Die ALS Ice Bucket Challenge hat gezeigt, wie viel Aufmerksamkeit eine Schneeball-Aktion in den sozialen Medien für eine bis dato noch ziemlich unbekannte Krankheit erzeugen kann. Beim T1Day in Berlin fiel daher der Startschuss für eine ähnliche Kampagne – Ziel: Mehr Aufmerksamkeit und Verständnis für Typ-1-Diabetes wecken.
Der stolze Apachenhäuptling Winnetou war meine erste große Liebe. Auf seinen Blutsbruder Old Shatterhand war ich (zumindest im Alter von etwa zehn Jahren) deshalb ziemlich eifersüchtig. Schließlich heißt Blutsbrüderschaft, dass man gemeinsam durch dick und dünn geht, füreinander einsteht und einander blind vertraut. So verschossen wie ich in Winnetou war, hätte ich diesen Status dem Bleichgesicht Lex Barker eigentlich gern streitig gemacht. Weiterlesen →
Kein Fingerstechen, keine Insulinspritzen mehr, kein mühsames Berechnen von Kohlenhydraten und Insulineinheiten, keine Geräte am Körper oder in der Handtasche, die uns beim Simulieren dessen helfen, was der Körper eigentlich allein können sollte… Dürfen wir irgendwann auf eine Heilung vom Typ-1-Diabetes hoffen?
Als ich Ende März 2010 – kurz nach meinem 40. Geburtstag – die Diagnose Typ-1-Diabetes erhielt, war mein erster (zugegebenermaßen ziemlich absurder) Gedanke: „Ich SCHREIBE über so etwas, ich HABE so etwas doch nicht! Warum ich?“ Doch leider sind auch Medizinjournalisten ebenso wenig wie andere Menschen immun gegen gesundheitliche Schicksalsschläge, gegen unerklärliche Launen der Natur wie das Entstehen eines Typ-1-Diabetes. Es gibt zwar immer wieder Theorien und Forschungsansätze zu der Frage, was diese Stoffwechselerkrankung auslöst oder begünstigt. Doch auch ein Experte wie der Privatdozent Dr. Klemens Raile, der an der Berliner Charité in der Kinder- und Jugenddiabetologie forscht, hat auf diese Frage bislang keine klare Antwort. Umweltfaktoren? Möglich, aber nicht belegt. Als Baby zu kurz oder gar nicht gestillt und zu früh mit Kuhmilch ernährt worden? Könnte sein – doch die Bedeutung dieses Faktors scheint zu gering zu sein, als dass man deswegen Heerscharen frischgebackener Mütter verrückt machen sollte, die vielleicht gute Gründe haben, warum sie nicht stillen können oder wollen. Weiterlesen →
Es gibt mittlerweile eine ganze Menge technischer Hilfsmittel, die uns Diabetikern das Leben erleichtern – und natürlich hoffen wir auf weitere Innovationen auf diesem Gebiet. Doch können wir unser ganzes Diabetes-Denken bald wirklich komplett kleinen schlauen Maschinen überlassen? Wohl eher nicht, habe ich zusammen mit knapp 300 anderen Typ-1-Diabetikern beim T1Day 2015 in Berlin gelernt.
