Süß, happy und fit

Echte Geschichten aus meinem bewegten Leben mit Typ-1-Diabetes


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Alltagsmathematik: Beim diabetischen Dreisatz führen offenbar viele Wege zum Ziel…

Wie viele Gramm Kohlenhydrate sind in 5 Ferrero Küsschen enthalten? Vor einer Weile hatte ich euch gebeten, mir eure Rechenwege zu schildern. Eure Antworten haben mich verblüfft: Ich hatte keine Ahnung, wie unterschiedlich man diese Aufgabe rechnen kann!

„Ich habe letztens noch meiner Tochter gesagt: Dreisatz brauchst du ein Leben lang, das bestätigt dir jeder Diabetiker!“ Das war eindeutig mein Lieblingskommentar auf die kleine Rechenaufgabe, die ich euch vor einer Weile hier gestellt habe. Wer’s nicht gelesen hat, die Aufgabe lautete folgendermaßen: 100 Gramm Ferrero Küsschen enthalten 40,3 Gramm Kohlenhydrate. Die Packung enthält 178 Gramm bzw. 20 Stück. Wie viele KH enthalten 5 Stück? Denn natürlich verzichtet Ferrero (bislang!) darauf, die Kohlenhydratangaben pro Stück auf der Packung zu vermerken. Das wäre ja zu einfach, die diabetische Bevölkerung muss schließlich fit im Kopfrechnen bleiben, nicht wahr? Allerdings gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass die Lebensmittelhersteller irgendwann einmal ein Einsehen haben und ihre Nährwerttabellen auf den Packungen einfach um eine Spalte ergänzen: nämlich mit den Nährwertangaben pro Stück. Weiterlesen


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Heiraten mit Diabetes: Traumkleid, Traumtag, Traumzucker!

Himmel, wie die Zeit vergeht! Heute, am 30. April ist es bereits vier Jahre her, dass mein Mann Christoph und ich einander an einem wunderschönen Sonnentag das Jawort gegeben haben. Für die Vorbereitungen hatten wir nur gut zwei Monate Zeit, in denen auch das perfekte – und diabetestaugliche – Brautkleid gefunden werden musste.

Mein Mann Christoph und ich sind entschlussfreudige Menschen. Als wir Ende Januar 2011 beschlossen zu heiraten, wollten wir Nägel mit Köpfen machen und entschieden uns für den 30. April als Hochzeitsdatum, weil uns der Gedanke gefiel, nach dem Jawort in den Mai zu tanzen und dass alle Jahre wieder unser Hochzeitstag in einen Feiertag mündet. Viele sachkundige Menschen behaupten ja, eine ordentliche Hochzeit erfordere mindestens ein halbes Jahr Vorbereitung. Ich sage: Das ist bei gutem Willen auch in zwei Monaten zu schaffen. Dabei entpuppte sich der Kauf eines Brautkleides als der größte Zeitfresser. Weiterlesen


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Freestyle Libre: Worauf man bei der Kostenerstattung durch die TK achten sollte

Inzwischen habe ich erstmals einen Teil der Kosten für das Freestyle Libre Glukosemesssystem von der Techniker Krankenkasse (TK) erstattet bekommen. Allerdings nicht so viel wie ich ursprünglich gedacht hatte.

Seit dem 9. Februar 2015 verspricht die Techniker Krankenkasse (TK) ihren Versicherten, den Großteil der Kosten für das Freestyle Libre Glukosemesssystem zu erstatten. Wer in das Disease Management Programm (DMP) Typ-1-Diabetes eingeschrieben ist, erhält jährlich bis zu 1.140 Euro Zuschuss zum Freestyle Libre, andere Versicherte, die nicht in ein DMP eingeschrieben sind, bekommen bis zu 840 Euro pro Kalenderjahr erstattet. Als begeisterter Anwender des Systems UND TK-Mitglied hat mich diese Nachricht sehr gefreut – schließlich sind die rund 120 Euro, die das System mich pro Monat kostet, kein Pappenstiel. Weiterlesen


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Mein Diabetes wird fünf Jahre alt: Erinnerungen an einen komischen Tag

Es gab in meinem Leben bislang zwei Tage, an denen mir schlagartig klar wurde, dass ab jetzt nichts mehr so sein würde wie zuvor. Zum einen den Tag, an dem ich erfuhr, dass ich schwanger war. Und zum anderen den Tag, an dem ich die Diagnose Typ-1-Diabetes erhielt.

