Süß, happy und fit

Echte Geschichten aus meinem bewegten Leben mit Typ-1-Diabetes


Hinterlasse einen Kommentar

Diabetes-Nostalgie: Kurz mal zurück in Hamburg-Langenhorn

Beim Diabeteslauf der Deutschen Diabetes Gesellschaft DDG, über den ich schon bei der Blood Sugar Lounge berichtet habe, traf ich überraschend meinen ersten Diabetologen, der mich zusammen mit seinem Praxisteam in der ersten Zeit nach meiner Diagnose betreut hat. Und dann war ich am Wochenende sogar selbst mal wieder kurz in meiner alten Heimat Hamburg-Langenhorn – und wurde prompt ein bisschen nostalgisch…

Es war für mich nicht weiter überraschend, dass ich beim Diabeteslauf der DDG allen möglichen Diabetologen in Laufhosen begegne, die ich zuvor in den Vortragssälen mit Anzug und Krawatte auf dem Podium gesehen hatte. Auch dass mein Diabetologe aus Elmshorn mitlaufen würde, hätte ich ahnen können, denn die Praxis am Hogenkamp tritt ab und an auch beim Hamburger Marathon mal mit einem Staffelteam an, hat also ein Faible für’s Laufen. Doch auf einmal sah ich in der Menge auch meinen ersten Diabetologen aus Hamburg-Langenhorn zusammen mit seiner Frau, die als Diabetesberaterin in seiner Praxis mitarbeitet. Weiterlesen


5 Kommentare

Diabetes-Kongress der DDG: Was ist die Aufgabe von Selbsthilfe? Und was leisten Diabetesblogs?

Am Freitag habe ich beim Diabetes-Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) eine spannende Sitzung zum Thema „Selbsthilfe“ besucht. Was kann Selbsthilfe leisten? Wer nutzt die Angebote von Selbsthilfegruppen? Welchen Stellenwert hat die Selbsthilfe im Internet? Die Diskussion war gegen Ende durchaus kontrovers und mündete in der interessanten Frage, ob Diabetesblogs in irgendeiner Form wissenschaftlich zertifiziert sein sollten.

Beim Stichwort „Selbsthilfegruppe“ denken die meisten Jüngeren von uns (zu denen ich mich mit meinen 47 Jahren übrigens auch zähle) an langweilige Kaffeekränzchen mit Diätkeksen, bei denen ältere Typ-2-Diabetiker sich über ihre Gebrechen und das Kantinenessen beim letzten Krankenhausaufenthalt austauschen. Also nichts, womit sich ein jüngerer Mensch identifizieren könnte, der „nur“ mit einem Typ-1-Diabetes gestraft ist, den man ihm im Alltag aber nicht zwingend anmerkt.  Weiterlesen


4 Kommentare

Pleiten, Pech und Pannen: Als Queen of Schussel beim Diabetes-Kongress der DDG

Hinter mir liegt eine volle Woche. Von Dienstagmittag bis heute Mittag war ich quasi nonstop beim Jahreskongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in Hamburg, von der ich für eine Reihe von Fachpublikationen, für die Blood Sugar Lounge und last but not least für euch Blogleser berichten werde. Wenn ich mich nicht wieder verschussele wie in den vergangenen Tagen. Da habe ich in Sachen Zerstreutheit nämlich Rekorde gebrochen.

Mein Geschussel fing damit an, dass ich am Mittwoch am Bahnhof Dammtor ausstieg, den Bahnhof verließ und gewohnheitsmäßig rechts in Richtung Congress Centrum Hamburg (CCH) abbog. Ich wusste zwar, dass das CCH derzeit komplett saniert wird und hatte mich auch im Vorfeld insgeheim gefragt, in welchem Flügel angesichts der umfassenden Baumaßnahmen wohl der DDG-Kongress stattfinden würde. Doch ich war nicht auf die Idee gekommen, einfach mal auf der Kongress-Homepage nachzuschauen, wo die Veranstaltung denn nun tatsächlich stattfinden soll. Weiterlesen


Hinterlasse einen Kommentar

Was tun, wenn ein Diabeteskind Unterstützung in Kindergarten oder Schule braucht?

Im Zuge meiner Recherchen und Interviews für mein Buch über Diabetes und Angehörige habe ich auch einige traurige Geschichten erfahren, in denen Kinder nach ihrer Diabetesdiagnose nicht mehr in der Kita oder in der Schule betreut wurden, weil Erzieherinnen oder Lehrkräfte sich weigerten, beim Diabetesmanagement mitzuspielen.

