Süß, happy und fit

Echte Geschichten aus meinem bewegten Leben mit Typ-1-Diabetes


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Von heiter bis wolkig: Mein persönlicher Diabetes-Jahresrückblick 2016

In diesen Tagen schaut jeder zurück auf das alte Jahr, was daran gut und was schlecht war. Schreibt auf, was nächstes Jahr besser werden soll (und verdrängt hartnäckig, wie es um die Erfolgsaussichten der guten Vorsätze bestellt ist). Wenn ihr der Jahresrückblicke noch nicht müde seid, dann schaut euch an, was mich und meinen Diabetes in diesem Jahr bewegt hat.

Januar 2016:

Die Techniker Krankenkasse stoppte die Kostenerstattung für meine Freestyle Libre-Sensoren. Blöd, aber das war schon eine Weile angekündigt gewesen. Ich entschloss mich, die Sensoren vorerst privat weiter zu kaufen – weil ich mich sehr an das System gewöhnt habe und es nicht mehr missen möchte. Weiterlesen


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Was würdest du tun, wenn es eine Pille gegen Diabetes gäbe?

Diese Frage wurde neulich in irgendeiner Facebook-Gruppe gestellt. Klingt auf den ersten Blick vielleicht ein bisschen albern – doch die Antworten und Diskussionen in dem langen daraus entstandenen Thread zeigen ganz deutlich, was Diabetiker am allermeisten an ihrer Erkrankung nervt.

Eine Pille gegen Diabetes, einfach runterschlucken und weg ist die Erkrankung, die Bauchspeicheldrüse funktioniert wieder. Das ist natürlich ein völlig unrealistischer Gedanke. Es gibt eine solche Pille nicht einmal ansatzweise in den Forschungslabors – und wenn es sie gäbe, hätte sie (wie jedes andere Medikament auch) vermutlich Nebenwirkungen, die den einen oder anderen von ihrem Gebrauch abschrecken würde. Das wussten natürlich auch alle diejenigen, die neulich eine solche Frage in einer Facebook-Gruppe kommentiert haben. Und trotzdem haben sie ihren Gedanken spaßeshalber einmal freien Lauf gelassen und sich ausgemalt, was sie als erstes tun würden, wenn sie durch eine solche Wunderpille spontan von ihrem Diabetes befreit wären. Ich fand die Antworten unheimlich spannend, weil sie im Umkehrschluss sehr deutlich zeigen, was unsereins am Diabetes am meisten nervt. Weiterlesen


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Magendrücken, Völlegefühl, Übelkeit, Verstopfung: Wenn der Diabetes die Verdauung beeinträchtigt

Wer meinen Artikel über Verdauungsprobleme bei Diabetes im Focus Diabetes (Heft 3.2016) verpasst hat, kann ihn hier noch einmal nachlesen. Ich für meinen Teil bin seit dieser Recherche heilfroh, dass ich keine Gastroparese habe. Die gewöhnlichen Sperenzchen des Diabetes sind schon herausfordernd genug… Doch lest einfach selbst!

Es ist schon lange her, dass Armin Scholz sich einmal so richtig satt gegessen hat. An manchen Tagen bekommt er kaum mehr als einen Pudding herunter, weil sein Magen gegen jeden Bissen rebelliert. Der 38-Jährige aus Borken in Hessen leidet unter einer Magenlähmung (Gastroparese), ausgelöst durch seinen Typ-1-Diabetes. Weiterlesen


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„Ein dickflüssiges Gefühl im Gehirn“ – Wie beschreibt ihr hohe Zuckerwerte?

Wie kann man Mitmenschen begreiflich machen, wie es sich anfühlt, mit Diabetes zu leben? In einem Symposium bei der Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) ging es um die Gefahren von Blutzuckerspitzen nach dem Essen – und wie es sich anfühlt, wenn der Glukosewert in ungesunde Höhen schießt.

Als ich den Titel des Symposiums der Firma Novo Nordisk las, erwartete ich keine sonderlich emotional ansprechenden Vorträge: „Postprandiale Hyperglykämie – der vernachlässigte Zwilling der Diabeteseinstellung?“ Das klang für mich nach fachmedizinischen Referaten über die Bedeutung kurzwirksamer Analoginsuline, die heftige Blutzuckerspitzen nach dem Essen vermeiden helfen, oder eben über entsprechende Diabetesmedikamente, die bei Typ-2-Diabetes den Blutzuckeranstieg nach dem Essen in Schach halten. Weiterlesen


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Ersthelfer-Kurs: Uff, jetzt bin ich wieder up to date!

Vor einer Weile hatte ich hier ja über den Elmshorner Stadtlauf berichtet, bei dem ich Zeuge eines Unfalls wurde und mir ziemlich unsicher war, was meine Fähigkeiten als Ersthelfer angeht. Nun, ich habe inzwischen Wort gehalten und einen Auffrischungskurs in Erster Hilfe besucht.

Dahinter steckte unter anderem auch der Gedanke, dass ich als Typ-1-Diabetikerin ja durchaus auch einmal die die unglückliche Lage kommen kann, halbwegs kompetente erste Hilfe von Umstehenden zu benötigen. Ich neige zwar nicht zu unbemerkten Hypos und habe mir bislang auch immer selbst helfen können, wenn mein Zuckerwert auf dem absteigenden Ast war – aber man weiß ja nie… Und was andere mir gegenüber im Ernstfall leisten sollen, das möchte ich gern auch selbst passabel draufhaben. Weiterlesen


Nanu, zelebrieren die beim „Spiegel“ auch den Diabetesmonat November?

