Süß, happy und fit

Echte Geschichten aus meinem bewegten Leben mit Typ-1-Diabetes


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Mal eben kurz die Welt retten… naja, aber immerhin einen Typ-1-Diabetiker ohne Insulin!

Gestern habe ich ein Leben gerettet. Klingt unglaublich, aber das trifft es tatsächlich irgendwie. Denn ich habe einem Typ-1-Diabetiker, der seit vielen Jahren auf der Straße lebt und mittlerweile aus sämtlichen sozialen Sicherungssytemen herausgerutscht ist, gestern 10 Fertigpens Lantus organisiert. Und zwar, nachdem er am Morgen den letzten Tropfen Insulin gespritzt hatte und ganz ohne das lebenswichtige Medikament dastand.

Manche von euch erinnern sich vielleicht noch an mein Portrait von Lyndon Owen, dem britischen IT-Experten, der vor ca. 15 Jahren beschloss, aus seinem „normalen“ Leben mit Job, Wohnung in London und geregelter sozialer Absicherung auszusteigen und in Europa herumzureisen. Und zwar mit Typ-1-Diabetes. Ich war neugierig darauf, wie das geht – auf der Straße leben, ohne geregelte Verhältnisse und ohne regelmäßige Arztbesuche sowie Rezepte für Blutzuckerteststreifen und Insulin. Seit ich ihn 2014 für mein Portrait einen Tag lang in Berlin begleitet habe, bin ich auf Facebook mit ihm befreundet und verfolge immer mal, wo er und sein Begleiter José sich gerade herumtreiben. Weiterlesen


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1.000 Facebook-Likes und ein Deal: Ich schreibe heute ausnahmsweise mal über Zuckerhunde aka Hunde mit Diabetes!

Vor ein paar Tagen entdeckte ich auf der Facebook-Seite dieses Blogs den Hinweis, dass nur noch wenige Likes fehlen, bis ich den Meilenstein von 1.000 Fans erreicht habe. So eine magische Zahl spornt natürlich an – also versuchte ich neue Fans zu ködern, die auf meiner Seite „gefällt mir“ klicken. Dem tausendsten Fan versprach ich, seinen Themenwunsch zu erfüllen: Worüber auch immer er oder sie gern etwas auf meinem Blog lesen würde, ich würde es schreiben.

Ich hatte allerdings nicht damit gerechnet, dass mein tausendster Fan eine Hündin mit Typ-1-Diabetes sein würde. Ihr Name ist Paula, und ihr Frauchen Kerstin hat für sie ein Facebook-Profil eingerichtet. Paula hat 171 Freunde, überwiegend Menschen, soweit ich das überblicken kann. Und Paula wünschte sich, dass ich einen Blogbeitrag über Hund mit Diabetes verfasse. Mit diesem Thema habe ich mich zwar noch nie auseinandergesetzt, doch voilà, einmal ist schließlich immer das erste Mal! Weiterlesen


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Typ-1-Diabetiker haben beim Sport nur selten Angst vor Hypos – und ansonsten dieselben Ausreden wie alle anderen…

Diabetologen neigen dazu, nur Typ-2-Diabetikern mehr Bewegung zu empfehlen, um die Blutzuckerwerte in Schach zu halten. Dabei ist Sport auch bei Menschen mit Typ-1-Diabetes ein Segen für die Blutzuckerwerte, davon kann ich ganze Arien singen. Doch wie aktiv sind Typ-1-Diabetiker eigentlich? Das wurde in der winMove Studie untersucht, die bei der DDG-Jahrestagung im Mai 2017 in Hamburg vorgestellt wurde.

Dr. Meinolf Behrens aus Minden präsentierte die Ergebnisse der Studie „winMove“, an der bundesweit 34 Diabetesschwerpunktpraxen mit durchschnittlich je 110 Patienten teilgenommen haben. Bringen wir also erst einmal das nüchterne Zahlenwerk hinter uns: Insgesamt konnten 3.755 Fragebögen von Patienten mit Typ-1-Diabetes ausgewertet werden. Sie wurden verglichen mit der DEGS1-Studie, in der 2013 neben anderen Daten zur Gesundheit auch der Aktivitätslevel von Erwachsenen in Deutschland untersucht worden war. Die traurige Erkenntnis: Der DEGS1-Studie zufolge gelingt es 80 Prozent der Erwachsenen in Deutschland nicht, die von der WHO empfohlene Mindestaktivitätszeit von 2,5 Stunden pro Woche in mäßig anstrengender Intensität zu erreichen. Weiterlesen