Deshalb war ich besonders neugierig auf eine Sitzung bei der Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) im vergangenen November in Nürnberg (Himmel, wie die Zeit vergeht!), in der es unter anderem um dieses Thema gehen sollte. Wäre die DDG-Herbsttagung eine Veranstaltung für betroffene Familien, hätte der auf Diabetesthemen spezialisierte Rechtsanwalt Oliver Ebert sicherlich einen anderen Einstieg in seinen Vortrag gewählt. Doch da er sich nun einmal an Ärzte und medizinisches Fachpersonal richtete, konnte er folgenden Satz sagen, ohne gleich ausgebuht zu werden: „Eines der Hauptprobleme, wenn es um die Unterstützung in Kindergarten oder Schule geht, ist die übersteigerte Erwartungshaltung vieler Eltern von Kindern mit Diabetes.“ Weiterlesen


Hinterlasse einen Kommentar

Von heiter bis wolkig: Mein persönlicher Diabetes-Jahresrückblick 2016

In diesen Tagen schaut jeder zurück auf das alte Jahr, was daran gut und was schlecht war. Schreibt auf, was nächstes Jahr besser werden soll (und verdrängt hartnäckig, wie es um die Erfolgsaussichten der guten Vorsätze bestellt ist). Wenn ihr der Jahresrückblicke noch nicht müde seid, dann schaut euch an, was mich und meinen Diabetes in diesem Jahr bewegt hat.

Januar 2016:

Die Techniker Krankenkasse stoppte die Kostenerstattung für meine Freestyle Libre-Sensoren. Blöd, aber das war schon eine Weile angekündigt gewesen. Ich entschloss mich, die Sensoren vorerst privat weiter zu kaufen – weil ich mich sehr an das System gewöhnt habe und es nicht mehr missen möchte. Weiterlesen


3 Kommentare

Damals beim EASD-Kongress in Barcelona 2013: Und neben mir sitzt auf einmal mein Diadoc…

Facebook hat mich vor ein paar Tagen an eine lustige Begebenheit erinnert, die ich seinerzeit auf Facebook gepostet, aber noch nicht auf meinem Blog zum Besten gegeben hatte, weil es mein Blog zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gab. Hier also eine der Lieblings-Anekdoten aus meiner bisherigen Diabeteskarriere!

Vor drei Jahren war ich zum ersten Mal beim Jahreskongress der European Association for the Study of Diabetes, kurz EASD, der jedes Jahr in einer anderen europäischen Metropole stattfindet. 2013 war es Barcelona, und ich hatte den Auftrag, für die Medical Tribune über den Kongress zu berichten. Ich verbrachte eine knappe Woche in dieser wunderschönen katalanischen Stadt: Ich fuhr jeden Tag mit der U-Bahn zur Messe, machte in den wissenschaftlichen Sitzungen Notizen und fotografierte Vortragsfolien, schrieb erste Texte im Pressezentrum oder in meinem Hotelzimmer, traf mich abends mit anderen Journalisten oder Bloggern zu Events – und hatte eine richtig gute Zeit. Weiterlesen


2 Kommentare

Je weniger Bildung und Wohlstand, desto Diabetes?!

Man sollte ja meinen, dass in unserer modernen westlichen Zivilisation alle Menschen den gleichen Zugang zu Gesundheitsversorgung haben und dass Bildung und Sozialstatus keine Rolle dabei spielen, ob jemand Diabetes bekommt und wie dieser Diabetes dann behandelt wird. Bei der DDG-Jahrestagung musste ich leider feststellen: Fehlanzeige! Und zwar sowohl im sozialen Schweden als auch bei uns in Deutschland.

„Egal, was Sie bislang über Chancengleichheit in Schweden gehört haben – in Bezug auf den Diabetes stimmt es einfach nicht.“ Mit diesen Worten eröffnete Prof. Sofia Gudbjörnsdottir von der Universität Göteborg eine Sitzung bei der DDG-Jahrestagung am 6. Mai 2016 in Berlin. Dazu muss man wissen, dass Daten aus Schweden in der Versorgungsforschung hohes Ansehen genießen, denn dort gibt es nationale Register, in welche die Gesundheitsdaten ausnahmslos aller Patienten einfließen. Wenn eine schwedische Versorgungsforscherin also radikal aufräumt mit sozialromantischer Bullerbü-Idylle, dann ist vermutlich etwas dran. Weiterlesen


