Süß, happy und fit

Echte Geschichten aus meinem bewegten Leben mit Typ-1-Diabetes


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Neulich beim EASD-Kongress, Unterhaltung mit einem Taxifahrer: „Na dann gute Besserung!“

Folgende Situation: Dienstagabend nach einem langen Kongresstag, ich bin auf dem Weg zurück von der mySugr-Party ins Hotel. Der Bus, den ich eigentlich nehmen wollte, lässt sich nicht blicken. Und auch der nächste kommt einfach nicht, sodass ich hundemüde kurz vor Mitternacht schon eine halbe Stunde an der Bushaltestelle stehe und mir letztlich ein Taxi heranwinke.

Mit dem Taxifahrer entspinnt sich dann der folgende Dialog, der mir einmal mehr zeigt, wie dringend weiter und mehr und besser über Diabetes und das ganze Drumherum aus Prävention, Ursachen, Unterschiede zwischen Typ 1 und Typ 2, Ernährung, Bewegung, Therapie, Forschung etc. aufgeklärt werden muss. Packen’s wir an, da kann jeder ein bisschen mitmachen! 🙂 Weiterlesen


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Demnächst verfügbar: Freestyle Libre 2 mit optionalen Alarmen bei niedrigen oder hohen Glukosewerten

Gemunkelt wurde in der Diabetes-Community ja schon eine ganze Weile, dass es demnächst eine neue Version des Flash Glukose Monitoring Systems Freestyle Libre geben soll. Auch von Alarmen war in der Gerüchteküche die Rede. Nun ist die Katze aus dem Sack: Das FreeStyle Libre 2 von Abbott mit optionalen Real-time Alarmen hat ein CE-Kennzeichen für Europa erhalten und kommt damit in Kürze auf den Markt.

Als diese Nachricht gestern wie eine Bombe einschlug, saß ich gerade mit etlichen anderen Bloggerinnen und Bloggern aus der internationalen Diabetes-Community beim Roche Diabetes Meetup im Vorfeld des Kongresses der Europäischen Diabetes-Gesellschaft (EASD) in Berlin. Erst kam eine Pressemitteilung, kurz darauf auch noch eine ähnliche Nachricht an die Bloggerinen und Blogger per Mail reingeflattert. Heute beim EASD-Kongress habe ich mich dann auch gleich am Stand der Firma Abbott und im Gespräch mit anderen Experten schlaugemacht und dabei die Fragen geklärt, die aus der offiziellen Pressemitteilung noch nicht hervorgingen. Weiterlesen


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Habt ihr schon den neuen Focus Diabetes gelesen? Ich war mal wieder fleißig!

„Spezial: Psyche. Glücklich leben – die Kunst, an Diabetes zu wachsen und innere Stärke zu gewinnen“ lautet das Titelthema in der aktuellen Ausgabe des „Focus Diabetes“, die vor ein paar Tagen erschienen ist. Für mich hat es dieses Schwerpunktthema ganz schön in sich, denn die meisten der 24 Seiten des Spezials stammen aus meiner Feder.

Es ist ja inzwischen ein kleines Steckenpferd von mir: das Thema „Diabetes und Psyche“. Ich habe in den vergangenen Jahren immer wieder einmal bei Kongressen wissenschaftliche Sitzungen besucht, in denen Diabetologen und Psychologen über die typischen psychischen Belastungen von Menschen mit Diabetes berichtet haben. Darin ging es um Fragen wie das Depressionsrisiko bei Diabetes (und das Diabetesrisiko von Menschen mit Depression), Diabetes-Burnout oder Probleme in der Partnerschaft. Auch für mein Buch „In guten wie in schlechten Werten“ habe ich viel psychologische Fachliteratur gewälzt und mit Psychologen über die Belastungen gesprochen, die der Diabetes speziell für die Angehörigen von Menschen mit Diabetes mit sich bringt. Weiterlesen


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Diabetes Typ F oder: Die Wahrheit hinter dem Satz „Wir schaffen das!“

Eigentlich hält mein Mann Christoph und nicht Angela Merkel das Copyright auf den Satz „Wir schaffen das!“, denn mit diesen Worten reagierte er auf die Nachricht von meiner Diagnose Typ-1-Diabetes. Bei einer eigenen Session zum Thema „Diabetes Typ F“, also Familie und Freunde, beim Diabetes-Barcamp in Frankfurt (ihr wisst schon: die Hundewiese!) ging mir hierzu nochmal so einiges durch den Kopf.