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Schon gewusst? Schlechte Wohnsituation, Straßenlärm, Abgase und geringe Walkability erhöhen das Risiko für Typ-2-Diabetes

Im Nordosten Deutschlands tritt Typ-2-Diabetes deutlich häufiger auf als im Westen – und das sich nicht allein mit den klassischen Risiken wie Übergewicht, Rauchen, Bewegungsmangel und geringerem Bildungsgrad erklären, so hieß es in einer Sitzung bei der DDG-Jahrestagung im Mai 2017 in Hamburg. Dort lernte ich den Begriff „Walkability“ als weiteres Kriterium dafür, ob eine Region besonders anfällig für Typ-2-Diabetes ist oder nicht.

„Dick, dumm, Diabetes“ ist ein gemeines Vorurteil – das sich leider ebenso hartnäckig hält, wie es falsch ist. Bei der DDG-Jahrestagung wurden in einer Sitzung zur Versorgungsforschung aktuelle Daten zur Häufigkeit von Typ-2-Diabetes präsentiert – und zu den Ursachen für regionale Unterschiede. Versorgungsforschung und Register sind erst einmal Stichworte, die sich erst einmal ungeheuer trocken und langweilig anhören. Doch tatsächlich war die Sitzung extrem interessant. Was also sind die Fakten? Weiterlesen


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Lipohypertrophien sind mehr als nur unschöne Gnubbel: Wie erkennt man die Stellen, an denen das Insulin nicht wirkt?

Lipohypertrophien sind geschwulstartige Vermehrungen von Binde- und Fettgewebe, die rund um Injektionsstellen entstehen können. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern verschlechtert auch die Insulinwirkung. Beim DDG-Kongress in Hamburg berichtete ein Diadoc von einem Feldversuch in seiner Praxis, der diese Fettgnubbel mit einer Wärmebildkamera sichtbar machte.

Dieser experimentierfreudige Diabetologe heißt Dr. Matthias Kaltheuner und arbeitet in Leverkusen. Er hält Lipohypertrophien für ein vernachlässigtes Problem in der Diabetologie: „Leider scheuen sich viele Diabetologen, bei ihren Patienten mal den Bauch anzuschauen.“ Dabei sollten sie dort unbedingt genauer hinsehen, „schließlich erlebt der Bauch im Laufe eines Diabetikerlebens enorm viele Injektionen pro Quadratzentimeter Haut.“ Jede einzelne Injektion aber sei eine kleine Hautverletzung, die in der Summe dann zu Lipohypertrophien führen kann. Weiterlesen


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Mit dem Optomap bis hinter die Linse geschaut – und Halleluja: „Ihre Augen sind komplett gesund!“

Einmal im Jahr sollte jeder Diabetiker zum Augenarzt, um seine Netzhaut auf zuckerbedingte Veränderungen untersuchen zu lassen. Ich gebe zu: Im vergangenen Jahr habe ich in diesem Punkt geschlampt und es versäumt, einen Termin zu vereinbaren. Zum Glück gab es trotzdem beim heutigen Check keine schlechten Nachrichten. Und da ich seit ein paar Jahren für die Netzhautuntersuchung den Optomap für mich entdeckt habe, blieben mir auch die blöden Augentropfen zur Pupillenerweiterung erspart.

Was habe ich diese Termine in der Vergangenheit gehasst! Als Kurzsichtige waren jährliche Netzhautuntersuchungen für mich auch vor der Diagnose Typ-1-Diabetes schon Pflicht. Und das bedeutete jedes Mal: laaaaaannnnngggeeeeeee im Wartezimmer sitzen, sich immer wieder Augentropfen einträufeln lassen, bis sich die Pupillen auf Untertassengröße erweitert haben, und dann ab ins Untersuchungszimmer. Dort leuchtete der Augenarzt mit einer Speziallampe durch die künstlich erweiterten Pupillen, deren erschlaffter Muskel sich nicht mehr gegen die heftigen Lichtreize wehren konnte. Unangenehm. Weiterlesen


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Also ich könnte ja schon wieder Urlaub machen… Rückblick auf eine Wanderung rund um den Lago di Tenno

Wer die Bezeichnung „Sport“ daran festmacht, dass es dabei immer um „schneller, weiter, höher“ geht, der wird Wandern wohl kaum als Sport bezeichnen. Doch wer unter Sport körperliche Aktivität versteht, die ordentlich Zucker zieht, für den gilt Wandern mit Sicherheit als Sport. In meinem Urlaub am Gardasee habe ich Gefallen daran gefunden.