Hinterlasse einen Kommentar

Datenmanagement ist halt noch mehr als Datensammeln

Die schönste Sammlung von Blutzuckerwerten hilft nichts, wenn damit keine Ereignisse verknüpft werden – und wenn man sie nicht auswertet, um sich beim Essen und Spritzen daran zu orientieren. Doch gewissenhaftes Datenmanagement kann auch stressen…

Als Diabetologe hat man es auch nicht immer leicht. Diesen Eindruck konnte ich zumindest bei der Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) Anfang Mai 2016 in Berlin gewinnen, als Dr. Stefan Gölz aus Esslingen und Dr. Hansjörg Mühlen aus Duisburg bei einem Symposium der Firma Roche Diagnostics über den Datenwust berichteten, der ihnen von manchen Patienten in die Sprechstunde geschleppt wird. Da gibt es anscheinend Tischler, die alle gemessenen Blutzuckerwerte feinsäuberlich auf Millimeterpapier (was man halt in einer Tischlerwerkstatt so an Papier findet) notieren. Allerdings ohne dazu das Datum, die Uhrzeit, die Kohlenhydratmenge der Mahlzeit und die dazugehörige Insulindosis zu notieren. „Das hat den gleichen Aussagewert, als würde mir jemand die Fußballergebnisse vorlesen, ohne dazu zu sagen, um welche Begegnung es sich gehandelt hat“, seufzte Dr. Gölz. Weiterlesen


10 Kommentare

Insulinbedarf: Meine Basaldosis läuft jetzt wieder auf Winterzeit

Liegt es etwa an der Lichtzufuhr, dass ich meine tägliche Basaldosis deutlich erhöhen muss, wenn die Tage wieder kürzer werden?

Wenn der Sommer vorbei ist und man so langsam dran denken muss, bei seinem Auto die Winterreifen aufziehen zu lassen, dann meldet sich bei mir mit schöner Regelmäßigkeit mein Blutzucker und verlangt nach Veränderungen. Mit dem Blutzucker ist ja leider so wie mit einem Säugling: Er kennt keine anderen Ausdrucksformen als zu schreien – und als Wirt des lästigen diabetischen Plagegeists steht mir dann eine ähnlich investigative Spurensuche bevor wie der Mutter eines Neugeborenen, die an ihrem schreienden Baby verzweifelt: Windel voll? Hunger? Durst? Langeweile? Blähungen? Für und Diabetiker heißt das übersetzt in etwa: Basalrate im Lot? KE-Faktor korrekt? Spritz-Ess-Abstand korrekt? Mahlzeit falsch eingeschätzt? Bewegung einkalkuliert? Infekt im Anmarsch? Gefühlschaos oder Stress? Schließlich können sich all diese Dinge mehr oder weniger drastisch auf unseren Blutzucker auswirken. Weiterlesen


Ein Kommentar

Bessere Diabetestherapie: Der Schlüssel liegt in der Kommunikation

Eckart von Hirschhausen zählt laut Wikipedia zur Gattung Moderator, Zauberkünstler, Kabarettist, Comedian und Schriftsteller. Ich habe ihn nun zweimal bei verschiedenen Veranstaltungen live erleben und seinen Gedanken unter anderem zur Diabetestherapie lauschen dürfen. Das war zwar komisch, aber eigentlich nicht wirklich lustig.

Wer Eckart von Hirschhausen nur vom Zappen durch das TV-Programm kennt, weiß möglicherweise nicht, dass er studierter Mediziner ist. Bevor er begann, mit Bühnenshows durch die Republik zu tingeln, arbeitete er als Arzt in Berlin in der Kinderneurologie. Allerdings fiel ihm bei seiner Arbeit als Arzt auf, dass die Patienten, die ihn konsultierten, gar nicht diejenigen waren, die am dringendsten ärztlichen Rat gebraucht hätten. Das änderte sich auch nicht, als er nach einer Weiterbildung zum Wissenschaftsjournalisten eine Gesundheitssendung Hessischen Rundfunk moderierte. „Keine Zigaretten, mehr Gemüse, das Übliche eben – das predigte ich den Zuschauern jahrelang“, erzählt er, „doch es änderte sich nichts, weil nur die zuschauten, die ohnehin schon aufgeklärt und gesundheitsbewusst waren.“ Mit dieser Erkenntnis erklärte von Hirschhausen sowohl bei einer Weiterbildung für Medizinjournalisten Ende April in Mannheim, als beim Jahreskongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) Mitte Mai in Berlin seinen Wechsel vom seriösen ins komische Fach, oft in Unterhaltungsshows, aber gern auch im sogenannten Unterschichtenfernsehen. Weiterlesen