Es gibt ja viele Menschen, die mit Mathematik ein bisschen auf dem Kriegsfuß stehen. Als Typ-1-Diabetiker nutzt es einem leider rein gar nichts, einen kreativ-künstlerischen Beruf zu ergreifen – die Alltagsmathematik hat einen immer fest im Griff. Wir müssen nicht nur den Kohlenhydratanteil von Lebensmitteln korrekt schätzen, sondern auch das noch wirkende Restinsulin im Blick behalten und dann – je nach aktuellem Blutzuckerwert und mit dem zur jeweiligen Tageszeit geltenden KH-Faktor – die richtige Dosis Insulin abgeben. Leider gelingt es zwischen 59 und 64 Prozent der Patienten nicht, die Insulindosis korrekt nach KE-Faktor und Korrekturfaktor zu berechnen, erklärte Sabine Carstensen von der Firma Abbot beim T1Day am 25. Januar in Berlin. Das geht zumindest aus etlichen internationalen Studien mit dem Diabetes Numeracy Test hervor. Kein Wunder also, dass die Anbieter von Insulinpumpen und Blutzuckermessgeräten seit einigen Jahren immer mehr Geräte mit Bolusrechnern anbieten. Weiterlesen →
Wahrscheinlich kennt ihr das Gefühl: Das MIttagessen ist schon eine Weile her, der Arbeitstag leider noch nicht überstanden, und irgendwie macht sich eine schwer zu ignorierende Lust auf Süßes im Kopf breit. In solchen Fällen muss es nicht immer Schokolade sein – wie wäre es mal mit norwegischem Ziegenkäse?
Es ist ja nicht so, dass ich Schokolade gegenüber abgeneigt wäre, im Gegenteil! Ich gönne mir durchaus regelmäßig kakaohaltige Drogen und spritze brav Insulin dafür. Schokolade hat gegenüber anderen Süßigkeiten ja auch den Vorteil, dass sie aufgrund des enthaltenen Fetts den Blutzucker nicht rasend schnell ansteigen lässt – bei dem Tempo kann eine normale Portion Insulin also durchaus mithalten. Doch es gibt auch Momente, in denen ich der Schokolust nicht nachgeben möchte. Heute zum Beispiel, denn ich habe heute schon Schokolade genascht, um meinen Blutzucker vor dem Schwimmtraining auf ein sportverträgliches Niveau zu pushen. Weiterlesen →
Ja, ich habe neue Laufschuhe. Nein, ich habe sie vor dem ersten richtigen Lauf nicht vorsichtig eingelaufen. Das ist ein großes Problem, findet mein Schweinehund. Und ein Lauf ohne GPS-Ortung via Runtastic hat im Grunde ja auch gar nicht stattgefunden.
Mein Jahr 2015 hatte schweinehundtechnisch eigentlich ganz gut angefangen. Das fiese Borstenvieh hatte sich so gut wie gar nicht zu Wort gemeldet, als ich im Schwimmbad weiter das mühsam erlernte Kraulen übte (immerhin schon zwei mal seit Jahresbeginn) oder als ich einmal gute 11 und einmal gute 8 Kilometer Laufen war (letztere Strecke sogar ziemlich heroisch an einem Sonntagmorgen, an dem es hagelte, stürmte und regnete). Ich dachte schon, ich hätte dem Schweinehund nun endgültig ein Schnippchen geschlagen – bis er sich heute mit ganz neuen Tricks zu Wort meldete. Weiterlesen →
Obwohl ich nach meinen ersten beiden Sensoren des Freestyle Libre ein paar Zweifel hegte, bin ich inzwischen doch zum regelmäßigen Nutzer geworden. Und zwar vor allem deshalb, weil es mir gelungen ist, die Messgenauigkeit des Sensors in den ersten Tagen nach dem Setzen zu verbessern.
Manch einer erinnert sich vielleicht an meinen ersten Erfahrungsbericht zum Freestyle Libre, dem neuen „Flash Glucose Monitoring“ (FGM)-System der Firma Abbott. Ich hatte darin berichtet, dass das System zwar sehr angenehm zu tragen ist und mir auch eine ganze Reihe wertvoller Erkenntnisse über meine Blutzuckerverläufe – etwa nach dem Frühstück oder beim Sport – beschert hat. Doch ich war enttäuscht, weil die Glukosemesswerte des Systems in den ersten zwei bis drei Tagen nach dem Setzen des Sensors doch sehr stark von den Blutzuckerwerten abwichen. Weiterlesen →
Bauchtanz ist weit mehr als ein bisschen anzügliches Popowackeln. Es geht dabei um die Isolation einzelner Muskelgruppen, um die Koordination verschiedener Bewegungsabläufe – und um jede Menge Spaß mit anderen Frauen, die ebenfalls Freude am sinnlichen Tanz in wunderbaren Glitzerkostümen haben.
