehl

Süßlupinenmehl hat nur 13 Gramm Kohlenhydrate auf 100 Gramm und hat mich mit seinen guten Backeigenschaften überzeugt.

Ich backe leidenschaftlich gern. Ob Kuchen, Kekse oder Herzhaftes – neue Rezepte sind mir jederzeit willkommen. Leider passt herkömmliches Weizenmehl nicht zu einer kohlenhydratreduzierten Ernährung nach dem LOGI-Prinzip, das ich bereits vor meiner Diagnose Typ-1-Diabetes für mich entdeckt habe und das meinem Blutzucker sehr gut bekommt. Ich praktiziere LOGI zwar nicht dogmatisch und komme immer noch auf durchschnittlich 100 Gramm Kohlenhydrate am Tag, aber ich bin immer sehr aufgeschlossen für Möglichkeiten, den Kohlenhydratanteil meines Essens clever und lecker zu reduzieren. Weiterlesen


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Vagabund und Bettler aus freien Stücken: Mit Typ-1-Diabetes auf der Straße

Der Stress seines geregelten Lebens in London war ihm zuviel, seither ist Lyndon Owen in ganz Europa auf der Straße zu Hause. Immer mit dabei: sein Typ-1-Diabetes.

Der eine oder andere von euch hat vielleicht schon mein Portrait von Lyndon Owen im aktuellen Heft des „Focus Diabetes“  gelesen. Die Redaktion hat mir einige Seiten für seine Geschichte eingeräumt, insbesondere wegen der tollen Fotos von Marko Priske finde ich den Artikel auch sehr gelungen – doch ich habe bei meiner Recherche natürlich einiges mehr über Lyndon und seinen Kumpel José erfahren als im Heft tatsächlich Platz hatte. Deshalb könnt ihr die Geschichte hier inklusive ergänzendem „Bonusmaterial“ lesen. Weiterlesen


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Weltdiabetestag 2014 – Mein Brief an Frederick Banting, den Erfinder des Insulins

dbwAm 14. November 2014 ist Weltdiabetestag, der jedes Jahr zum Geburtstag von Frederick Banting begangen wird. Er wäre dieses Jahr 123 Jahre alt geworden. Ebenso wie viele andere deutsche Diabetes-Blogger habe ich ihm zu diesem Anlass einen Brief geschrieben.

Lieber Herr Dr. Banting,

oder sollte ich vielleicht besser „lieber Frederick“ sagen? Schließlich stehst du mir seit meiner Diagnose Typ-1-Diabetes ziemlich nahe, denn dir und deinen Kollegen, die in den frühen 1920er Jahren ebenfalls an der Entdeckung des Insulins beteiligt waren, verdanke ich mein Leben nach der Diagnose. Ok, es wäre wohl ein bisschen peinlich, dich deswegen gleich „Papa“ zu nennen, aber zum Duzen sollte es reichen. Weiterlesen


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Rezept: Dattelkonfekt mit Kokos und Kakao

Diese Leckereien kommen zwar ganz ohne zusätzlichen Zucker aus, haben es aber trotzdem ganz schön in sich.

Ob man nun zu den ganz strengen Zuckervermeidern gehört oder nicht – als Diabetiker versucht man meist doch, beim Kochen und Backen den Zuckeranteil in Grenzen zu halten. Bei Eatsmarter.de bin ich kürzlich auf ein Rezept für zuckerfreiem Dattelkonfekt mit Kokos und Kakao gestoßen, das mich neugierig gemacht hat. Zuckerfrei heißt in diesem Zusammenhang allerdings nur, dass kein Haushaltszucker verwendet werden muss – die Datteln enthalten selbst aber eine Menge Fruchtzucker, der natürlich in der Kohlenhydratbilanz zu Buche schlägt. Weiterlesen


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Mit der Diagnose Typ-1-Diabetes erwachte mein sportlicher Ehrgeiz

Viele Typ-1-Diabetiker trauen sich nach ihrer Diagnose erst einmal nicht mehr an Sport heran. Bei mir war es umgekehrt.

Damit ihr verstehen könnt, was Sport heute für mich bedeutet, müsst ihr mich auf einen kleinen Ausflug in meine Kindheit begleiten. Ich war eines dieser Kinder, die sehr früh sprechen und sehr spät laufen lernen. Im Alter von einem Jahr saß ich herum und sagte den Erwachsenen in meiner Umgebung ganz genau, was sie mir als nächstes bringen sollen. Das funktionierte ziemlich gut, so dass es mich lange Zeit überhaupt nicht reizte, mein Umfeld auf eigene Faust und mit eigener Muskelkraft zu erkunden. Mein nächstjüngerer Bruder, knapp drei Jahre jünger als ich, war genau das umgekehrte Kaliber: Er krabbelte bereits mit sieben Monaten und trabte mit einem Jahr längst routiniert durch die Gegend – konnte sich aber deutlich länger als ich nicht verständlich artikulieren. Weiterlesen


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DDG-Jahrestagung: Leistungssport mit Typ-1-Diabetes? Das geht – und wie!

Basalratenanpassung, Blutzucker-Startwert, aerobes und anaerobes Training, Muskelauffülleffekt – die Hochleistungssportler der „Special Ones“ geben Diabetologen Tipps zur Betreuung ihrer sportlichen Patienten.

Noch Ende der 1980er Jahre kam die Diagnose Typ-1-Diabetes faktisch einem Sportverbot gleich. Empfohlen wurden Belastungen mit einer Herzfrequenz von maximal 130 Schlägen pro Minute, wegen der Gefahr einer Hypoglykämie sollten Typ-1-Diabetiker bitte grundsätzlich nur in Begleitung von Nicht-Diabetikern zum Sport aufbrechen. An Hochleistungssport war angesichts solcher Warnungen nicht zu denken. Heute können Typ-1-Diabetiker es dank verbesserter Monitoring- und Therapiemöglichkeiten nicht nur zum ambitionierten Freizeitsportler bringen, sondern auch sportliche Höchstleistungen erreichen. Trotzdem bleibt die Blutzuckereinstellung beim Sport eine kniffelige Angelegenheit – auch mit der intensivierten konventionellen Therapie (ICT) oder der Insulinpumpentherapie, die von vielen Sportlern mit der kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) kombiniert wird. Weiterlesen


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Hilfe, mein Patient will auf Facebook mit mir befreundet sein!

Bei der Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) Ende Mai 2014 in Berlin gab es auch Tipps, worauf Ärzte im Umgang mit Internet, Social Media und Apps achten sollten.

Ärzte gelten gemeinhin als konservativ, was ihr Verhältnis zu den neuen Medien angeht. Bei den meisten beschränkt sich die Nutzung des Internets auf E-Mail-Korrespondenz und die Recherche in Online-Medien wie Wikipedia, der Literaturdatenbank Pubmed, Leitlinien-Portalen oder Arzneimittel-Datenbanken. Wer Kongresse besucht, lädt sich vielleicht auch die App des Veranstalters herunter, um sich im Kongressprogramm zu orientieren oder auf dem Lageplan die Vortragssäle zu finden. Für die eigene Fortbildung nutzen die meisten Ärzte aber weiterhin am liebsten die klassische Fachzeitschrift oder den direkten Austausch mit Kollegen. Bei der Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) Ende Mai 2014 in Berlin, die ich zur Berichterstattung für die Medical Tribune besuchte, gab es für diese klassischen „digital immigrants“ Tipps, worauf sie im Umgang mit Internet, Social Media und Apps achten sollten. Weiterlesen