Es gibt dieser Tage ja leider eine ganze Menge Menschen in diesem Land, die sich über den Satz „Wir schaffen das“ von Angela Merkel aus dem Jahr 2015 aufregen. Mein Mann Christoph ist keiner von denen, die unsere Bundeskanzlerin dafür kritisieren, dass sie seinerzeit die Grenzen der Bundesrepublik nicht geschlossen und Flüchtlinge ihrem Schicksal überlassen hat. Er findet allerdings, dass er das Copyright auf diesen Satz hält. Denn seine erste Reaktion, als ich ihm am 30. März 2010 von meiner Diagnose Typ-1-Diabetes erzählte, lautete: „Wir schaffen das, meine Kleine!“ Weiterlesen


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Neulich in Frankfurt: Warum mich das Diabetes-Barcamp ein bisschen an eine Hundewiese erinnert hat

Das Schöne an der Diabetes-Community ist ja, dass man so schnell und unkompliziert miteinander ins Gespräch kommt. Wenn man genau weiß, dass das Gegenüber ebenfalls Diabetes hat (oder mit jemandem zusammenlebt, der Diabetes hat), finden sich sofort jede Menge Themen für einen unverbindlichen Smalltalk. Beim Diabetes-Barcamp in Frankfurt fiel mir zum ersten Mal auf: Da geht es uns ein bisschen so wie Hundebesitzern beim Gassigehen.

Es soll ja Menschen geben, die sich allein aus dem Grund einen Hund zulegen, damit sie draußen beim Gassigehen leichter mit anderen Menschen ins Gespräch kommen. Tatsächlich findet man diesen Tipp auch gelegentlich in Foren, die unfreiwilligen Singles Ratschläge für die Partnersuche erteilen. Denn wenn zwei Hunde einander interessiert gegenseitig am Po beschnüffeln und ihre Besitzer am anderen Ende der Leine ausharren müssen, bis die Tölen mit dem Informationsaustausch fertig sind, dann suchen Hundehalter meist lieber das Gespräch miteinander anstatt betreten einen Punkt am Horizont zu fixieren. Weiterlesen


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Ernährung und Sozialverhalten: Wer proteinreich frühstückt, ist eher kompromissbereit

Ein Forschungsteam aus Lübeck hat herausgefunden, dass die Zusammensetzung der Nahrung offenbar das soziale Entscheidungsverhalten beeinflusst. Als ich bei einem Kongress von diesen aktuellen Erkenntnissen erfahren habe, fragte ich mich natürlich gleich, ob man angesichts dieser Erkenntnisse nicht zum Beispiel US-Präsident Trump einfach mal morgens etwas anderes auftischen müsste…

Ich finde es ja immer wieder erstaunlich, was in den Universitätskliniken dieser Welt so alles erforscht wird. In Lübeck hatte ein interdisziplinäres Forschungsteam es vor einer Weile auf das Verhältnis zwischen Proteinen und Kohlenhydraten in einer Mahlzeit abgesehen: Ändert sich das Verhalten von Menschen, die sozialen Entscheidungen zu treffen haben, je nach Zusammensetzung ihrer Nahrung? Und ihre überraschende Erkenntnis lautete: Ja, das tut es! Weiterlesen


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Radurlaub in Holland: Von Kühen, Schafen, Windmühlen und gaaaanz vielen Gummibärchen

Als beinharte Triathletin bin ich halbwegs trainiert, was das Radeln angeht. Und doch ist so ein Radurlaub, bei dem man auf zwei Rädern von Ort zu Ort strampelt, in vielerlei Hinsicht ganz anders als sportliches Radtraining. Nämlich nicht nur gemütlich, sondern auch überraschend anstrengend. Und damit ein echter Zuckerfresser.