Unser Urlaub in Arco, ein paar Kilometer nördlich vom Gardasee gelegen, war von Anfang an als Aktivurlaub geplant. Mein Mann Christoph und ich hatten die Rennräder dabei, wollten schöne Radausfahrten unternehmen und außerdem wandernd die Umgebung erkunden. Nach meinem (zum Glück glimpflich verlaufenen) Rennradsturz gleich am ersten Urlaubstag fielen zumindest für mich weitere Radausfahrten flach. Mein geprellter Brustkorb schmerzte, die gezerrte Schulter zwackte, und der geschürfte Unterarm sowie die Blutergüsse an den Beinen reagierten empfindlich auf jede Berührung. Zeit für etwas softeren Sport wie Wandern also – den Geradeauslaufen ohne Drehbewegungen im Oberkörper war halbwegs schmerzfrei möglich. Weiterlesen


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Neues von der Schulddrüse: Fertigmachen zum Umschwung in die Unterfunktion!

Gerade hatte ich mich daran gewöhnt, morgens nach dem Aufwachen als erstes nach der Packung Thiamazol zu greifen und meine tägliche Dosis Schilddrüsenbremse einzuwerfen, da heißt es auch schon wieder: „Medikament absetzen!“

Ich war ja darauf vorbereitet, dass meine Beziehung zu Thiamazol keine dauerhafte sein würde. Schließlich diente das Medikament in meinem Fall nur dazu, die vorübergehende Schilddrüsenüberfunktion abzufangen, die einer Hashimoto-Unterfunktion in der Regel vorausgeht. Doch als ich diese Woche meinem Diadoc zum regulären Quartals-Check einen Besuch abstattete, hatte ich eigentlich das Gefühl, dass die Hormone gerade halbwegs im Lot sind. Weiterlesen


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Kontaktallergien und Hautreaktionen auf das Freestyle Libre: Die Acrylate im Kleber scheinen Schuld zu sein!

In der Fachzeitschrift „Contact Dermatitis“ ist vor wenigen Tagen ein Beitrag zum Thema Hautreaktionen auf das Freestyle Libre erschienen. Man kann ihn zwar kostenfrei nur als Abstract lesen, doch die Botschaft ist klar: Schuld an den Hautreaktionen, mit denen sich viele Anwender herumschlagen, sind Acrylate im Klebstoff. Genauer gesagt Isobornyl-Acrylat.

Ich bringe deshalb an dieser Stelle mal einen Beitrag von mir, der im März 2017 in der Blood Sugar Lounge zu genau diesem Thema erschienen ist. Er war bis dato noch nicht hier auf meinem Blog zu lesen. Weiterlesen


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Tipp zur Fixierung des Freestyle Libre-Sensors: Lieber keinen allzu großen Vorrat Tape bunkern!

Da ich mit einem Blick in die Blogstatistik gerade festgestellt habe, dass mein Beitrag zum Fixieren des Freestyle Libre-Sensors mit Tape von Juni 2016 noch immer großer Beliebtheit erfreut, möchte ich euch an dieser Stelle ein kleines Update zum Thema liefern.

Ich nutze nach wie vor Kinesiotape zum Fixieren des Sensors. Zwar hält der Klebstoff des Sensors bei mir in der Regel völlig einwandfrei bis zum Ende der Laufzeit. Ich muss oft sogar gehörig an dem Teil rupfen, bis er sich nach den 14 Tagen von meiner Haut löst. Und doch fühle ich mich sicherer, wenn ich einen Streifen Tape über den Sensor klebe. Ganz einfach, weil sich dann ein BH-Träger nicht an der Kante verfangen und den Sensor rausreißen kann. Oder der berühmt-berüchtigte Türrahmen auch viel weniger Angriffsfläche bietet, wenn der Sensor mit einem Stück Tape bedeckt ist. Weiterlesen