Ok, ihr müsst zugeben, dass man nicht um den ollen Schlager von Bill Ramsey aus dem Jahre 1961 herumkommt, wenn man als Diabetikerin über ihr Bauchtanztraining schreiben will. Ich sage ganz bewusst „Training“, denn Bauchtanz bzw. orientalischer Tanz ist ein hartes Stück körperliche Arbeit, wenn man die Sache halbwegs ernst nimmt. Ich nehme das Training zumindest halbwegs ernst und übe mich also seit ungefähr zwei Jahren zusammen mit ein paar anderen Frauen unter Anleitung unserer Lehrerin im ägyptischen Cabaret-Stil. Weiterlesen →
Dem Charme der italienischen Küche, insbesondere der vielen leckeren Pasta-Gerichte, kann man sich nur schwer entziehen. Wenn man die Rezepte ein wenig kreativ abwandelt, kann man aber der damit verbundenen geballten Kohlenhydrat-Attacke durchaus entgehen.
Spaghetti, Tagliatelle, Lasagne, Cannelloni… es gibt so viele leckere Pasta-Gerichte in unendlich vielen Variationen, dass ein Menschenleben vermutlich nicht ausreicht, um alle zu probieren. Die meisten Diabetiker wissen allerdings aus leidvoller Erfahrung, dass Pasta-Gerichte ziemliche Kohlenhydrat-Bomben sind und eine Menge Insulin erfordern – zudem lässt sich nur selten auf den Punkt genau vorausplanen, wann die Kohlenhydrate ins Blut gelangen und wann genau man die erforderlichen Insulineinheiten spritzen muss, damit das Wirkmaximum des Insulins passgenau auf die Blutzuckerspitze trifft. Kurz gesagt: Wer sich eine Pasta-Mahlzeit gönnt, hat häufig mit blöden Achterbahnfahrten seines Blutzuckers zu kämpfen. Weiterlesen →
Heute hatte ich keine große Lust zu kochen, das Abendessen sollte also bitte schnell gehen und nach Möglichkeit kein Insulin benötigen. Dafür reichten drei Zutaten aus, die ich in unserem Kühlschrank gefunden habe: Rosenkohl, Schinkenwürfel und Sahne.
Kochen nach dem LOGI-Prinzip muss weder kompliziert noch zeitaufwändig sein. Heute reichten in unserer Küche drei simple Zutaten für ein leckeres und LOGI-konformes Abendessen, für das ich keinerlei Insulineinheiten spritzen musste. Der Zeitaufwand lag insgesamt bei nur etwa 20 Minuten – wobei ich noch einige Partien Ruzzle auf dem iPhone spielen konnte, während der Rosenkohl kochte. (Übrigens: Mein Name bei Ruzzle lautet Ontsche, wer also Lust hat mich herauszufordern – nur zu!) Weiterlesen →
Vor einer Weile habe ich hier darüber geschrieben, zu welchen mathematischen Höchstleistungen Diabetiker etwa bei der Berechnung von Keksen auflaufen müssen, wenn die Nährwerte auf der Packung nicht pro Stück, sondern nur pro 100 Gramm angegeben werden. Inzwischen sind ein paar Reaktionen der Hersteller eingetroffen.
Der eine oder andere von euch erinnert sich vielleicht an meinen Artikel kurz vor Weihnachten 2014 zur umständlichen Berechnen von Kohlenhydraten bei Keksen und anderen Leckereien. Umständlich ist es nämlich immer dann, wenn die Nährwerttabelle nur den Kohlenhydratanteil pro 100 Gramm, nicht aber pro Stück enthält (nicht so vorbildlich). Ich hatte meinen Beitrag auch an die erwähnten Unternehmen weitergeleitet und war natürlich gespannt, ob und wie sie darauf reagieren würden. Weiterlesen →