Heute ist der fünfte Jahrestag meiner Diabetes-Diagnose. Der 30. März 2010 hat sich in meine Erinnerung eingebrannt wir kaum ein anderer Tag, und deshalb möchte ich heute einmal zurückblicken. Ich war gerade 40 Jahre alt geworden und hatte diesen runden Geburtstag mit ein bisschen Verspätung auch groß gefeiert. Mich plagte neben einer ganz leichten Midlife-Crisis nur ein hartnäckiger Husten, dem mit den üblichen Hausmitteln einfach nicht beizukommen war. Am Montag nach der Feier ging ich also zu meinem Hausarzt, um meine Lunge abhören und mir etwas Stärkeres gegen meinen Husten verschreiben zu lassen. Bei der Gelegenheit wollte ich ihm auch den komischen Computerbrief vom Roten Kreuz zeigen, der nach dem Blutspendetermin ins Haus geflattert war. Beim letzten Blutspendetermin hatte man außer der Reihe, als kleinen Service für die Blutspender, den Blutzuckerwert bestimmt. Ich bekam Post, weil mein Wert irgendwo bei 380 mg/dl lag. Ich wusste aus meiner Arbeit als Medizinjournalistin, dass das ein absurd hoher Wert war. Doch ich tippte auf einen Messfehler, weil ich keines der typischen Diabetes-Symptome wie übermäßigen Durst und ständiges Wasserlassen hatte. Ich hatte zwar seit Weihnachten zwei Kilo abgenommen, doch dieser Gewichtsverlust war hart erkämpft gewesen und ganz sicher nicht Folge einer gestörten Glukoseverwertung. Weiterlesen


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Bitte einmal alles ganz schnell umkrempeln: Neuer Faktor, neue Basaldosis gefällig?

Ich bin sehr dankbar, dass sich mein Blutzucker meist relativ brav und vorhersehbar benimmt. Die Betonung liegt auf MEIST. Denn in den vergangenen Wochen habe ich recht intensiv daran basteln müssen, die Dosis für mein Basalinsulin und meinen morgendlichen KE-Faktor wieder in den Griff zu bekommen.

Mein Diabetes mag keine schleichenden Veränderungen. Wenn er sich überlegt, dass er künftig mehr Basalinsulin braucht, dann entscheidet er das sehr plötzlich. Das gleiche gilt für KE-Faktoren: Gestern reichten 0,5 Insulineinheiten (IE) pro Kohlenhydrateinheiten (KE)? Macht nix, ab heute sollen es bitteschön 1,2 sein. Zum Glück passiert das nicht oft, sodass ich überwiegend gut klarkomme und nur selten mit größeren Blutzuckerschwankungen zu kämpfen habe. Doch in letzter Zeit war ein bisschen der Wurm drin. Es fing damit an, dass gegen Ende November 2014 mein morgendlicher Insulinbedarf für das Frühstück schlagartig von 0,5 IE/KE auf 1,0 IE/KE anstieg. Es kostete mich ein wenig Überwindung, mir auf einmal die doppelte Menge Insulin für eine Mahlzeit zu spritzen, doch die Blutzuckerwerte sprachen für sich: Das ist offenbar mein neuer Bedarf. Weiterlesen


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Freestyle Libre: Erste Krankenkassen wollen die Kosten übernehmen

Den Anfang machte die DAK mit ihrer Ankündigung, in Kürze für Versicherte aus ihren Disease-Management-Programmen (DMP) die Kosten für das Glukose-Messsystem Freestyle Libre zu übernehmen. Kurz darauf kündigte auch die Techniker Krankenkasse (TK) an, zumindest anteilig die Kosten zu erstatten.

Seit der Pharmariese Abbott Mitte Oktober 2014 sein neues Glukose-Messsystem „Freestyle Libre“ auf den Markt gebracht hat, ist in der Diabetes-Community eine regelrechte Massenhysterie ausgebrochen, über die ich ja bereits gegen Ende 2014 einmal berichtet habe. Die Option, lückenlose Glukoseprofile zu erstellen, ohne sich für jeden einzelnen Messwert in den Finger pieksen zu müssen, hat offenbar einen Bedarf getroffen. Allerdings hätte offenbar niemand vorhersagen können, WIE groß dieser Bedarf tatsächlich ist. Denn obwohl das Freestyle Libre bislang keine Kassenleistung ist und den Anwender nach der Erstinvestition in das Lesegerät monatlich gut 120 Euro für die Sensoren kostet, kommt Abbott mit der Produktion nicht hinterher und beliefert derzeit nur Bestandskunden. Die Zustände erinnern an Autobestellungen in der DDR: Neue Interessenten haben bis auf Weiteres das Nachsehen, sie können sich nur auf eine Warteliste setzen lassen. Weiterlesen


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Diabetes und Technik: Es geht doch nichts über den eigenen Hirnschmalz!

Es gibt mittlerweile eine ganze Menge technischer Hilfsmittel, die uns Diabetikern das Leben erleichtern – und natürlich hoffen wir auf weitere Innovationen auf diesem Gebiet. Doch können wir unser ganzes Diabetes-Denken bald wirklich komplett kleinen schlauen Maschinen überlassen? Wohl eher nicht, habe ich zusammen mit knapp 300 anderen Typ-1-Diabetikern beim T1Day 2015 in Berlin gelernt.