Wenn ich mich über Diabetesthemen informieren möchte, schlage ich in der Regel nicht die aktuelle Ausgabe des „Spiegel“ auf. Ich schaue auch nicht bei „Spiegel Online“ nach. Es kommt normalerweise nämlich einfach eher selten vor, dass sich das Nachrichtenmagazin mit Diabetes beschäftigt. Doch dieser Monat November scheint die große Ausnahme zu sein: Ich habe fünf längere Artikel im Spiegel entdeckt, die sich alle mit verschiedenen Facetten des Diabetes beschäftigen.

Und ich will es vorwegnehmen: Bis auf einen finde ich die Artikel alle gut geschrieben und ordentlich recherchiert. Weiterlesen


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What’s on a diabetic’s mind… Das Gehirn steht einfach nicht still!

„Sei nicht traurig, dass du Diabetes hast, du machst das doch so toll und hast deine Krankheit so prima im Griff!“ Ihr kennt solche Sprüche sicherlich. Immer wirklich lieb und aufmunternd gemeint, und genau diese Facette weiß ich auch zu schätzen. Und doch nagt manchmal etwas in mir, wenn ich Freunde oder Verwandte so etwas sagen höre. „Habt ihr eigentlich die geringste Vorstellung davon, was mir in puncto Diabetes im Laufe eines Tages so alles durch den Kopf geht? Durch den Kopf gehen muss? Was für Datenmengen das sind?“

Nein, die meisten Menschen haben keine Vorstellung davon. Weder davon, wie viele Gedanken das sind, noch davon, welchen Stellenwert sie manchmal einfordern. Und deshalb finde ich es wichtig, sich gelegentlich darüber mitzuteilen. Nicht um sich mit einer im Alltag meist gut beherrschbaren Krankheit (ja ich weiß, Krebs ist viel schlimmer…) hervorzutun, oder um Mitleid oder Beifall zu heischen. Sondern um aufzuklären und um Verständnis zu werben. Weiterlesen


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Diabetes-Monat November: Muss ich wirklich bei jeder Aktion mitmachen?

Am 14. November ist wie in jedem Jahr Weltdiabetestag, und alle großen Diabetes-Organisationen haben den gesamten Monat November zum „Diabetes-Awareness-Monat“ erklärt, und auf einmal ändern alle schnell ihre Profilbilder. Zu diesen ganzen Aktionen habe ich ein etwas zwiespältiges Verhältnis.

Der Monat hatte kaum begonnen, da häuften sich in meiner Facebook-Timeline die Infos, dass dieser oder jene Kontakt von mir sein Profilfoto gewechselt hat. Statt eines einfachen Fotos ist es dann in der Regel ein Meme mit dem Schriftzug „#this is diabetes“ (von der American Diabetes Association, ADA), ein blauer Kreis als Diabetes-Symbol oder mit dem Schriftzug „T1D looks me“ (von der Juvenile Diabetes Research Foundation, JDRF). Letztere hat auf ihrer Website auch einen kleinen Gimmick parat, mit dem man anhand des Diagnosedatums ausrechnen lassen kann, wie viele Tage man schon mit Diabetes lebt, wie viele Stunden Schlaf man deswegen entbehren musste, wie viele Fingerpiekser und wie viele Katheterwechsel man erdulden musste. Weiterlesen


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Technik der Zukunft: Assistenzroboter und Chatbots für die Diabetestherapie?

Digitalisierung und Big Data sind Schlagworte, über die man derzeit bei der Recherche nach Innovationen in der Medizintechnik stolpert. Und zwar erst recht, wenn man bei einem Healthcare Hackathon übernächtigten Programmier-Nerds über die Schulter schaut.

In der alten, analogen Welt geht technischer Fortschritt so: In den Entwicklungsabteilungen großer Unternehmen sitzen Spezialisten, basteln und machen sich schlaue Gedanken. Sie bauen Prototypen, die sie mit den diversen Fachabteilungen ihrer Firma diskutieren. Irgendwann gibt es ein Produkt, das auf Herz und Nieren geprüft und in Studien getestet wird und dann irgendwann eine Zulassung erhält. Jedes Blutzuckermessgerät, das wir zur Bestimmung unserer Glukosewerte in die Hand nehmen, hat einen solchen klar definierten und ziemlich langwierigen Prozess durchlaufen. Weiterlesen


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Der Herbst ist da – Zeit für die jährliche Grippe-Impfung!

Woran merkt man, dass der Herbst begonnen hat? Nicht nur daran, dass draußen die Blätter von den Bäumen fallen. Sondern auch daran, dass in den diversen Diabetesgruppen auf Facebook mal wieder darüber diskutiert wird, ob man sich als Diabetiker gegen Grippe impfen lassen sollte oder nicht.

Menschen mit Diabetes gelten aufgrund ihrer chronischen Erkrankung als Risikogruppe, deshalb wird ihnen empfohlen, sich einmal im Jahr gegen Grippe impfen zu lassen. Nun gibt es leider eine möglicherweise sogar wachsende Zahl von Menschen, die Impfungen generell skeptisch gegenüberstehen. Und nachdem sich im Jahr 2009 das für die Schweinegrippe verantwortliche Virus H1N1 als deutlich harmloser entpuppt hatte als zu Beginn der Pandemie vermutet, scheinen sich auch an der Grippe-Impfung die Geister zu scheiden: „Alles nur eine Erfindung der Pharmaindustrie“, hört man dann, oder: „Ich lasse mich nicht impfen, mein Körper kommt auch so mit einer Grippe klar.“ Weiterlesen