Seit einer Weile steuern Christoph und ich lieber Reiseziele in nicht allzu entfernter Umgebung an anstelle weit, weit weg zu fliegen. Wir sind zwar neugierig auf unendlich viele Länder, Kulturen und Küchen, wollen unseren ökologischen Fußabdruck aber doch nicht überstrapazieren. Darüber hinaus finde ich lange Flüge einfach nur furchtbar: dieser Jetlag, dieser ganze Flughafen-Firlefanz, dieses eingeklemmte Herumsitzen über unendliche Stunden… Außerdem gibt es auch in Deutschland und Europa irre tolle Reiseziele, die wir mit dem Auto oder der Bahn prima erreichen können. Weiterlesen


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Schon wieder Burger statt Rohkost – dabei wissen wir das doch eigentlich besser, oder?

Die meisten von uns können die Empfehlungen für eine gesunde Ernährung auswändig rauf- und runterbeten. Beim Kongress Ernährung 2018 habe ich im Eröffnungsvortrag lernen dürfen, warum es uns trotzdem so schwerfällt, uns danach zu richten. Schuld sind nämlich die Entscheidungsstrukturen im Gehirn.

Viel Gemüse und Obst, am besten fünf Portionen am Tag. Vollkorn statt Weißmehl, wenig Zucker, lieber Fisch als Wurstwaren und bitte einen großen Bogen um Fast-Food-Ketten machen… Was eine gesunde Ernährung ausmacht, hat sich mittlerweile in weiten Kreisen der Bevölkerung herumgesprochen. Ebenso ist bekannt, dass gesundes Essen nicht fad und eintönig schmecken muss, und dass man sich an vollwertiger Kost durchaus sattessen kann. Und trotzdem gelingt es selbst den Aufgeklärten unter uns nur selten, diesen Empfehlungen wirklich zu folgen. Weiterlesen


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Anonymisierte Stimmzettel zur Wahl der Delegierten der DDH-M – was ist denn das für ein Verständnis von Demokratie?

Wenn Typ-Einser gefragt werden, wer oder was sie im Alltag motiviert, bei der Stange zu bleiben, dann steht die Diabetes-Community ziemlich weit vorn auf der Liste. So konnte man es zumindest in den allermeisten Beiträgen zur diesjährigen Diabetes-Blog-Woche nachlesen. Was niemand als inspirierende Motivation geschildert hat, war die klassische Diabete-Selbsthilfe. Und ich habe auch eine Ahnung, warum das so ist.

Denn vor kurzem habe ich Post von der Deutschen Diabetes-Hilfe (DDH-M) bekommen. Es ging um die Wahl der Delegierten zur Bundesdelegiertenversammlung 2018. Das ist immerhin das höchste Organ der DDH-M, dessen gewählte Vertreterinnen und Vertreter gegenüber Politik, Fachgesellschaften und wem auch immer unsere Interessen artikulieren sollen – und dafür natürlich auch im engen Kontakt zur Basis stehen sollten. Weiterlesen


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„Zeit im Zielbereich“ statt HbA1c-Wert: Was internationale Experten raten

Ein HbA1c von unter 7 Prozent galt lange als Maßstab für ein gutes Diabetesmanagement. Doch wer ein System zur kontinuierlichen Glukosemessung nutzt, interessiert sich mittlerweile mehr dafür, wie viel Zeit er im Glukose-Zielbereich verbringt. Nun haben sich internationale Experten endlich auf Empfehlungen für den Zielbereich von Glukosewerten bei Menschen mit Typ-1-Diabetes verständigt.

Wer in den sozialen Medien in Diabetes-Gruppen unterwegs ist oder den entsprechenden Hashtags folgt, der kennt diese Beiträge: Posts, in denen jemand nach dem Quartalsbesuch beim Diadoc seinen aktuellen HbA1c-Wert mitteilt, gefolgt von unzähligen Kommentaren. Ist der Wert eher hoch, sind es entweder mehr oder weniger zartfühlende Mahnungen vor Folgeerkrankungen oder solidarische Beileidsbekundungen wie „Mein letzter Wert war auch so hoch, jetzt habe ich den Zucker zum Glück wieder besser im Griff – du schaffst das, Kopf hoch!“ Je niedriger das HbA1c, desto häufiger schreiben die Kommentarschreiber Sätze wie: „Hauptsache nicht mit Hypos erkauft!“ oder „Bei einem HbA1c von 5,6% wäre ich permanent unterzuckert!“ Weiterlesen