Es gibt ja viele Menschen, die mit Mathematik ein bisschen auf dem Kriegsfuß stehen. Als Typ-1-Diabetiker nutzt es einem leider rein gar nichts, einen kreativ-künstlerischen Beruf zu ergreifen – die Alltagsmathematik hat einen immer fest im Griff. Wir müssen nicht nur den Kohlenhydratanteil von Lebensmitteln korrekt schätzen, sondern auch das noch wirkende Restinsulin im Blick behalten und dann – je nach aktuellem Blutzuckerwert und mit dem zur jeweiligen Tageszeit geltenden KH-Faktor – die richtige Dosis Insulin abgeben. Leider gelingt es zwischen 59 und 64 Prozent der Patienten nicht, die Insulindosis korrekt nach KE-Faktor und Korrekturfaktor zu berechnen, erklärte Sabine Carstensen von der Firma Abbot beim T1Day am 25. Januar in Berlin. Das geht zumindest aus etlichen internationalen Studien mit dem Diabetes Numeracy Test  hervor. Kein Wunder also, dass die Anbieter von Insulinpumpen und Blutzuckermessgeräten seit einigen Jahren immer mehr Geräte mit Bolusrechnern anbieten. Weiterlesen


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Kleines Update: Wie man die Messgenauigkeit des Libre-Sensors verbessern kann

Obwohl ich nach meinen ersten beiden Sensoren des Freestyle Libre ein paar Zweifel hegte, bin ich inzwischen doch zum regelmäßigen Nutzer geworden. Und zwar vor allem deshalb, weil es mir gelungen ist, die Messgenauigkeit des Sensors in den ersten Tagen nach dem Setzen zu verbessern.

Manch einer erinnert sich vielleicht an meinen ersten Erfahrungsbericht zum Freestyle Libre, dem neuen „Flash Glucose Monitoring“ (FGM)-System der Firma Abbott. Ich hatte darin berichtet, dass das System zwar sehr angenehm zu tragen ist und mir auch eine ganze Reihe wertvoller Erkenntnisse über meine Blutzuckerverläufe – etwa nach dem Frühstück oder beim Sport – beschert hat. Doch ich war enttäuscht, weil die Glukosemesswerte des Systems in den ersten zwei bis drei Tagen nach dem Setzen des Sensors doch sehr stark von den Blutzuckerwerten abwichen. Weiterlesen


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Kekslein, rechne dich: Reaktionen auf meinen Blogbeitrag

Vor einer Weile habe ich hier darüber geschrieben, zu welchen mathematischen Höchstleistungen Diabetiker etwa bei der Berechnung von Keksen auflaufen müssen, wenn die Nährwerte auf der Packung nicht pro Stück, sondern nur pro 100 Gramm angegeben werden. Inzwischen sind ein paar Reaktionen der Hersteller eingetroffen.

Der eine oder andere von euch erinnert sich vielleicht an meinen Artikel kurz vor Weihnachten 2014 zur umständlichen Berechnen von Kohlenhydraten bei Keksen und anderen Leckereien. Umständlich ist es nämlich immer dann, wenn die Nährwerttabelle nur den Kohlenhydratanteil pro 100 Gramm, nicht aber pro Stück enthält (nicht so vorbildlich). Ich hatte meinen Beitrag auch an die erwähnten Unternehmen weitergeleitet und war natürlich gespannt, ob und wie sie darauf reagieren würden. Weiterlesen


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Verdammt noch mal, was geht es mir doch gut!

Heute habe ich bei meinem Diadoc Rezepte für meinen Quartalsbedarf an Diabetesutensilien abgeholt. Klingt vielleicht albern, aber ich war (nicht zum ersten Mal) ganz gerührt und dankbar, wie gut meine Versorgung hier funktioniert und wie wenig sie mich persönlich kostet.

Als Diabetiker klagt und jammert man ganz gern einmal. Das ewige Gepiekse in die Finger, die Einstichstellen am Bauch, komische selbst verschuldete Blutzuckerwerte, komische unverschuldete Blutzuckerwerte, Angst vor Folgeerkrankungen, die regelmäßigen Arzttermine, das Unverständnis vieler Mitmenschen, Unlust auf Traubenzucker bei einer Hypoglykämie… und natürlich die gesetzliche Krankenversicherung, die nicht alles zahlt, was wir unserer Meinung nach für unsere optimale Versorgung benötigen. Manch einer hätte gern mehr Teststreifen im Quartal, ein anderer wünscht sich ein CGM-System oder versucht vergeblich, seine Kasse von der Erstattung seiner Kosten für das Freestyle Libre zu überzeugen. Weiterlesen